Sulawesi – Unterwegs im Hochland der Toraja

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Mit Flugzeug und Bus geht es nach Rantepao (Indonesien)

Heute heißt es wieder 5.30 Uhr aufstehen! Verschlafen packen wir unsere Rucksäcke und essen sehr süße Schokobrötchen zum Frühstück, welche wir uns den Tag davor im Supermarkt gekauft haben.

Nach ca. 3 Wochen verlassen wir wieder Malaysia und fliegen nach Indonesien 🛫. Mit einen Grabcar (Taxi) geht es für uns zügig zum Flughafen von Kuala Terengganu. Wir kommen 90 Minuten vor Abflug am Terminal an, doch hier ist noch alles dunkel und kein Personal munter. Es scheint wohl ein kleinerer Flughafen zu sein 😉. 1 Stunde vor Abflug gehen die Lichter an und wir können einchecken. Heute haben wir eine lange Reise vor uns. Erst fliegen wir nach Kuala Lumpur und dann weiter nach Makassar in Indonesien. Im Flieger bemerken wir eine Gruppe, in der die Frauen komplett in schwarz bekleidet sind. Auch der Kopf ist mit einem Schleier vollständig verhüllt. Es sind nicht einmal die Augenbereiche frei. Sie sehen also gar nichts. Ihre Männer führen sie durch das Flugzeug bis zu ihren Plätzen. Bei der Einreisekontrolle und Visaerstellung fragen wir uns, ob so jede Person einreisen kann. Der Beamte erkennt ja nicht, wer unter dem Kopftuch und den ganzen Schleiern steckt 😃. Doch am Zielflughafen gibt es spezielle Räume mit Angestellten für solche Gruppen. Die Frauen müssen für wenige Sekunden dann vor autorisiertem weiblichen Personal ihre Kopfbedeckung ablegen, um eine Einreiseerlaubnis zu erhalten.

Mit einer Stunde Verspätung erreichen wir gegen 18 Uhr die Hauptstadt von Südsulawesi: Makassar. Leider sind wir aber für heute noch nicht an unserem endgültigen Ziel angekommen. Am Flughafen wartet bereits Theo von Vifa Holiday DMC Indonesia auf uns. Ich hatte Ihn zuvor via Whatsapp angeschrieben und gefragt, ob er für uns Bustickets nach Rantepao kaufen kann. Denn unser Reisetag ist auch gleichzeitig der letzte Ferientag in Indonesien und alle Langstreckenbusse sind meist ausgebucht.

Freundlich begrüßt uns Theo am Flughafen und winkt mir entgegen 🙋‍♂️. Er ist mit seinem Auto da und bringt uns gleich zum privaten Busbahnhof des Anbieters Primadona. So müssen wir nicht extra noch ein Taxi nehmen. Der Busbahnhof ist eine Art Garage mit einem kleinen Schreibtisch und Computer, in der unsere Bustickets ausgestellt werden.

Wir haben noch zwei Stunden Zeit bis der Bus losfährt und suchen etwas zu Essen an der Hauptstraße. Jedoch ist dies nicht ganz so einfach. Wir befinden uns etwas außerhalb der Stadt und niemand spricht Englisch. In allen Straßenküchen gibt es nur „Coto“.  Da wir keine anderen Angebote finden, bestellen wir uns beiden dieses unbekannte Gericht und warten gespannt auf unser Essen.

Wir erhalten eine Art Gemüsebrühe mit merkwürdig schmeckenden zähen Fleisch 🐂. Dazu gibt es Reis, eingewickelt in Bananenblätter. Uns schmeckt es nicht so gut. Später recherchieren wir im Internet nach unseren Abendessen. Coto ist ein sehr bekanntes und verbreitetes Gericht in der Region um Makassar. In der Suppe befindet sich neben Rindfleisch auch Kutteln, Rinderleber und Rinderherz. Wir werden es sicherlich nicht so schnell wieder bestellen 😝. Nach dem Essen wollen die Einheimischen noch alle ein Selfie mit uns machen und dann geht es zurück zur Garage des Busanbieters.

