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Fenghuang – Ein Spaziergang durch die historische Altstadt

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Mit dem Bus nach Fenghuang

In Zhangjiajie haben wir bereits einen lokalen Bus nach Fenghuang gebucht 🚍.  Es geht gleich gegen 9 Uhr am Morgen mit vielen weiteren Chinesen los. Im Bus befinden sich noch zwei weitere westliche Touristen neben uns. Die Fahrt soll vier Stunden dauern. Diesmal haben wir auch eine chinesische Reiseführerin im Bus dabei. Dies ist neu für uns bei Langstreckenfahrten mit einem Bus. Jedoch spricht und versteht sie kein Wort Englisch. Sie erzählt, soweit wir es anhand von Bildern, welche sie hochhält deuten können, von der Historie der Stadt sowie den besonderen Snacks, welche man dort kaufen kann 🍬. Natürlich hat sie von diesen verschiedenen Süßigkeiten große Packungen zum Verkauf im Bus mit dabei. Jeder darf erst einmal probieren, auch wir 😊. Keine Ahnung, was wir probieren. Es ist jedoch sehr klebrig und schmeckt uns nicht. Den Chinesen scheint es zu gefallen, denn sie kaufen gleich im Bus große Mengen von diesen Süßigkeiten. Mit ihren Erklärungen ist die Dame auch sehr ausführlich. Sie schafft es insgesamt 2h der Fahrt alle Chinesen zu unterhalten. Da Chinesen auch keine Stille mögen und gern unterhalten werden, gefällt es allen im Bus sehr gut und die Chinesen applaudieren auch oft. Wir verstehen leider kein Wort und können auch nicht während ihrer Rede schlafen. Sie nutzt nämlich ein Mikrofon und Lautsprecher, damit es auch wirklich alle im Bus hören 🚌.


Nach der ‚interessanten‘ Busfahrt erreichen wir dann den Busbahnhof von Fenghuang. Dieser liegt auf einem kleinen Berg und zum Hostel trennen uns noch 2 km auf einer hügeligen Straße. Wir überlegen, ob wir laufen und den Rollstuhl nutzen. Aber nach unseren schlechten Erfahrungen mit langen Strecken auf dem Rollstuhl und viel Gepäck aus Dujiangyan, entscheiden wir uns lieber 2,50 Euro in eine Taxifahrt zu investieren 🚗.

Im Hostel angekommen, erhalten wir erst nur ein kleines Zimmer mit einer chinesischen Toilette. Dabei fehlt der Sitz und man muss sich immer hinhocken. Dies ist recht schwierig mit gebrochenen Knöchel. So fragen wir nach einem anderen Zimmer und bekommen sogar ein kostenloses Upgrade. Jetzt haben wir ein doppelt so großes Zimmer und sogar eine westliche Toilette. Wie praktisch 😊.

Unterwegs mit Roma von Couchsurfing

Unser Hostel liegt nur zwei Gehminuten vom Tuo Fluss entfernt, welcher das touristische Zentrum der Stadt bildet.  So schlendern wir am späten Nachmittag durch die Stadt am Fluss entlang 🏯. Von der Promenade hat man eine wunderbare Aussicht auf die Altstadt mit ihren historischen Pfahlbauten. Über den Fluss führen auch zahlreiche Brücken – ein chinesisches Venedig eben😊. Eine der vielen Flussüberquerungen besteht auch nur aus einzelnen Steinen, über welche man auf die andere Uferseite hüpfen kann. Die Steine werden auch immer mal wieder vom Wasser überflutet und sind sehr rutschig. Trotz des großen Andrangs auf der Überquerung sehen wir keinen Touristen, welcher im Wasser landet. Auch ich wage mich über die Steine und erreiche trocken die andere Uferseite. Franzi wählt einen schmalen Holzsteg für die Überquerung. Über Steine hüpfen ist mit dem gebrochenen Knöchel doch etwas voreilig. Auch Franzi kommt trotz der vieler Chinesen auf den Holzplanken trocken auf der anderen Seite an.

Über die Plattform Couchsurfing hat uns Roma gefragt, ob wir uns mit ihr am Abend treffen wollen. Sie wohnt in Jishou und ist in Fenghuang aufgewachsen. Sie arbeitet als Lehrerin an einer Sprachschule und unterrichtet Kinder in Englisch. Bisher hatten wir immer eine wunderbare Zeit mit unserem Couchsurfing Kontakten und freuen uns auf den Abend.

Sie holt uns am Abend mit einen großen Van ab. Sie kommt nicht alleine. Mit dabei ist ihr Mann sowie eine Arbeitskollegin. Dann holen wir noch zwei Freundinnen ab und unser Wagen ist gut gefüllt 🚗.

Erster Stopp: Abendessen. Wir haben Hunger und Roma führt uns in eines ihrer Lieblingslokale der Stadt. Sie und ihre Freunde bestellen für uns Essen, da es auch wieder nur eine chinesische Karte gibt. Wir sitzen an einen großen runden Tisch mit einer Drehplatte. Darauf platziert der Kellner nun zahlreiche Speisen. Es gibt ein Schweine- und ein Rindfleischgericht sowie vegetarische Speisen wie Pilze und eine Tomatensuppe mit Ei und natürlich Nudeln sowie Reis 🍜. Der ganze Tisch ist voll und es riecht lecker. Dazu gibt es ein kühles chinesisches Bier. Wir lassen es uns schmecken und genießen den geselligen Abend. Roma und ihre Freunde laden uns sogar zum Essen ein. Wir sind begeistert, wie gastfreundlich wir hier aufgenommen werden.

