NeuseelandReiseberichte

Weihnachtachten mit Delfinen und Pinguinen in den Catlins

Der Waipapa Point Leuchtturm

Unsere Reise führt uns weiter in den Süden von Neuseeland. Hier liegen die Catlins, ein sehr dünn besiedeltes Gebiet mit malerischen Küsten.  Neben der einzigartigen Landschaft ist das Gebiet auch für seine Flora bekannt. Es leben sehr viele Tiere hier, welchen wir natürlich allen möglichst begegnen wollen 😉.

Wir fahren fernab vom Highway auf der alten Küstenstraße entlang der Südinsel. Der erste Stopp auf unserer Tour ist der Waipapa Point. Hier befindet sich einer der letzten erbauten hölzernen Leuchttürme von Neuseeland. 1881 war im vorgelagerten Riff ein Schiff gesunken. So entschied man sich für den Bau eines Leuchtturmes, um weitere Unglücke zu vermeiden. Als wir an der Küste entlang spazieren, sieht man das Schiffwrack leider nicht mehr. Dafür sitzen am Strand wieder ein paar faule und träge Seelöwen, welche uns beobachten. Einige Fischer haben es sich auf den Felsen vor der Küste bequem gemacht. Sie probieren heute ihr Glück, um zwischen den hohen Wellen an der Brandung dennoch Fische zu fangen 🐟.

Wir klettern auch auf die Felsen am Meer und beobachten ein wenig die Wellen. Zwischen den rutschigen Steinen hat sich auch recht großes Seegras angesammelt. Es sieht schon ein wenig merkwürdig aus. Es ist sehr breit und bräunlich. Vielleicht ist es auch irgendwas anderes 😉. Dennoch wirkt es auf unseren Fotos recht gut.

Nach einer kleinen Erholungspause geht es vorbei an den hübschen alten Leuchtturm zurück zum Camper. Wir folgen weiter der Küstenstraße und stoppen immer mal wieder, um den Ausblick zu genießen. Doch das nächste eigentliche Ziel ist die Curio Bay, wo wir auch unser Lager für die Nacht aufschlagen werden 🏖️.

Die Delfine der Curio Bay

Wir parken unseren Van auf den Campingplatz und genießen erst einmal ein leckeres Eis an der Küste. Eigentlich sind die Catlins für ihr ungemütliches und sich schnell änderndes Wetter bekannt. Doch wir liegen gerade auf dem Handtuch in der Sonne und müssen aufpassen das das Eis nicht zu schnell schmilzt ☀.

Wir sind aber nicht nur wegen dem Eis hier. Die Curio Bay ist bekannt für ihre tierischen Bewohner. In der Bucht leben die verspielten Hector Delfine. Davon gibt es auf der Welt leider nur noch sehr wenige. Sie sind nur ca. 1,5 Meter lang und zählen so zu den kleinsten Vertretern ihrer Gattung 🐬.

Sie sind aber dennoch groß genug, damit wir sie hoffentlich gleich im Meer erkennen. Nachdem wir das Eis aufgegessen haben, ziehen wir schnell unsere Badehose und Bikini an und spazieren zum Strand 🍦.

Wir sehen bereits aus weiter Ferne ein paar Touristen gemeinsam mit einem Delfin im Wasser. Also nichts wie rein ins Meer. Dazu sollte gesagt sein: Es ist wirklich richtig kalt. Ein Neoprenanzug haben wir leider nicht mit dabei. Wir müssen also so durch. Was man nicht alles macht, um ein paar verspielte Delfine zu sehen. Wir kämpfen uns durch die Wellen weiter hinein ins Meer, bis wir nicht mehr stehen können. Doch als wir endlich angekommen sind, haben es sich die Delfine wohl anders überlegt und sind zu einer anderen Ecke der Bucht geschwommen. Bei uns jedenfalls taucht kein Delfin mehr auf. Wir warten noch ein wenig, doch dann beginnen wir zu frösteln und steigen enttäuscht aus dem Wasser. Da waren wir wohl ein wenig zu spät ins Meer gesprungen 👙.

Aber so schnell geben wir nicht auf. Ich spaziere ein wenig am Strand entlang zur anderen Seite der Bucht. Und siehe da: Ich habe die Delfine gefunden! Sie spielen richtig mit den Wellen. Eine ganze Gruppe von sechs Delfinen ist in der Welle sichtbar und lässt sich von hier tragen. So sprinte ich schnell zurück zu Franzi, um ihr die Delfine zu zeigen. Doch die Bucht ist recht groß. Als Franzi dann ankommt, sind leider keine Delfine mehr da .

Wir beschließen für heute die Delfinsuche einzustellen und nehmen erstmal eine heiße Dusche. Es war dann doch recht kühl geworden, vor allem wenn man mehrfach ins Meer springt 🐬.