Dort treffen wir Adela und Michael aus der Tschechischen Republik. Sie waren 2,5 Jahre in Neuseeland arbeiten und reisen nun Stück für Stück durch Asien zurück in ihre Heimat. Gemeinsam beschließen wir in den kommenden Tagen die Umgebung von Rantepao mit einem Guide zu erkunden. Zu viert kostet dann ein Guide mit Auto und zusätzlichen Fahrer nur noch ca. 15 Euro pro Person 🙂 und wir erfahren mehr über die Kultur und das Land.

21 Uhr fährt dann endlich unser Bus an der Garage vor. Viele Backpacker haben uns vor unbequemen Bussen in Indonesien gewarnt. Doch als wir in den Bus einsteigen, sehen wir nur eine moderne Ausstattung. Wir haben Schalensitze mit Massagefunktion, wie in der Businessklasse vom Flugzeug. Es sind auch maximal 3 Sitze in einer Reihe angeordnet. Unsere Beine können wir auch austrecken und den Sitz elektrisch zu einer Liege ausfahren. Als Snack wird uns ein Stück Kuchen und Wasser gereicht. Auch während der ganzen Fahrt haben wir Internet im Bus. Über kleine Lautsprecher vernehmen wir Musik aus den 80er und 90er Jahren 🎼.

Entspannt liegen wir in unseren Sitzen und los geht’s ins Torajaland nach Rantepao. Wir sind nun ca. 9h im Bus unterwegs und verbringen hier auch die Nacht. Trotz der bequemen Sitze fällt es uns aber schwer zu schlafen. Über kleine und enge Straßen fahren wir durch das kurvenreiche Hochland. Unser breiter Bus benötigt beide Spuren der Straße und muss bei Gegenverkehr immer stark bremsen. Auch gibt es viele Schlaglöcher. Der Busfahrer versucht diesen meist auszuweichen. So werden wir auf der Fahrt gut durchgeschüttelt😏. Teilweise fehlt auf der Straße auch ganz der Asphalt und es geht über holprige Wege weiter. Müde erreichen wir dann gegen 6 Uhr unsere Unterkunft Pia Poppies in Rantepao und freuen uns auf 5 abwechslungsreiche Tage im Hochland von Sulawesi.

Torajaland - Kaffee, traditionelle Häuser und Beerdigungszeremonien

Rantepao liegt inmitten des Toraja Hochlandes und bildet das touristische Zentrum der Region.  Durch die längere Anreise finden wir aber im Ort nicht sehr viele Touristen oder Reisegruppen vor. Das Torajaland ist bekannt für kleine Dörfer mit traditionell gebauten Häusern, Reisfeldern sowie seiner Kultur. Hier leben die Sadang-Toraja, welche noch vor 120 Jahren als Kopfjäger gefürchtet waren. Besonders bekannt sind ihre prachtvollen Beerdigungszeremonien, welche bis zu einer Woche andauern.

Nach Ende unserer Busfahrt 🚌 um 6 Uhr können wir leider noch nicht einchecken. Wir lassen die schweren Rucksäcke im Hotel und laufen in die Stadt. Als erstes erledigen wir unsere organisatorischen Aufgaben. Franzi kauft sich eine lokale Simkarte, damit wir Guides und Unterkünfte besser kontaktieren können. Wir treffen in Rantepao auch das tschechische Pärchen wieder. Theo von der Reiseagentur hatte uns vor der Busabfahrt noch eine Empfehlung für einen Guide in Rantepao gegeben. Wir rufen ihn gemeinsam an, und vereinbaren eine Tour am kommenden Tag, auf die wir uns jetzt schon freuen.

Die Region um Rantepao ist bekannt für seinen guten Arabica Kaffee ☕️. Wir sehen auch viele Kaffeebäume am Rand der Straßen wachsen. Das Toraja Hochland ist in Indonesien eine der wenigen Gebiete, in welchen diese Bohnen angebaut werden können. Um munter zu werden, trinken wir in einer der Seitenstraßen einen solchen Kaffee 😉. Dies soll der beste Kaffee in Indonesien sein. Die Bohnen werden hier auch direkt geröstet und gemahlen.