Weiter geht es zurück zum Fluss. Dort befinden sich zahlreiche Bars mit Karaokemusik und DJs 🎤. Wir setzen uns mit der ganzen Truppe in eine der Bars und werden gleich wieder eingeladen. Die Barkeeperin stellt uns gleich 14 Flaschen Bier, Erdnüsse und ein paar Scheiben Wassermelonen auf den Tisch. Dazu gibt es viele Würfel sowie ein paar Klatschen zum lauten Applaudieren, wie man es vielleicht in Deutschland von den Fanartikeln bei der Fußball-WM kennt.  Auf der Bühne singt ein Chinese recht professionell verschiedene chinesische Lieder und bekommt mit diesen Plastikklatschen nicht nur von den weiblichen Gästen sehr viel Applaus 💃🏻. Später übernimmt dann ein DJ mit chinesischer Partymusik 🎼. Derweil wird uns von Roma und ihren Freunden der Sinn der Würfel erklärt. Sie dienen einem Trinkspiel. Wenn man einen Pasch, also zwei gleiche Augenzahlen würfelt, muss man nicht trinken. Sonst muss man immer einen Schluck Bier nippen. Gut, dass wir einige Flaschen auf unseren Tisch haben. Es handelt es sich aber nur kleine Biere. Unsere chinesischen Gastgeber sind aber nicht so viel Bier gewöhnt, wie vielleicht ein deutscher Tourist aus Bayern. So genießen wir einen lustigen Abend und machen viele Bilder mit unserer Gruppe.

Am Abend geht es für sie dann wieder nach Jishou und für uns ins Hostel. Wir bedanken uns nochmal vielmals für den lustigen Abend und die ganzen Einladungen. Wieder einmal hat uns China sehr positiv überrascht.

Unsere Stadttour durch Fenghuang

Den nächsten Tag nutzen wir für eine ausführliche Tour durch die Stadt 🏙️. Wir kaufen uns ein Ticket, womit wir alle historischen Häuser auch von innen besichtigen können. Mit dabei ist auch eine 30-minütige Bootsfahrt auf den Tuo Fluss. Wir steigen in ein kleines nicht motorisiertes Holzboot und fahren ohne nervige laute Geräusche leise den Fluss abwärts. Auf dem Boot befindet sich neben uns nur noch eine weitere Touristin und der Bootsfahrer. Langsam geht es vorbei an den alten Pfahlbauten und den bunten chinesischen Flaggen. Wir durchqueren auch die historische Hong Brücke, welche auch als Regenbogenbrücke bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine große Steinbrücke, auf der Häuser und Geschäfte darauf errichtet wurden. Wir genießen die Fahrt und steigen an der Wanming Pagode aus. Dann geht es weiter zu Fuß am Fluss entlang. Den Rollstuhl haben wir im Hostel gelassen 😊. Die Stadt ist sehr alt und besteht nur aus vielen Treppen und unebenen gepflasterten Wegen. Durch die verwinkelten Gassen erkunden wir im Anschluss die Altstadt neben dem Fluss. Durch ein großes Stadttor gelangt man zu den engen Straßen mit vielen Shops, Restaurants sowie alten Tempeln und historischen Häusern von Künstlern oder wichtigen chinesischen Personen. So erhalten wir auch einen Einblick, wie damals die Menschen gelebt haben und wie ihre Häuser samt Inneneinrichtung aussahen.  Mit zu unserer Stadttour gehört auch ein Spaziergang auf der alten Stadtmauer und ein kurzer Aufstieg zu einen der kleinen Kontrolltürme der damaligen Stadttore. Der Weg führt uns weiter zu einer sehr schönen Anlage – dem Tempel der drei Könige 🏯. Über eine sehr lange und steile Treppe gelangen wir zum Eingangstor. Dieser wird von einem bunten steinernen Drachen bewacht. Von oben haben wir einen sehr guten Ausblick über die Dächer der Altstadt. In der Anlage befinden sich viele bunte Torbögen und kleine Gärten. Die Treppen, Geländer und auch Tempeleingänge sind verziert mit vielen roten Bändern, welche den Gästen der Anlage Glück bringen sollen. So ist der Tempel sehr fotogen und wir machen viele Bilder, bevor es wieder die lange Treppe zurück in die Altstadt geht.

Nach einem kurzen Erholungstopp am späten Nachmittag geht es für eine Stärkung zu einem Restaurant am Fluss. Hier gibt es für uns gebratene Pilze und Schweinefleisch mit Reis 🍜. Die Pilze hatten wir bereits mit Roma am letzten Abend probiert. Sie schmecken sehr lecker, da sie hier in der Region frisch gepflückt und zubereitet werden.

Dann geht es nochmal für eine Abendtour durch die Altstadt entlang des Flusses.

Nachts ist Fenghuang wunderschön beleuchtet 🏙. Besonders am Fluss hat die Stadt eine besondere Atmosphäre am Abend. Die Stadtmauer und alle Brücken erstrahlen im Licht. Selbst ein Wasserrad am Flussrand wird mit einem Scheinwerfer bestrahlt. So lohnt es sich nochmals nach Sonnenuntergang einen längeren Spaziergang durch Fenghuangs historischen Stadtkern zu unternehmen.

Mit so vielen Eindrücken geht es nach einen langen Tag erschöpft zurück ins Hostel. Der Ort hat uns sehr gut gefallen und erinnert an eine typische chinesische alte Stadt wie aus einem Reisekatalog.

Fenghuang ist nicht so groß und hektisch wie andere chinesische Metropolen 🏙️. Ein Stopp lohnt sich auf jeden Fall 👍.

Wir buchen nun noch schnell am Abend im Hostel ein Busticket für den nächsten Tag bevor es ins Bett geht. Eine lange Busfahrt liegt morgen vor uns 🚍. Mal schauen was wir diesmal erleben werden.

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