Nach den Abendessen spazieren wir noch mit zwei Gläsern und einer Flasche Wein auf die andere Seite der Bucht zu einem weiteren Strand, wo zwischen 19-22 Uhr Pinguine entlang spazieren sollen.

So setzen wir uns auf die Steine am Strand und warten bei einem Glas Wein auf die Tiere. Doch leider kommen nur Touristen und keine Pinguine. Es ist sogar ein „Pinguinwächter“ da. Aber er hat heute wohl wenig zu tun 🐧.

Da es aber nicht der einzige Ort ist, um Pinguine in Neuseeland zu sehen, gehen wir dann erschöpft zurück zum Camper und probieren es woanders sicherlich noch einmal.

Neuer Tag, neues Glück! Gut ausgeschlafen geht es heute bereits 7 Uhr los. Die Delfinsuche wollen wir so schnell nicht aufgeben. Gestern hatten wir leider kein Erfolg. Vielleicht waren am Ende einfach zu viele Touristen da.

So spazieren wir bereits in Badebekleidung 7 Uhr am Morgen zum Strand. Die Außentemperatur ist auch noch nicht so hoch wie gestern Nachmittag. Da überlegt man es sich zweimal, in das Meer mit den hohen Wellen zu springen. Wir sind übrigens die einzigen auf den gesamten langen Strand.

Aber da wir uns nun schon so zeitig aus dem Bett gequält haben, reißen wir uns zusammen und gehen ins kalte Wasser. Ich möchte nochmal betonen: Es ist wirklich kalt, und das nicht nur für Franzi.

Wir schwimmen mit GoPro gewaffnet wieder über die Wellen bis das Wasser tiefer wird 🌊. Und siehe da, wir sind nicht allein! Wir sehen im Meer die Delfine aus dem Wasser springen. Und das Beste: Sie sind anscheinend sehr neugierig und schwimmen auf uns zu. Einer hat mich sogar berührt 😉.

Sie scheinen mit uns zu spielen. Sie schwimmen um uns herum, springen direkt vor oder auch mal hinter uns über die Wasseroberfläche und tauchen schnell wieder ab 🐬. Was für ein Erlebnis am frühen Morgen. Fast wären wir nicht nochmal ins Wasser gesprungen. Gut, dass wir es doch getan haben.

Wir waren hautnah und ganz allein ohne andere Touristen mit den Delfinen schwimmen. Und das alles noch vor dem Frühstück 😉. Apropos Frühstück. Langsam wird das Wasser doch recht frisch und wir müssen das Meer verlassen. Es folgt eine heiße Dusche zum Aufwärmen und ein leckeres Schokobrötchen.

Seelöwen und mehr auf unserer Tour durch die Catlins

Nach dem Frühstück verlassen wir die Curio Bay und erreichen die Niagara Falls. Diese sind jedoch etwas kleiner als ihr Vorbild in Kanada. Genauer genommen erkennen wir gar keinen Wasserfall, sondern nur einen Bach mit einem maximalen Gefälle von 20 Zentimetern.  Da hat sich wohl ein Neuseeländer einen Scherz erlaubt. Er hat sogar davor ein Schild „Niagara Falls“ hingestellt, damit keiner dieses Naturereignis übersieht.

Wir fahren dann doch lieber weiter zu den McLean Falls. Eine Wanderung durch den dicht bewachsenen Dschungel mit vielen großen Farnen führt uns zu einem richtigen Wasserfall 🌳. Der McLean Falls ist ganze 22 Meter hoch und das Wasser fällt im Anschluss über mehrere Steinterrassen noch weiter in das Tal hinab.

Nächster Stopp: Cathedral Caves. Das sind erschlossene Küstenhöhlen, welche von 2h vor bis 1h nach der Ebbe besucht werden können. Außerhalb dieser Zeit stehen die Höhlen unter Wasser. Wir haben aber extra die Gezeiten geprüft und sind genau zur richtigen Zeit bei den Höhlen. Vom Parkplatz muss man aber etwas länger dorthin laufen. Ca. eine Stunde dauert die Wanderung zu den Höhlen. Erst wandern wir quer durch den Regenwald bis man die Küste erreicht. Dann geht es steil bergab und dann über den breiten Strand zur Höhle ☀.

Der Weg war recht schön. Die Höhlen sind recht touristisch und daher auch für unseren Geschmack etwas überlaufen. Sie sind zwar schon sehenswert, aber sicherlich kein Highlight einer Neuseelandreise. Nachdem wir dann durch die dunkleren Höhlen durchgelaufen sind, geht es wieder den ganzen Weg bergauf zum Parkplatz zurück.