Der Eigentümer des Kaffeeshops freut sich über unseren Besuch und macht plötzlich an seinen Fernseher über Youtube Musik an. Er zeigt uns ein Musikvideo von Peter Maffay mit deutschen Untertiteln und fängt an das Lied mitzusingen. Er singt auf Deutsch, auch wenn er den Text nicht versteht. Wir haben also einen Peter Maffay Fan in Indonesien gefunden 🎤.

Im Anschluss zeigen wir Ihm unseren Youtube Kanal und erklären ihm, dass er auch in einen der nächsten Videos zu sehen ist. Daraufhin läuft er mit uns durch sein Haus und zeigt uns stolz seine Kaffeeproduktion für den Film. Auf dem Dach hat er sein Mahlwerk und eine Röstmaschine aufgebaut, welche mit Gaskartuschen betrieben wird.

Anscheinend ist er so begeistert, bald ein Youtube Star zu sein 😊, dass er uns kostenlos auf eine Tour mit seinem Auto durch das Toraja Hochland einlädt. Wir nehmen erfreut das Angebot an. Der kleine orange Toyota parkt direkt im Erdgeschoss seines Hauses hinter den Verkaufstheken für seinen Kaffee. Schnell schiebt er den ganzen Shop beiseite, sodass er das Auto auf die Straße fahren kann. Nun steigen wir mit ihm und seiner Frau ins Auto und los geht’s.

Leider sprechen beide so gut wie kein Englisch. Sie versuchen uns aber alles bestmöglich mit einfachen Worten zu erklären. Er erzählt uns, dass gerade eine große Beerdigungszeremonie einer reichen Familie im Nachbardorf stattfindet. Wir kaufen eine Stange Zigaretten 🚬 als Gastgeschenk für wenige Euro und fahren zu unserem ersten Ziel.

Die Größe und Dauer der Toraja-Bestattungen ⚰️ richten sich nach der Kaste des Toten. Je höher die Kaste und das Vermögen der Familie ist, desto prächtiger ist die Bestattung. Dafür wird bei wohlhabenden Familien extra ein eigenes „Bestattungsdorf“ für die Feierlichkeiten errichtet, wo die Gäste empfangen werden. Die Feierlichkeiten gehen meist 1-2 Wochen. In den wohlhabenden Raja-Kasten werden bis zu hundert Büffel und Schweine geopfert, während in armen Kasten oft nur ein Hahn genügen muss.

Eine Beerdigung im Torajaland findet auch nicht direkt nach dem Tod eines Familienangehörigen statt. Durch die hohen Kosten müssen die Familien oft jahrelang sparen und verschulden sich auch oft. So werden die meist schon jahrelang, einbalsamierten Toten im Haus gelagert.

Endgültig werden Sie nach den Feierlichkeiten in einer dorfnahen Felswand in beschnitzten Holzsärgen, in Grabkammern, Beinhäusern oder Karsthöhlen bestattet.

Wir besuchen eine Zeremonie einer sehr wohlhabenden Familie bei Kesu Malenong. Dafür sollten Touristen lange und dunklere Kleidung als Respekt vor dem Toten tragen. Wir sehen bereits vom weiten das geschmückte Bestattungsdorf und die zahlreichen Gäste. Es sind bestimmt an die 1000 Gäste heute gekommen. Alle bringen Geschenke für die Familie mit. Dabei ist das häufigste Geschenk ein Schwein 🐖, was später geopfert wird. Die Schweine sind bereits an Bambusstangen gefesselt und werden zu den Familienangehörigen getragen. Auch einige geschmückte Büffel werden den schlammigen Weg hin zur Feier gezogen.

Die Büffel gelten hier in der Region als eine Art Statussymbol. Sie werden täglich von den Besitzern gewaschen, ausgeführt und per Hand gefüttert. Ein sehr gepflegter Büffel, welchen man an seinem glänzenden Haar erkennt, kann zusammen mit einem schönen Muster auf der Haut so bis zu 150.000 Euro wert sein.

