NeuseelandReiseberichte

Christchurch – Unsere letzten Tage mit Kiwis und Lemuren in Neuseeland

Das Willowbank Wildlife Reserve

Vom Lake Tekapo geht es drei Stunden mit dem Camper nach Christchurch. Seit langem sind wir wieder in einer größeren Stadt. Dies hat auch einen Grund. Unsere letzten drei Tage in Neuseeland sind angebrochen und mit schweren Herzen müssen wir uns bald von unserem Camper trennen.

Wir kommen am späten Nachmittag in Christchurch an und haben das Glück kostenfrei in einem richtigen Haus zu wohnen. Wir hatten damals Leah auf den Cook Inseln kennengelernt. Sie wohnt hier in Christchurch und hat ein eigenes Haus mit mehreren Schlafzimmern. Leider ist sie gerade wieder auf einer Südseeinsel unterwegs, lässt uns aber dennoch in Ihrem Haus übernachten 🏠.

Sie hat den Schlüssel in einer Safebox versteckt und uns die Anweisung via Whatsapp geschickt. So haben wir für die nächsten Nächte ein ganzes Haus für uns allein. Die Neuseeländer sind wirklich freundlich. In Deutschland würde glaube ich niemand flüchtig kennengelernten Personen sein Haus anvertrauen 😊. So gehen wir nochmal einkaufen, waschen unsere ganzen Sachen und kochen ein leckeres Abendessen. Dann wird der Plan für die letzte Zeit in Neuseeland geschmiedet. Im Anschluss fallen wir nur noch abends in ein richtiges Bett außerhalb des Campers. Aber Morgen ist ja auch noch ein Tag 🌙.

Gut erholt starten wir den neuen Tag. Das Bett war genauso bequem wie in unseren Camper. Dann wird noch schnell Frühstück zubereitet, bevor wir in den nahegelegenen Willowbank Wildlife Park aufbrechen.

Wenige Minuten später sind wir bereits dort. Der Park hat im Internet sehr gute Bewertungen. Bisher haben wir leider keine Kiwis in den Wäldern von Neuseeland in freier Wildbahn erlebt. Daher nutzen wir die letzte Möglichkeit hier im Willowbank Reserve, die nachtaktiven Vögel zu besuchen 🐦.

Die Kiwis sind die kleinsten Laufvögel auf der Welt und man erkennt sie durch ihren markanten langen Schnabel. Sie sind das Nationalsymbol von Neuseeland. Daher wird auch die Bezeichnung der Bewohner Neuseelands als „Kiwis“ abgeleitet 😉.

Der Stellenwert des Nationalvogels ist sogar so hoch, dass viele neuseeländische Produkte die Vorsilbe Kiwi bekamen. Das beste Beispiel ist die eigentlich benannte „chinesische Stachelbeere“. Heute ist sie nur noch als Kiwifrucht bekannt. In Deutschland kennt bestimmt fast keiner mehr ihren ursprünglichen Namen 🥝.

Im Willowbank Park gibt es ein spezielles für die Kiwis erbautes „Kiwihaus“. Dies ist ein Nachthaus. So ist es tagsüber im Gebäude dunkel und nur vereinzelt gibt es an den Pflanzen Nachtsichtstrahler. Die Kiwis sind sehr schüchtern. So muss man ganz leise sein und warten bis kein Kleinkind mehr im Haus ist. Dann kommen die Vögel langsam aus ihren Verstecken und laufen im schnellen Tempo quer durch das ganze Haus und suchen in der Erde nach Futter. Wir haben fünf Kiwis entdeckt. Sie machen wirklich lustige Geräusche und sind putzig anzuschauen 🐦.

Aber neben den Kiwis gibt es noch allerhand anderer Tiere im Park. Dieser ist übrigens richtig schön angelegt. Die ganze Anlage ist im Stil der Māori gehalten und überall wurden kleine Māori Hütten gebaut und große Skulpturen hingestellt. Hier wurde Wert auf die Details gelegt und die Tiere perfekt in die Umgebung integriert. Über uns fliegen die anderen neuseeländischen Vögel, während ein neugieriger Kea sich bereits auf das Geländer neben uns setzt. Er hat wohl die Kekse im Rucksack gerochen 😉. Schon schlau diese Tiere. Vor uns laufen merkwürdig aussehende Hühner entlang, während es im hinteren Bereich auch eine Art Streichezoo für die kleinen Kinder gibt. Der Weg folgt dann weiter in eine Art Dschungel, wo weitere Tiere auf uns warten. Es macht richtig Spaß hier durch die Anlage zu spazieren und den Tieren zuzusehen 🌲.

Doch ein Highlight wartet im Park noch auf uns, was wir so nicht erwartet haben. Wir haben uns für die Fütterung der Lemuren angemeldet. Jeden Tag können dies fünf Touristen für eine fest definierte „Spende“ tun.

Aktuell liegt die Gruppe von sieben Lemuren noch im Kreis wie ein großes Wollknäuel zusammengekuschelt in der Ecke. Doch nicht mehr lange. Wir bekommen vom Ranger eine Einweisung sowie eine vorbereitete Schale mit Süßkartoffeln und süßen Früchten.