Nach dem Mittag fahren wir weiter entlang der Southern Scenic Route und stoppen kurz nochmal bei dem Florence Lookout. Er liegt auf einer Anhöhe und man hat wirklich einen klasse Ausblick auf das Tal und den breiten Strand, wo wir vor wenigen Stunden noch zu Fuß zu den Höhlen gelaufen sind 🕶️.

Ein Werbeschild lockt uns wenige Kilometer weiter zur Lost Gypsy Gallery. Hier trinken wir einen Kaffee und besuchen die kuriose Kunstgalerie ☕. Vor mir ist ein Knopf mit der Frage „Kann ich der Versuchung wiederstehen?“. Natürlich nicht. Ich drücke auf den Knopf und werde prompt nassgespritzt.

In einer Art umgebauten Bus wird hier allerhand ausgestellt. An der Decke dreht sich der Kopf einer nackten Babypuppe während überall an den Wänden alles blinkt und eine Modelleisenbahn durch den Raum fährt. In jeder Ecke stecken neue lustige und auch merkwürdige Ausstellungsexponate 😉. Diese Galerie im Wagen ist sogar kostenlos und ist einen Stopp sicherlich wert. Weil es so schräg hier ist, entscheiden wir uns auch noch für wenige Euro den restlichen kostenpflichten Teil der Ausstellung anzusehen.

Unser Roadtrip geht weiter zur Surat Bay 🏖️. Hier führt uns ein fast zweistündiger Spaziergang durch die Bucht über den breiten und nicht enden wollenden Sandstrand. Und wir sind wieder nicht allein.  Touristen haben wir nach den ersten 500 Metern keine mehr gesehen. Dafür aber die hier lebenden Seelöwen und Pelzrobben. Es gibt kein Zaun, der die Besucher von den Tieren trennt. Man ist quasi „hautnah“ dabei. Jedoch sollte man einen gewissen Mindestabstand halten. Wir wollen ja nicht das Revier den Seelöwen streitig machen. Auch will ich nicht, dass ein über 500 kg schweres Tier mich versucht zu beißen 😉.

Neben den kleinen Robben entdecken wir erst einen großen Seelöwen im Meer schwimmend und dann noch einen auf dem Sandstrand. Und er ist wirklich groß und dick. So einen riesigen Seelöwen haben wir bisher noch nicht gesehen. Wir machen mit ein wenig Sicherheitsabstand ein paar Beweisbilder, dass der Seelöwe mit ausgestrecktem Kopf fast genauso hoch ist wie Franzi und lassen ihn dann allein sich am Strand sonnen, während wir weiter spazieren.

Doch der Tag ist noch nicht zu Ende. Ich habe für uns noch eine Wanderung rausgesucht.  Wir fahren ein wenig weiter und am frühen Abend geht es noch zum Nugget Point. Über einen schmalen Landstreifen erreichen wir zu Fuß das Kap mit seinem Leuchtturm. Direkt davor befindet sich auf einer Länge von fast einem Kilometer überall im Wasser herausragende Felsen. Daher hat das Kap auch seinen Namen. Die Felsen sehen in der Abendsonne aus wie Goldklumpen, also auf Englisch: „Nuggets“ 🕶️.

Nur wenige Meter vom Leuchtturm entfernt ist auf meiner Offline Karte ein Punkt „Pinguin Lookout“ eingezeichnet. Mit wenig Hoffnung laufen wir aber zu dem Aussichtpunkt, der auf Anhieb gar nicht so einfach zu finden ist. Doch wir sehen zwei weitere Touristen dort stehen. Und siehe da: Wir haben endlich Glück. Gerade kommen aus dem Wasser zwei Pinguine. Sie laufen über den Strand auf die dahinter befindliche Wiese. Dort nehmen sie einen kleinen Trampelpfad anscheinend zu ihren Nistplätzen. Es ist wirklich schön die beiden Pinguine dort so langlaufen zu sehen 📹.

Da hat sich die letzte Wanderung für heute doch noch gelohnt. Heute haben wir wirklich viel erlebt. Wir fahren nun nur noch nach Dunedin und parken unseren Camper auf einem Campingplatz. Dann gehen wir noch ein wenig in die Stadt und suchen uns ein Restaurant.

Heute leisten wir uns mal ein richtiges Abendessen in einem schicken Lokal. Warum? Das liegt daran, dass heute Weihnachten ist 😊.

Es gibt Spareribs sowie Hühnchen umwickelt mit Bacon und Ziegenkäse sowie Salat. Dazu ein kühles Bier und einen Cidre. Ein wirklich guter Abschluss vom Tag 🥂.

Pinguin Alarm!

