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Bago & Kyaiktiyo ∙ Myanmar ∙ Goldene Felsen, Schlangen und viele Buddhas

Mit dem Zug nach Bago

BagoFür uns geht es weiter nach Bago! Früh am Morgen nehmen wir in Yangon ein Taxi für ein paar Cent zum Bahnhof. Da Yangon die größte Stadt in Myanmar ist, haben wir hier ein reges Treiben erwartet. Doch als wir das Bahnhofsgebäude betreten ist alles ruhig. Es laufen keine hektischen Menschenmassen hin und her. Unser Zug ist sogar schon 20 Minuten eher da und fährt pünktlich ab.  Wir sitzen für ein paar Euro in der ersten Klasse 😉. Die zweite Klasse besteht nämlich nur aus Holzbänken. Aber auch da hätten wir es die gut zwei Stunden ausgehalten. Der Zug fährt nicht besonders schnell. So haben wir aber die Möglichkeit, die Landschaft und die Leute aus dem Fenster zu beobachten 🚆.

BagoAls wir in Bago ankommen, haben wir noch die Herausforderung zum Hostel zu kommen. Als Taxis gibt es hier nur Mopeds. So lassen wir uns überreden für ein Euro jeder per Moped zum Hostel zu fahren. Mit dabei haben wir jeder einen großen und kleinen Rucksack. Das Moped ist recht alt und klein. Den kleinen Rucksack verstauen wir zwischen den Beinen des Fahrers und ich setze den großen Rucksack auf 🛵. Damit ich nicht das Gleichgewicht bei seiner Fahrweise verliere und nach hinten kippe, halt ich mich vorn gut fest. Der Fahrer hat auch bei den Straßenverhältnissen gut zu tun, das Moped in einer stabilen Lage zu halten. Aber 10 Minuten später stehen wir vor unserem Zimmer. Die Unterkunft ist recht einfach, aber vollkommen ausreichend.

Wir leihen uns jeder ein Fahrrad aus und beginnen das alte Königreich zu erkunden.

Bago

Mit dem Fahrrad durch die alte Königsstadt

BagoBeim Fahrradfahren steigt dann richtig der Adrenalin Pegel. Der Verkehr von Autos und hupenden Mopeds ist schon nicht zu übersehen beziehungsweise zu überhören. Eigentlich hupt hier jedes Verkehrsmittel alle fünf Sekunden, egal aus welchem Grund. Unsere Klingel geht bei der Lautstärke dabei fast unter. Wir mit dem Fahrrad sind dabei das langsamste Verkehrsmittel und somit ganz am Ende der Kette, wenn es um die Beachtung von Verkehrsregeln geht 🚲. Somit ist es jedes Mal ein Abenteuer, in einem Stück eine große Kreuzung zu überqueren. An die Ampelphasen hält sich sowieso keiner. So müssen die flinken Mopeds schon das eine oder andere schnelle Ausweichmanöver fahren, um uns nicht über den Haufen zu fahren (trotz, dass wir Vorfahrt haben).

BagoGefühlt eine Ewigkeit, aber in Realität eine halbe Stunde später, kommen wir heil an der ersten Sehenswürdigkeit an. Vor uns liegt der riesige Mya Tharlyaung Buddha. Er ist noch größer als sein Ebenbild in Yangon. Er ist ganze 90 Meter lang und 21 Meter hoch. Was für ein riesiger Buddha! Sein Umhang ist komplett mit Goldfarbe bemalt und so funkelt seine Gestalt richtig schön im Sonnenlicht ☀.

Apropos Sonne. Diese ist hier richtig stark. Wir haben uns extra mit viel Sonnenmilch eingecremt, welche in der Hitze unseren Nacken wieder runterläuft. Das Thermometer zeigt 36 Grad an. Eine gute Temperatur für eine Fahrradtour 😊.