Kaum nähern wir uns der Gruppe springt schon der Chef, wir nennen ihn jetzt mal King Julien, auf meine Schultern. Erst wenn er etwas zu essen hat, dürfen auch die anderen Lemuren zugreifen 👑. So reiche ich dem süßen König von Willowbank auf meiner Schulter ein paar leckere Früchte. Die Tiere essen uns richtig aus den Händen. Sie sind auch vorsichtig und kratzen uns nicht. Man muss nur aufpassen, dass sie sich nicht gleich die ganze Schale greifen. Dabei werden sie nämlich sehr kreativ. Während z.B. ein Lemur von oben versucht einen abzulenken, zieht ein anderer vom Boden aus, die Schale aus der Hand nach unten.

Einer springt sogar auf Franzis Kopf, um besser an die Früchte aus der Schale zu kommen. Es macht richtig viel Spaß sich mit den süßen Lemuren und King Julien zu beschäftigen. Die Zeit vergeht wie im Flug 🌴.

Besonders beliebt war übrigens die Banane. Doch nach einer Weile ist auch die ganze Schüssel mit Früchten leer. Wir verabschieden uns von den Lemuren und haben sicherlich sehr viel lustige Bilder und Videos mit den Tieren gedreht 📷.

Christchurch nach dem Erdbeben

Nach der Fütterung wird es Zeit den Wildpark zu verlassen und in die Innenstadt von Christchurch zu fahren. Die Stadt ist mit ihren ca. 375.000 Einwohnern sogar größer als die Hauptstadt Wellington. Leider wurde aber durch zwei schwere Erdbeben 2010 und 2011 die Innenstadt fast komplett zerstört. Als wir ankommen, sehen wir auch jetzt noch die Auswirkungen der damaligen Erdbeben. Überall stehen zerstörte Häuser oder nur noch Teile, welche mit Pfeilern gestützt werden, herum. Es gibt viele freie grüne Flächen, wo damals noch Gebäude standen, aber auch viele abgesperrte Baustellen mit eingestürzten Gebäuden.

Direkt am Eingang zur Innenstadt wurde eine provisorische Kirche, die sogenannte „Cardboard Kirche“ errichtet. Sie ist die einzige Kirche der Welt, die teilweise aus Karton gebaut wurde ⛪.

In der Innenstadt befindet sich noch die große Christchurch Kathedrale. Sie wurde aber durch die Beben irreparabel beschädigt und kann in seiner alten Form nicht mehr erhalten werden. Das gesamte Gelände ist abgesperrt. Doch ein Blick über den Zaun verrät das ganze Ausmaß der Zerstörung.

Mittlerweile gibt es in der Innenstadt viele Wahrzeichen, welche an die Erdbeben erinnern. Dazu zählt z.B. die „Brücke und der große Torbogen der Erinnerung“. Sonst waren die Einwohner der Stadt sehr kreativ und haben viele Geschäfte in bunten Containern eröffnet. So ist sogar eine Art Einkaufszentrum nur aus bunten Containern entstanden. Der Platz hat dadurch seinen Namen „Container City“ erhalten ☀.

Heute sind aber auch schon viele neue moderne Gebäude nach dem Erdbeben gebaut wurden, sodass die Stadt nach und nach wieder wächst. Es gibt noch eine alte historische Tram, die durch die engen und alten Straßen der Stadt führt 🚋. Dort lohnt sich auch ohne die Fahrt ein Spaziergang vorbei an den zahlreichen kleinen und hübschen Cafés.

Wir schließen unseren Stadtspaziergang auch bei einem kleinen Snack in einem der bunten Container ab. Dann geht es für uns zurück zu Leahs Wohnung. Dort heißt es nun erstmal „Packen“. Unser ganzer Camper muss ausgeräumt werden. Alle Habseligkeiten, welche sich nach einer so langen Zeit angesammelt haben, werden in unseren beiden großen Rucksäcken verstaut. Alles was nicht mehr rein passt, nehmen wir erstmal in zwei Plastiktüten mit 😉.

Am nächsten Tag tanken wir dann nochmal unseren leeren und aufgeräumten Camper voll und füllen die Gasflasche auf. Dann fahren wir zum Flughafen von Christchurch und geben den Camper ab. Dort holen auch gerade andere Touristen ihren neuen Wagen ab. Wir verschenken noch unseren Campingtisch und die Solardusche, welche wir damals auch geschenkt bekommen hatten und begeben uns zum Abflugsterminal 🛫.

Eine wunderbare Zeit liegt hinter uns. Wir waren nun in Australien und Neuseeland über ein viertel Jahr mit dem Camper unterwegs. Uns haben die Freiheit und Flexibilität sowie das Leben im Auto sehr gefallen. Doch nun freuen wir uns auf die nächsten Abenteuer, welche vor uns liegen.

Wir steigen pünktlich in den Flieger am Nachmittag und verlassen Neuseeland. Schön wars 😊.

Alle unsere Bilder findet ihr in voller Auflösung auf FlickR. Viel Spaß beim Anschauen 😊.

Besucht einfach unser Album: Christchurch

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