NeuseelandReiseberichte

Der Abel Tasman Nationalpark – Traumhaften Sandstrände, Küsten und süße Seelöwen

Unsere Kajaktour

Wir befinden uns auf einer kleinen Farm in der Nähe von Marahau. Dieses Dorf liegt direkt vor den Toren des Abel-Tasman-Nationalparks, welcher vor allem für seine wunderschöne Küstenlandschaft berühmt geworden ist 🏞️. Viele Aktivitäten locken die Besucher hierher. Den Park kann man sowohl innerhalb von ein- bis mehrtägigen Wandertouren zu Fuß erkunden als auch auf dem Wasser per Boot oder Kajak.

Wir haben uns heute für eine Kajaktour im Abel-Tasman-Nationalpark entschieden. Die Preise für Aktivitäten sind hier recht hoch. So haben wir die Rabattwebseite bookme erneut benutzt und uns ein Kajak für den gesamten Tag für zwei Personen gebucht. Gezahlt haben wir dadurch nur 47 statt 84 Euro. Dennoch ganz schön viel Geld für Backpacker 💶. Aber die Ausflüge sollen sich wirklich lohnen.

Wir ziehen also gleich Badehose und Schnorchelshirt an und packen den Rest, wie unsere Kamera in eine wasserfeste Tasche ☀. Dann geht’s zum Startpunkt, wo wir zuerst eine Einweisung erhalten. Schließlich sollen wir mit dem Kajak nicht verloren gehen. So werden uns beispielsweise die Strömungen und mögliche Routen erklärt. Unterwegs sind wir nämlich ohne Guide.

Dann kann es schon los gehen. Wir paddeln entlang der Küste durch den Nationalpark 🚣. Wir kommen an zahlreichen Buchten und kleinen weißen menschenleeren Sandstränden vorbei. Die Natur ist wunderschön. Die Tour aber sehr anstrengend. Wir paddeln nämlich die ganze Zeit gegen die Strömung. Auch das Meer ist wellig, sodass wir immer mal wieder nassgespritzt werden. Nach drei Stunden sind wir bereits 11 Kilometer an der Küste entlang gepaddelt. Es wird Zeit für eine Erholungspause. Wir parken unser Kajak an der sogenannten Watering Cove. Es ist gerade Ebbe und wir legen an dem weißen Sandstrand an 🏖️. Mit uns sind nur noch zwei weitere Personen in der Bucht. Direkt am Strand befindet sich noch eine erfrischende Süßwasserquelle mit einem kleinen Wasserfall. So nutzen wir den Stopp und packen unsere Handtücher aus, gehen baden und verspeisen das mitgebrachte Picknick 😊.

Es ist richtig schön hier, aber wir wollen ja schließlich noch mehr vom Nationalpark sehen. Also steigen wir wieder ins Kajak und weiter geht unsere Fahrt zur Adele Island. Während der Überfahrt werden die Wellen auch immer stärker und höher. Hier müssen wir auf die Strömungen aufpassen. Fährt man versehentlich auf der falschen Inselseite vorbei, sind diese zu stark und die Strömung würde das Kajak auf das offene Meer treiben. Dann müsste uns ein teures Boottaxi wieder einsammeln. Gut, dass wir aber eine Karte mithaben. So gelangen wir zur richtigen Inselseite. An dieser Küste liegen viele große Felsen. Darauf sitzen die niedlichen Seelöwen und genießen die Sonne. Wir fahren ein Stück näher ran, um die Tiere besser zu beobachten. Leider sind die Tiere zu faul, um ins Wasser zu springen. Keiner will um unser Kajak schwimmen. Sie liegen einfach nur auf den Felsen. Vielleicht liegt dies aber an der Tageszeit und wir hätten gleich am frühen Morgen hierher paddeln müssen. Naja, so betrachten wir die Tiere auf ihren Felsen 📷.

Dabei bemerken wir, wie die Wellen uns immer näher an die großen Felsen drücken. Eine hohe Welle schleudert uns dann plötzlich auf einen der vorgelagerten Felsen. Wir wären fast gekentert. Ich muss nun das Boot verlassen und uns vom Felsen schieben, ohne dass uns die nächste Welle weiter hineindrückt oder das Boot umkippt 🌊. Gar nicht so einfach. Langsam drehe ich unser Kajak Stück für Stück, sodass wir nicht mehr seitlich von den Wellen erfasst werden. Als wir dann einen stabilen Punkt erreicht haben, steige ich ein und wir paddeln schnell wieder ein wenig von den Felsen und der Küste weg. Zum Glück haben wir bis auf ein paar kleine Schrammen an den Händen alles heil überlebt. Die Seelöwen hatten sicherlich Spaß dabei uns auf dem kleinen Boot zu beobachten.

Dann geht es weiter an der Adele Insel entlang. Nun sehen wir auch wieder wunderschöne Strände an der Insel, an denen wir nochmal einen Stopp einlegen. Es ist richtig idyllisch und ruhig. Durch das Kajak ist man auch recht flexibel und kann sich einen Strand aussuchen, wo man auch wirklich allein ist 🏖️.