Nachdem die Tiere den Gastgebern vorgeführt wurden, muss eine Opfersteuer pro Tier bezahlt werden. Danach werden die Tiere an den Seitenrand gebracht und getötet. Wir sehen zahlreiche Schweine am Wegrand liegen, welche direkt mit einem Messerstich ins Herz getötet werden. Anschließend werden die Innereien per Hand entfernt und das Tier mit einem gasbetriebenen Flammenwerfer geröstet. Das Fleisch wird dann in den umliegenden Küchen zubereitet und im ganzen Dorf an die ärmeren Familien verteilt.

Die Bestattungen sind recht blutig und nichts für Zartbesaitete. Überall quieken und japsen die an den Bambusstangen zusammengebundenen lebenden Schweine laut; das Ganze hat was von Tierquälerei. Uns tun die Tiere leid und finde es schade, dass so viele Tiere vor der Opferung so gequält werden. Es ist aber immer schwierig Tradition der Toraja Stämme und der Tierhaltung in Einklang zu bringen.

Wir haben bei der Zeremonie heute viel gesehen, aber noch nicht alles verstanden. Daher beschließen für den morgigen Tag einen weiteren Besuch einer zweiten Zeremonie, diesmal mit einem ortskundigen Guide.

Aber erst mal geht unsere Fahrt mit Andi, unseren Kaffeehändler, und seiner Frau Sarah durch das Torajaland zu dem altehrwürdigen Torajadorf Kete Kesu weiter. Dieses liegt inmitten sattgrüner Reisfelder 🌾. Das Clanhaus Tonghonan Kesu gehört zu den ältesten der Gegend.

Diese traditionellen Tongkonan Häuser besitzen als Merkmal einen in der Mitte stark nach unten gebogenen Balken, dessen beide Enden steil in den Himmel weisen. Von der Seite betrachtet, erinnert die Dachform an einen Schiffsrumpf oder an Büffelhörner 🐃. Die Größe dieser in den Himmel ragenden Dächer symbolisiert den Reichtum der dort lebenden Familie. Am Pfeiler von der Vorderseite des Hauses hängen prachtvolle Horntrophäen vergangener Bestattungen. Die Wohnhäuser sind in einer Reihe angeordnet. Gegenüber der Häuserzeile befinden sich in gleicher Form, nur kleiner, aus Holz und Bambus erbaute Reisspeicher. Hier wird die Ernte durch kunstvoll bemalte Wände mit Sonnen-, Hahn- und Büffelmotiven vor bösen Geistern und Einflüssen magisch geschützt.

Nun haben wir Hunger! Zum Mittag gibt es in einer einheimischen Küche das traditionelle Gericht Pa’Piong. Laut Lonely Planet soll man dies unbedingt probieren. In einem Bambusrohr wird Schweinefleisch 🐷 mit Gemüse und Reis über 1 Stunde gekocht und dann serviert. Uns hat es leider nicht so gut geschmeckt. Das Schweinefleisch besteht fast nur aus Fett und war nicht so lecker.

Nach dem Essen haben wir noch die Tochter und Schwester von Sarah eingesammelt. Wir sind nun zu 6. in dem kleinen Familienauto unterwegs 🚗. Die Tochter kann sogar etwas Englisch. Viele Menschen hier sind übrigens Christen. So findet man immer wieder Kreuze und kleine Kirchen an der Straßenseite. Auch auf einen Hügel, welcher vor Rantepao emporragt, befindet sich ein großes beleuchtetes Kreuz mit einem darunterliegenden Schriftzug „Toraja“. Es sieht aus wie in Hollywood 😊.

Als nächsten Stopp besuchen wir den regionalen Viehmarkt von Rantepao. Dort befinden sich ganz viele Büffel, Hühner und Schweine. Die Schweine kann man sogar gleich zusammengebunden an Bambusrohren für die Beerdigungszeremonien fertig kaufen. Ein Ochse schubst beim Marktspaziergang Franzi leicht mit den Hörnern. Da habe ich gleich einen anderen Weg durch den Viehmarkt gewählt 🐔.