BagoWeiter geht’s zur Mahzedi Pagode. Sie wurde bereits 1560 erbaut und mehrmals durch Erdbeben und Kriege zerstört. Sie wurde immer wieder neu errichtet. Die Pagode strahlt in ihren goldenen Tönen und ist richtig schön. Männer dürfen sogar auf sie hinaufklettern. Franzi macht am Fuße der Pagode eine Verschnaufpause, während ich die steilen Stufen erklimme. Von oben hat man einen 360 Grad Blick auf Bago und das Umland 🌳. Ein Besuch soll sich auch früh zum Sonnenaufgang lohnen. Dann liegen die Wälder noch im Nebel, während die ersten Lichtstrahlen die anderen großen goldenen Pagoden erleuchten lassen. Jedoch ist das sehr früh und Franzi darf auch nicht mit nach oben. So reicht ein Besuch am Nachmittag für uns auch aus 😊.

Bago

Zum Abschluss des Tages geht es noch zu einen weiteren liegenden Buddha. Der Shwethalyaung Buddha ist der zweitgrößte Buddha der Welt. Allein sein kleiner Finger misst bereits drei Meter. Dieser ist aber im Gegensatz zu den liegenden Buddha von heute Morgen überdacht. Dadurch sind die Verzierungen und die goldene Farbe noch sehr gut erhalten. Leider wirkt die Umgebung nicht mehr so idyllisch durch das große Metalldach.

Bago

Übrigens gibt es hier quasi einen Pagoden- und Tempelpass. Man zahlt einmalig 6 Euro und kann an drei Tagen alle Sehenswürdigkeiten von Bago besuchen.

Neuer Tag, neue Buddhas. Der Himmel ist blau und die Sonnencreme läuft schon wieder das Gesicht hinunter ☀. Mit dem Fahrrad kämpfen wir uns wieder durch den gnadenlosen Verkehr zu der Kyaikpun Pagode. Ihr merkt, an Tempeln, Pagoden und Buddha Figuren mangelt es in Bago nicht 😉.

BagoÜbersetzt heißt der Name Kyaikpun „vier Buddhas“. Und genau das erwartet uns da. Vier große Buddha Figuren sitzen am Stadtrand von Bago an einem quadratischen Pfeiler und blicken in alle Himmelsrichtungen. Diese wurden 1476 vom König Dhammazeid erbaut und jeder der Buddhas ist 30 Meter hoch.

Jetzt müssen wir uns etwas beeilen und geben mit unseren Fahrräder Gas. Mit vollem Tempo geht’s ins Stadtzentrum von Bago. Wir überholen sogar das ein oder andere Moped 🚲.

BagoWir stellen unsere klapprigen Fahrräder zwischen den ganzen Reisebussen auf einem Feldweg ab. Hier befindet sich das Kyaly Khat Wai Kloster. Jeden Tag um 10.30 Uhr laufen hier die Mönche durch die Anlage zum Mittagessen 🍽️. Während dieses Bettelgangs erhalten sie zahlreiche Spenden. Es ist wirklich voll hier. Bei den vorherigen Tempeln waren wir fast allein. So verwundert uns hier der Andrang.

BagoAus den Reisebussen sind Massen an Touristen ausgestiegen. Die Reiseleiter haben ganze Kisten mit dem chinesischen Instant Nudeln dabei. So werden quasi die Sammelkörbe der Mönche täglich mit den Aufgussnudeln überflutet. Ich glaube, die Mönche können schon keiner dieser „Yum Yum“ Nudeln mehr sehen 🍜.

Wir verlassen die Touristenmassen wieder. Sie steigen in ihre klimatisierten Reisebusse, wir auf unsere alten Fahrräder. Ein Angestellter vom Hotel hat immerhin noch das Bremskabel vor dem Start wieder drangeklemmt 😉.

BagoJetzt stehen wir vor der Shwemawdaw-Pagode. Sie ist mit einer Höhe von 115 Meter die höchste Pagode von ganz Myanmar. Selbst die Shwedagon Pagode in Yangon ist nur 98 Meter hoch. Sie ist über 1000 Jahre alt und wurde damals von den Mon erbaut. Direkt am Eingang begrüßen einen zwei riesige mythologische Fabeltiere. Und auch dort erkennt man sogar on ihrem Mund einen kleinen Buddha. Die Anlage und die Pagode sind wirklich schön. Sie zählt auch sicherlich nicht ohne Grund mit zu den Highlights von Bago.