Dann geht es auf dem Meer wieder zurück Richtung Marahau. Dabei kommen wir an der Fisherman Insel vorbei. Hier leben die kleinen Pinguine. Zuvor hatten wir ein Video gesehen, wo sogar die kleinen Tiere neugierig im Wasser schwimmen und auf die Kajaks der Touristen springen 🐧. So ein Glück haben wir leider nicht. Im Wasser entdecken wir keinen Pinguin. Wir sind extra einmal um die Insel gepaddelt. Dann legen wir an und erkunden die Bucht und den Strand. Hier sehen wir nur einen Pinguin gerade schnell in eine Höhle weg vor uns hüpfen. Schade. So ruhen wir uns noch etwas unter der Nachmittagssonne aus. Dabei entdecken wir eine weitere Besonderheit der Insel. Die ganzen Steine in der Bucht sind nämlich voll mit großen schwarzen Muscheln. Das sieht großartig aus 🏝️.

Das Wasser scheint hier auch sehr salzig zu sein. Wir erkennen große Salzablagerungen auf unserem ganzen T-Shirt und der Haut.

Im Anschluss geht es zurück zum Startpunkt. Langsam wird das paddeln auch richtig anstrengend. Noch 90 Minuten trennen uns von der Küste 🚣. Wir geben nochmal alles, bevor wir erstaunt an der Küste auf den Strand ankommen.

Als wir nämlich gestartet sind, gab es keinen Strand. Das Wasser ging direkt bis zur Wiese neben der Straße. Nun liegt vor uns ein über 200m breiter Strand. Die Gezeiten sind hier sehr stark ausgeprägt. Der Meeresspiegel ist ganze 4,7m zurückgegangen. So stehen auch zahlreiche Traktoren auf dem Strand. Die Boote können nämlich nicht mehr anlegen. Neben unseren Kajak kommen auch richtige Motorboote mit Touristen von Tagesausflügen zurück. Der Traktor fährt dann ins flache Wasser und lädt sie auf einen Hänger auf 🚜. Dann fährt der Traktor das Boot samt der ganzen Touristen quer über den Sandstrand zum ursprünglichen Startpunkt. Das ist schon lustig zu beobachten. Übrigens haben wir nicht so ein Glück. Wir geben zwar das Boot direkt am Strand ab, müssen aber noch über einen Kilometer über den Strand bis zu unserem Camper selbst laufen. Dann geht es zurück auf die kleine Farm, wo wir bereits letzte Nacht geparkt hatten.

Was für ein Tag. Wir waren ganze 7h mit dem Kajak unterwegs. Ich merke jeden kleinen Muskel und kann meine Hände nur noch schwer auf und zu bewegen. So nutzen wir den Abend, um uns für den nächsten Tag wieder zu regenerieren. Franzi ist auch noch ein wenig traurig. Auf der letzten Insel haben wir irgendwie ihre Halskette verloren. Diese mochte sie besonders gern. Nun schwimmt sie sicherlich irgendwo in der Bucht vor der Fisherman Insel allein vor sich im weiten Meer 🙄.

Unsere Wandertour

Auch den nächsten Tag verbringen wir im wunderschönen Abel-Tasman-Nationalpark. Gut erholt geht es nach dem Frühstück wieder zum Strand. Diesmal nehmen wir aber kein Kajak mit.

Wir sitzen auf dem Sonnendeck eines Motorboots und fahren ganze zwei Stunden die faszinierende Küste des Nationalparks entlang 🛥️. Dabei kommen wir an Tonga Island vorbei. Hier stoppt das Boot sogar für zehn Minuten. Auf der Insel leben viele Seelöwen. So haben wir genug Zeit die Tiere vom Boot aus zu beobachten. Schon putzig 😊. Kurz darauf legen wir am Medlands Beach an. Hier verlassen wir das Boot. Schließlich wollen wir nicht nur faul auf dem Boot die Küste hoch und runterfahren. Wir befinden uns jetzt tiefer im Nationalpark und haben sechs Stunden Zeit, um die 15 Kilometer zum sogenannten Anchorage Hut zu wandern. Dort fährt nämlich 17.20 Uhr heute das letzte Boot ab. Sollten wir das verpassen, müssen wir nochmal 5h bis zum Nationalparkeingang wandern 🚶‍♂️. Wir sollten also lieber pünktlich sein. Also geht’s los.

Zuerst führt uns ein steiler Weg die Klippe hinauf in den Dschungel. Dort verläuft der Abel Tasman Coast Track, der 55km lange Hauptwanderweg durch den Nationalpark. Auf der Route liegen viele Campingplätze, auf denen auch Übernachtungen möglich sind. Wir haben uns aber nur für eine Tageswanderung nach der anstrengenden Kajaktour von gestern entschieden. Immer wieder verlässt der Weg den dichten Dschungel und wir erhalten atemberaubende Aussichten auf die Küstenlandschaft und die einsamen weißen Sandstrände und die danebenliegenden mit dichten Pflanzen bewachsenen Steilklippen 📷. Wir überqueren eine lange und wacklige „Swing Bridge“ und die Sandfly Bay.