Danach werden noch Bananen gekauft und weiter geht die Fahrt auf kleinen Straßen entlang von vielen Reisfeldern und idyllischen Dörfern in die Berge. Dabei hat das kleine Auto Schwierigkeiten, uns sechs Personen bergauf zu bekommen. Bei einer Kurve platzt dann plötzlich der linke Hinterreifen. Waren wir vielleicht zu schwer 😀? Ich glaube, es lag aber eher an den vielen tiefen Schlaglöchern auf der Straße. Wir machen eine kurze Pause und tauschen den Reifen aus. Zum Glück hat Andi noch ein Ersatzrad mit dabei. So können wir bereits nach 15 Minuten unsere Fahrt fortsetzen.

Es geht über viele Kurven hinauf zu Aussichtspunkten über das Torajaland. Leider ist es heute etwas bewölkt ☁️. Dennoch sehen wir viele Reisfelder und im Hintergrund die Stadt Rantepao, von welcher wir kommen. Wir machen einen Stopp und trinken Tee und Kaffee mit der Familie.

Während der Fahrt versucht uns Sarah auch immer wieder mit Erdnüssen und Bananen 🍌 zu füttern. Wir sind bereits so voll, dass wir keine weitere Banane mehr vertragen können. Sie fragen uns schon, ob Deutsche nicht viel Essen, da Indonesier immer essen müssen.

Es ist Nachmittag und die Müdigkeit macht sich langsam bemerkbar. Ich nicke immer wieder ein, aber werde bei jedem Schlagloche sanft geweckt 😊. Gegen 17 Uhr sind wir dann nach unserer Tour wieder in Rantepao angekommen. Wir bedanken uns für die schöne Tour. Andi und Sarah möchten uns gleich wieder am nächsten Tag einladen. Doch da haben wir ja bereits unseren Guide gebucht und müssen leider ablehnen. Erschöpft machen wir uns auf zum Hotel und checken ein. Nach unseren Abendessen in der Stadt sind wir von den vielen Eindrücken und der langen Tour so müde, dass wir auch gleich einschlafen.

Unsere Tour mit Guide entlang grüner Reisfelder durch die Toraja Dörfer

Mit neuer Energie starten wir gleich wieder am nächsten Morgen unsere Tour mit dem tschechischen Pärchen Adela und Michael sowie unserem Guide und Fahrer. Erster Stopp ist wieder die gleiche Beerdigungszeremonie, welche wir bereits mit unserem Kaffeeverkäufer gestern besucht haben. Nur diesmal ist es etwas ruhiger. Wir laufen mit unserem Guide durch das für die Zeremonie extra erbaute Dorf und besuchen die Familie des Verstorbenen 👪. Wir überreichen unser Gastgeschenk und dürfen uns in den Gästebereich setzen, wo wir gleich Tee und leckere Kekse erhalten. Da wir bisher kein Frühstück hatten, ist dies ein perfekter Start in den Tag. Währenddessen erklärt uns der Guide den Ablauf der heutigen Zeremonie. Als erstes werden alle Gäste durch die Familie begrüßt, Geschenke entgegengenommen und zu ihrem Sitzplatz geführt. Wie wir eben auch, nur dass die meisten Gäste eher Schweine und Büffel statt Zigaretten mitbringen 😉. Im Anschluss finden traditionelle Tänze von verschiedenen Männer und Frauengruppen statt 💃🏻. Diese Sänger und Tänzer wurden für die Beerdigung engagiert und bezahlt. Auch ein Komiker wurde eingeladen, um die Gäste zu unterhalten. Franzi hat auch gleich ein schönes Bild mit ihm zusammen gemacht.

Im Anschluss findet noch ein Büffelkampf in einer kleinen dafür erbauten Arena statt, den wir uns allerdings nicht antun. Danach werden die mitgebrachten Tiere geopfert. Dies hatten wir aber bereits schon ausführlich am gestrigen Tag miterlebt. Wir gehen nochmals durch das Dorf und dürfen auch den Sarg des Verstorbenen anschauen. Dieser ist auf einen hohen Podest positioniert. Wir klettern dafür extra sehr wacklige Bambusleitern hoch und fragen uns, wie die Familie den schweren Sarg ⚰️ hier herauf transportieren konnte. Danach verabschieden wir uns und fahren weiter. Während der Fahrt sehen wir viele Reisfelder und Bauern darauf arbeiten. Heute ist der Himmel blau und wir können schöne Fotos von der Landschaft machen. Nach einer kurzen Fahrt gelangen wir zu dem Dorf Palawa. Hier lohnt sich ein Besuch wegen der mit geschnitzten Büffelköpfen verzierten Clanhäusern. Auch werden hier Schals und Tagesdecken noch traditionell gewebt. Franzi will sich gleich am liebsten einen Schal kaufen. Doch durch die aufwändige Herstellung sind die Preise, welche ab 30€ beginnen für uns etwas zu hoch.