BagoNach einer kleinen Stärkung zum Mittag geht es zu weiteren kleinen Pagoden auf einen Hügel mit schönen Ausblicken auf Bagos Umland 🔭. Eine Gangschaltung besitzt unser Fahrrad nicht. So ist es sehr anstrengend auf dem Weg bergauf. Und auch abwärts ist eine kleine Herausforderung. Hier geht es nämlich über einen kleinen Feldpfad steil bergab. Gut, dass danach eine flache Wiese folgt, auf der unsere Fahrräder wieder die Geschwindigkeit abbauen können. So wird unsere Stadttour noch zu einem Offroad Erlebnis 😉. Aber der Schlamm am Ende des Weges bremst ganz gut und keiner fällt vom Rad.

BagoDirekt dahinter befindet sich der Schlangentempel. Neben zahlreichen Schreinen, Altären und Buddhafiguren lebt hier eine sechs Meter lange Python 🐍. Sie soll die Reinkarnation von Buddha sein und wird dementsprechend verehrt. Es kommen nach und nach Gäste und werfen hier Geld auf die heilige Schlange. Sie ist echt groß und kräftig. Eine Absperrung oder Zaun gibt es übrigens nicht. Man kann quasi direkt zu ihr gehen. Bis jetzt wurde noch kein Gast der Pagode von ihr gefressen.

Hierher scheinen wohl auch fast keine Touristen mehr zu kommen. Wir sind ein beliebtes Fotomotiv von ganzen Großfamilien. Es hört gar nicht mehr auf. Meist sind acht oder mehr Personen auf dem Bild. Nach fast 20 Selfies brechen wir dann das Fotoshooting ab und verlassen die Anlage 📷.

Bago

Dann geht’s noch mit dem Fahrrad zum naheliegenden Palast. Dieser ist aber überhaupt nicht schön.  Er war früher komplett abgebrannt und wurde nun wiederaufgebaut. Dabei hat er wohl seinen gesamten Charm verloren.

Wir sind erschöpft von den ganzen Pagoden und den zahlreichen Fotos, auf den wir nun verewigt sind. Wir starten die halsbrecherische Rückfahrt mit dem Fahrrad durch den Stadtverkehr von Bago bis es ein wenig ruhiger im Umland wird. Wenig später sind wir wieder zurück im Hostel 🚲.

Jetzt gönnen wir uns eine Erholungspause und buchen noch schnell bei der Rezeption einen Bus für morgen früh.

Kyaikto und der goldene Felsen

Unser Bus soll 8.30 Uhr eigentlich losfahren. Doch bereits 7.30 Uhr werden wir beim Frühstück informiert, dass wir bereits in fünf Minuten losmüssen. Man sagt uns, der Bus kommt hier öfters eher als zu spät. Also geht es schnell nochmal ins Zimmer und die Rucksäcke zumachen. Dann werden wir zur Hauptstraße begleitet. Eine Bushaltestelle gibt es hier nicht.  Gegen 8 Uhr kommt dann wirklich bereits der Bus und lädt uns ein. Er scheint bereits aus Yangon zu kommen 🚌.

Der Bus ist sehr einfach und alt. Als Begrüßung krabbelt sogar am Fenster von innen eine Kakerlake entlang. Hinter uns sitzt auch ein Tourist aus Deutschland. Wir unterhalten uns ein wenig und die Busfahrt vergeht wie im Fluge. 3,5 Stunden später erreichen wir das Wallfahrtsdorf Kyaikto.

500 weitere Meter trennen uns nun noch vom Hotel. Von außen sieht es richtig schick aus. Wir bekommen sogar einen Begrüßungssaft. Es gibt eine Grünanlage und ein schickes Restaurant. Aber als wir die Tür zum Zimmer öffnen, ändert sich der Eindruck. Dreckige Wände und Betten. Naja, wir nehmen es gelassen. Es war günstig und wir sind nur eine Nacht hier. Wir sind quasi auf der Durchreise 😉.