Diese Bucht passieren wir aber ganz schnell. Denn die Sandfliegen gehören zu den nervigsten Kleintieren. Viele andere Touristen haben uns schon vor ihnen gewarnt. Sie sind sehr klein und schneller als Mücken. Sie sind in Neuseeland recht stark verbreitet und leben gern in sandigen Gebieten. Sie stechen gern zu und hinterlassen Stichen, welche schlimmer jucken als Mückenstiche.

Wenn nun bereits eine ganze Bucht schon den Namen „Sandfliege“ trägt, verheißt das nichts Gutes. So entschließen wir uns lieber an einen der zahlreichen anderen Strände eine Pause einzulegen. Bisher hatten wir übrigens Glück und sind noch nie mit den Sandflies in Berührung gekommen. Da hatten wir schon andere Geschichten gehört, in denen Touristen das Fenster im Camper nachts offen gelassen hatten und dann mit hundert Stichen aufgewacht sind 😉.

Wir erreichen bei unserer Wanderung die Torrent Bay und haben es nicht mehr weit zur Abholstelle. Da noch etwas Zeit ist, entscheiden wir uns für eine zusätzliche Route in den Dschungel. Der Weg führt uns zu den sogenannten Cleopatra Pools. Mitten im Regenwald liegen hier die wunderschönen Felsenpools mit klaren aber recht frischen Süßwasser und natürlichen moosbewachsenen Felsrutschen. Wir ziehen also schnell die Badesachen an und springen ins Wasser. Die Steine sind nämlich extrem rutschig und es ist anstrengend zu den höher liegenden Pools zu klettern. Während wir im kalten Wasser schwimmen, bemerken wir auch die nicht gerade kleinen Aale neben uns im natürlichen Pool 👙. Zwischen den verschiedenen Ebenen fließt das Wasser über die Felsen. Einige der Touristen nutzen dies als Rutsche. Sind werden regelrecht durch das Wasser in den darauffolgenden Pool gespült. Bei der Landung muss man aber aufpassen. Dort ist das Wasser oft flach bzw. man wird von großen Steinen gebremst. Dies kann schon zu der ein oder anderen Schramme am Bein führen. So beobachten wir lieber das Geschehen und sonnen uns auf den Felsen. Schließlich ist auch das Wasser wirklich richtig kalt 🏊. Dabei treffen wir noch zwei andere Deutsche Backpacker, mit denen wir ins Gespräch kommen. So merken wir gar nicht wie die Zeit verfliegt.

Als ich dann auf die Uhr schaue, merke ich das bald das letzte Boot in der Bucht ablegt, welche noch 90 Minuten entfernt ist. Also verabschieden wir uns, schwimmen erneut durch das kalte Wasser mit den Aalen zurück zum Wanderweg und spazieren etwas zügiger zurück zur Küste. Dabei finde ich zum Glück noch eine Abkürzung. Sonst wäre das wirklich knapp geworden. So erreichen wir pünktlich 10 Minuten vor Abfahrt den Strand und können uns sogar dort noch etwas ausruhen 😊.

Dann geht es wieder eine Stunde mit dem Boot zurück und raus aus dem Nationalpark ⛴️. Was für ein schöner Tag. Vor allem die Kombination aus Wanderung und Bootsfahrt hat uns sehr gut gefallen.

Nun ist es auch bereits 18.30 Uhr und es wird Zeit die Abel Tasman Region zu verlassen. Damit wir morgen nicht mehr soviel fahren müssen, entscheiden wir uns heute noch zwei bis drei Stunden mit dem Camper über die Südinsel zu düsen. Dabei legen wir in einer kleinen Stadt einen Stopp an einer Pizzeria zum Abendessen ein 🍕. Während wir dort auf unsere leckere Pizza warten, kommt ein kleines Kind zu uns und will unbedingt den Camper sehen. Wir entdecken auch seine Eltern im benachbarten Restaurant. Das Kind will auch unbedingt alles ganz genau von Innen anschauen. So zeigen wir dem neugierigen Kind alles und hoffen das keiner denkt, dass wir Kinder entführen wollen 😋.

Nach der köstlichen Stärkung kommen wir irgendwo im Nirgendwo 22 Uhr auf einen kostenlosen Campingplatz auf einer grünen Waldwiese bei einem klaren Bach an. Übrigens hat sich der Verkehr in Neuseeland gebessert. Auf der Südinsel ist wesentlich weniger Verkehr und es gibt keine Staus. Jedenfalls bisher nicht. Hier würde ich sogar behaupten: Es gibt wieder mehr Schafe als Autos auf der Insel 🐏.

Jetzt wird es aber Zeit den Camper für die Nacht herzurichten 🌙. Denn auch Morgen erwartet uns wieder eine lange Tour. Ihr merkt, es ist gar nicht so einfach bei unseren ganzen Ausflügen Reiseberichte zu schreiben und Videos online zu stellen 😊.

Alle unsere Bilder findet ihr in voller Auflösung auf FlickR. Viel Spaß beim Anschauen 😊.

Besucht einfach unser Album: Abel-Tasman Nationalpark

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