Weiter geht die Fahrt wieder in die Berge. An den steilen Hängen auf der Strecke von Lempo nach Westen liegen wunderschöne Reisterrassen. Leider zieht auch heute wieder der Himmel zu. Dennoch lohnt sich der Anblick. Zum Mittag machen wir einen Stopp im Panorama Restaurant in Batutumonga. Von dort hat man eine überwältigende Aussicht auf die Nachbardörfer. Für uns gibt es dort Satay Spieße vom Huhn mit Reis. Lecker 😊.

Danach besuchen wir einen großen Felsen in der Umgebung von Bangkele Kila. In diesen Felsen sind besonders viele Grabkammern gemeißelt Wir sehen sogar Steinmetze beim mühsamen Anlegen der Grabkammern im dunklen Vulkangestein. An der Straße davor stehen kleine Kinder und singen. Sie wollen dafür gern Bonbons haben, doch leider haben wir keine dabei 🍬.

Dann geht es zurück in die Stadt. Wir wollen noch den traditionellen Palmenwein probieren. Dieser wird frisch in unsere leere Wasserflasche abgefüllt 😉. Er schmeckt etwas gewöhnungsbedürftig. Unser Lieblingswein wird er sicherlich nicht werden.

Lemo und Londa – Grabfelsen und Karsthöhlen

Für die nächsten Tage wollen wir uns einen Roller ausleihen 🛵. Da wir aber noch nie Roller gefahren sind und der Verkehr in Rantepao verrückt ist, bekommen wir leider kein Roller. Hier ist es für Anfänger zu gefährlich mit einem eigenen Moped zu fahren. So entscheiden wir uns für den Nahverkehr.

Den öffentlichen Nahverkehr erkennt man hier am Nummernschild. Diese sind dann nämlich gelb. Sonst sind es ganz normale Autos, in die man einfach irgendwann auf der Straße einsteigt. Eine richtige Bushaltestelle gibt es nämlich nicht. Wir müssen nicht einmal eine Minute warten und sitzen bereits in einen solchen Auto.

Wir steigen nach wenigen Minuten in Lemo aus. Dort befinden sich die beeindruckendsten Bestattungsfelsen der Toraja. Die damaligen adligen Familien ließen hier in den Kalkstein Grabkammern hineinmeißeln. Diese sind mit ornamentverzierten Holztüren verschlossen. Vor den Gräbern sind lebensgroße Tau-Tau-Puppen platziert, welche die Verstorbenen bewachen.

Weiter geht’s nach Londa. Das Nahverkehrsauto setzt uns an der Hauptstraße ab und wir laufen noch 2 km einen kleinen Hügel hinauf. Londa besitzt einen 70m hohen Grabfelsen mit vielen Figuren und hängenden Särgen. Darunter befinden sich zwei Höhlen. Mit einem Guide und einer Petroleumlampe geht es hinein. Dort finden wir neben Särgen auch vielen Totenköpfe und Gebeine von Verstorbenen 💀.

Danach geht es als letzten Stopp zurück in Rantepao auf den Hügel „Buntu Singki' Tugu Salib“ mit dem Hollywood Schriftzug. Von dort haben wir nochmals zum Abschluss eine schöne Aussicht auf die Reisfelder und die Stadt. Hier lassen wir auch unsere Drohne fliegen 😊. Leider werden die Wolken immer dunkler und wir beschließen schnell zurück zum Hotel zu laufen.

In der verbleibenden Zeit im Toraja Hochland genießen wir die Ausblicke auf die grünen Reisfelder, bevor es dann wieder mit dem Nachtbus und wenig Schlaf zurück nach Makassar geht 🚍.

Unsere Fotos aus dem Toraja Hochland

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