Golden RockSo verlassen wir schnell wieder unser Zimmer und begeben uns zur Attraktion der Region.

Auf dem nahe gelegenen Berg liegt der goldene Felsen. Er zählt zu den heiligsten buddhistischen Stätten des Landes. Der Fels liegt auf 1100 Höhenmeter ⛰️. Und dort müssen wir erstmal hinkommen.

Im Dorf stehen dazu riesige Jeeps bereit. Dort werden die Touristen und Pilgerer aufgeladen. Auf der Ladefläche des Jeeps gibt es unbequeme Holzbretter. Auf einem Brett müssen sechs Personen sitzen. Es ist wirklich sehr eng. Über zehn solcher Reihen finden auf dem Jeep Platz. Man denkt das Fahrzeug ist bereits voll, doch die Aufsicht bringt nach und nach noch weitere Personen auf der Ladefläche unter 🚜.

Golden RockIrgendwann sind wir anscheinend wirklich voll und der Jeep startet seinen Motor. Mit rasantem Tempo geht es die vielen Serpentinen hoch auf den Berg. Ein Erlebnis der besonderen Art.

Endlich oben angekommen, folgt noch ein Spaziergang durch zahlreiche Verkaufsstände bis zur eigentlichen Anlage. Dann ist es soweit. Wir haben es geschafft und stehen vor dem goldenen Felsen.

Er liegt auf einer Anhöhe und es sieht aus, als würde der Stein jeden Augenblick sich lösen und in das Tal rollen. Doch laut einer Legende wird er nur von zwei Haaren Buddhas im Gleichgewicht gehalten.

Bisher ist er anscheinend jedenfalls noch nicht runtergefallen. Überall wird durch die Pilgerer fleißig Blattgold an den Stein geklebt. Dies ist aber nur Männern gestattet. Oben auf den goldenen Stein thront dann noch eine goldene kleine Stupakuppe.

Golden Rock

Auch hier werden wir wieder von einer Großfamilie zu ein paar Familienfotos überredet 📷. Damit wir auch nicht wegrennen können, haken sie gleich ihre Arme bei uns ein und ziehen uns in die passende Richtung für das Bild. Viele Fotos später sind wir dann fertig und spazieren um den Felsen einmal rum.

Es ist schon faszinierend, dass er noch nie runtergefallen ist. Dabei gab es in der Vergangenheit hier schon so viele Erdbeben. Wir machen auch noch ein paar schöne Fotos und besuchen die danebenliegende Tempelanlage. Danach geht es wieder zurück zum Jeep und mit noch mehr Tempo wieder die steilen Serpentinen zurück in den Ort.

Golden RockAbends buchen wir noch einen Bus zu unserem nächsten Reiseziel und suchen uns einen Snack. Doch im Dorf ist es gar nicht so einfach, etwas ordentliches zu essen zu finden. So haben wir wohl diesmal das falsche Restaurant rausgesucht. Englisch konnte hier sowieso keiner 😉. Naja, es schmeckt eklig. Aber Morgen ist ja auch noch ein Tag, wieder etwas Genießbareres zu finden.

Wir sind nun bereits eine Woche in Myanmar und haben viel erlebt. Die Menschen sind sehr offen und freundlich. Sie lieben anscheinend Fotos und die Vielzahl an goldenen Pagoden ist einfach überwältigend. Wir freuen uns schon richtig auf die weiteren Ziele in Myanmar.

Golden Rock

Unsere Fotos und Video von Bago und dem goldenen Felsen

Alle unsere Bilder zu Sydney, unseren letzten Stopp in Australien, findet ihr in voller Auflösung auf FlickR.

Über Youtube könnt ihr dazu unser passendes Video sehen: Weltreise Vlog #60

Viel Spaß beim Anschauen unserer Bago Erlebnisse 😊.

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