Die nächsten Tage spielt das Wetter leider nicht mehr ganz so mit. Es ist bewölkt und regnet. Wir schauen uns ein wenig die Stadt Dunedin an. Doch viele Geschäfte haben geschlossen. Nur die Cadbury Schokoladenwelt hat geöffnet. Also geht es dort hinein, ein wenig Schokolade probieren.

Der Regen hat dann etwas nachgelassen und wir entscheiden uns wieder in die Natur zu fahren. Auf unserer App „Wikicamps“ haben wir den Katiki Point gefunden. Hier soll man ganz nah verschiedene Tiere entdecken können. Wir sind gespannt und fahren spontan hin 😊.

Der Katiki Point liegt wieder an der Küste und heute ist es recht windig. Mit dem Nieselregen nicht das beste Wetter für eine Wanderung. Aber es könnte ja schlimmer sein. Wir packen unsere Regenjacke aus und laufen los.

Als wir ankommen, werde wir gleich von mehreren Pinguinen begrüßt. Einer schläft auf der Wiese, ein anderer spaziert gerade vom Strand ins Gebüsch. Je mehr man hier wartet und die Natur beobachtet, desto mehr Pinguine sieht man 🐧.

Dabei handelt es sich im Übrigen um die Gelbaugenpinguine.

Sie gehören gemeinsam mit den Galapagos Pinguinen zu den seltensten Pinguinarten der Erde. Umso mehr freut es uns, sie hier zu erleben.

Immer wieder entdecken wir einen neuen Pinguin. Wir sind so fasziniert von den Tieren, dass uns der Wind und Nieselregen gar nichts mehr ausmacht. Die Pinguine sind hier auch nicht allein. Läuft man ein Stück weiter, stößt man auf eine ganze Ansammlung von Seelöwen. Direkt daneben befindet sich eine Wiese, wo gerade hunderte Möwen sitzen bzw. durch die Luft fliegen.

Es ist wirklich schön hier und wir können jeden empfehlen, auch einen Stopp während der Reise am Katiki Point einzulegen 🔭.

Dann geht es für uns weiter nach Oamaru 🚐. Dort lebt am Hafen eine weitere Pinguinkolonie. Diese wurde aber kommerzialisiert. Es wurde ein großer Zaun und Sitzbänke dort hin gebaut. Täglich 22 Uhr kommen hier dann große Reisebusse hin und beobachten nachts die Tiere auf ihren Weg zu den Nistplätzen. Das Ganze kostet 20 Euro Eintritt und Fotografieren ist nicht erlaubt.

Wir haben ein wenig im Internet recherchiert. Dort wird uns geraten diese Attraktion lieber auszulassen und 22 Uhr einfach am Hafen vor den Toren des Anbieters zu warten.

So parken wir direkt auf dem Parkplatz am Hafen und bereiten uns erstmal das Abendbrot zu. Dann merken wir, dass wir hier nicht allein sind. Es haben wohl viele die gleiche Idee. Wir treffen sogar zwei Mädels aus Bayern, welche gerade durch Neuseeland reisen. Gemeinsam mit Ihnen machen wir uns nun auf die nächtliche Suche nach Pinguinen.

Und die Angaben im Internet stimmen wirklich. Überall vor dem kostenpflichtigen Bereich tauchen nach und nach gegen 22.30 Uhr Pinguine aus dem Meer auf, warten kurz und überqueren in kleinen Gruppen die Straße. Sie laufen schnell mit ihren kleinen Füßen zu den Wiesen und Sträuchern auf der anderen Seite 🐧.

Die Straße ist hier übrigens abends immer wegen der Pinguine gesperrt. Auch ist es wichtig einen gewissen Abstand zu den Pinguinen zu halten. Sonst sind sie verängstigt und trauen sich nicht die Straße zu überqueren. Dies haben anscheinend einige asiatische Touristen nicht verstanden. Englisch verstehen diese meist auch nicht, sodass man sie einfach ein wenig zur Seite ziehen muss.

Aber der Tipp im Internet war genau richtig. Wir haben wirklich viele Pinguine heute Abend hier gesehen. Es hat richtig Spaß gemacht, den kleinen Tieren bei ihrem Weg aus dem Wasser zuzusehen. Diese Momente werden sicherlich noch lang in unseren Erinnerungen bleiben.

Wir verabschieden uns dann von den beiden Mädels aus Bayern. Wir werden die beiden auch bald wiedersehen. Sie haben nämlich recht ähnliche Reisepläne für die nächsten Tage. So tauschen wir noch die Nummern aus und fahren dann direkt ans Meer zu einem kostenlosen Campingplatz, wo wir die heutige Nacht verbringen werden und von vielen Pinguinen träumen können 😊.

Alle unsere Bilder findet ihr in voller Auflösung auf FlickR. Viel Spaß beim Anschauen 😊.

Besucht einfach unser Album: Die Catlins und Dunedin

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