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Donsol ∙ Riesige Mantas und Walhaie direkt vor unserer Taucherbrille ∙ Philippinen

Unser neues Reiseziel

Nach unserem Aufenthalt im Hochland der Philippinen geht es wieder zurück an das Meer. Wir verlassen Manila per Flugzeug und landen in Legazpi. Schon beim Landeanflug sieht man den großen aktiven Mayan Vulkan. Er liegt nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt. Daher werden auch oft Flüge aufgrund von Aschewolken und Staub abgesagt. Wir haben aber Glück. Aktuell herrscht keine große Warnstufe und wir landen pünktlich in Legazpi 🛫.

DonsolVom Flughafen geht es normalerweise per Tricycle und Bus nach Donsol. Aber es gibt auch private Vans, welche direkt vor dem Flughafen parken. Wir haben Glück und finden zwei Deutsche, welche einen Van bereits vorab gebucht haben. Sie nehmen uns und noch zwei Franzosen mit nach Donsol. Die Kosten teilen wir uns alle und sind somit fast so günstig wie der lokale Bus (7€ pro Person). Auch erreichen wir den Ort bereits nach 90 Minuten und sind doppelt so schnell da 🚐.

Donsol ist vor allem für seine Walhaie bekannt. Im Gegensatz zu anderen Orten werden die Tiere hier nicht angefüttert. Es gibt eine Menge Plankton im Wasser und die Tiere halten sich hier freiwillig auf.

So ist es natürlich schwieriger die Tiere zu finden. Aber wir werden unser Glück in den nächsten Tagen probieren. Dazu müssen wir uns zuerst im Touristenbüro registrieren.

DonsolFür die Walhai Touren kann man nur komplette Boote mieten. Da wir uns auf der Hinfahrt zu sechst gut verstanden haben, buchen wir gleich als Gruppe gemeinsam eine Tour für den morgigen Tag 😊.

Direkt daneben befindet sich auch noch eine der wenigen Tauchschulen von Donsol. Hier melden wir uns auch gleich noch für drei Tauchgänge an.

Nachdem wir dann die ganzen organisatorischen Dinge erledigt haben, geht es zu unserer Unterkunft, dem Victoria Guesthouse. Die Eigentümerin ist sehr freundlich und wir haben ein eigenes privates Bungalowzimmer direkt am Strand. Dieses kostet nur 16 Euro inkl. Frühstück pro Tag für uns beide.

Den restlichen Tag ruhen wir uns am Meer aus, gehen eine Runde schwimmen und genießen die Sonne. Später am Abend entdecken wir noch bei einem Spaziergang durch die Umgebung ein kleines Restaurant, welches leckere selbstgemachte Burger anbietet. Sie haben ein sehr gutes Angebot. Den Burger gibt es mit Beilage und Getränk für nur drei Euro 🍔.

Gut gesättigt geht es danach zurück zum Bungalow und ab ins Bett. Morgen geht es nämlich wieder zeitig für uns los.

Unser Schnorchelausflug mit den Walhaien

Bereits 7 Uhr gibt es Frühstück und eine Stunde später sitzen wir mit den anderen Gästen, welche wir gestern kennengelernt hatten, auf dem Boot. Wir sind unterwegs zu den Walhaien.

Die Tour geht ca. 3 Stunden und wird täglich am Morgen und späten Nachmittag angeboten.  Falls wir also heute früh kein Glück haben, könnten wir später gleich nochmal auf das Meer fahren 🛥️.

DonsolZu unserer Überraschung ist recht viel auf dem Meer los. Alle Boote verlassen zur gleichen Zeit den Hafen und dies sind nicht gerade wenig. Vor Donsol kreisen sicherlich 20 Boote mit Touristen und suchen nach den riesigen Tieren.  Da alle das gleiche Ziel haben, ahnen wir schon Schlimmes.

Vor der Tour mussten wir uns noch ein Belehrungsvideo zum Umgang mit den Walhaien anschauen. Wir sind gespannt ob sich alle daran halten.

Es dauert nicht lange und wir entdecken die ersten Walhaie. So teilen sich die Boote auch etwas auf. Dennoch ist eine Menge los. Es dürfen maximal sechs Personen gleichzeitig mit dem Walhai schnorcheln. So wechseln sich die Boote alle regelmäßig ab 😊.

Das Ganze verläuft nach folgenden Schema:

DonsolUnser Boot sucht den Walhai, beobachtet seine Schwimmrichtung und stoppt ca. 50 Meter vor dem Tier. Wir werden im Wasser abgesetzt und wenige Sekunden später schwimmt der Walhai an uns vorbei. Nun können wir mit ihm schnorcheln. Jedoch ist der Walhai sehr schnell und man kann nicht lange mithalten. So wird der Schnorchelgang nach 5 Minuten beendet und das Boot sammelt die Gruppe wieder ein. Die ganze Prozedur wird dann ca. 10 Mal wiederholt. Wir finden dies schon sehr touristisch. Bisher hatten wir durch Zufall auf der Weltreise zwei Mal das Glück mit Walhaien zu schnorcheln. Dabei waren wir aber immer fast allein im Wasser. Hier kommt es uns alles sehr durch getaktet und hektisch vor. Wir sind extra nicht nach Oslob gefahren, um so ein Treiben zu vermeiden.

DonsolTrotz der vielen Touristen haben wir Glück und sehen die Walhaie sehr nah. Die Sicht ist durch das Plankton im Wasser stark eingeschränkt. Man kann vielleicht zwei Meter weit sehen 🤿. Dementsprechend ist man plötzlich ganz schön überrascht, wenn direkt neben einen der riesige Walhai auftaucht. Er weicht auch nicht aus und man muss schnell etwas Abstand gewinnen, falls man zu nah oder direkt vor ihm im Wasser schwimmt. Wir schnorcheln so gut es geht parallel zum Walhai eine Weile mit. Oft zieht er dann aber nach wenigen Minuten weg. Er ist wirklich schnell. Dennoch ist es immer wieder ein besonderes Erlebnis so nah mit den großen Tieren zu schwimmen 🐋.

DonsolWir hatten uns die Tour etwas entspannter und untouristischer vorgestellt. Dennoch haben wir die Tiere aus nächster Nähe beobachten können und fahren gegen Mittag zurück nach Donsol.

Spontan entscheiden wir uns als Gruppe nochmal abends eine andere Tour gemeinsam zu buchen. Nachdem wir den restlichen Tag bei Sonne am Strand verbracht haben geht es gegen 19 Uhr wieder auf ein Boot. Diesmal fahren wir aber auf einen kleinen Fluss entlang und suchen nach Glühwürmchen 🌳.

DonsolUnser Guide erklärt uns alles Wissenswerte über die Tiere und schnell finden wir auch am Flussrand viele Glühwürmchen hin und her fliegen. Übrigens leben hier bei Donsol die einzigen Glühwürmchen, welche gleichzeitig im Takt blinken. Es ist nur schwer bei Dunkelheit die Tiere von einem wackligen Boot aus zu fotografieren. So genießen wir nach ein paar Fotoversuchen lieber ohne Kamera den Anblick der Tiere und der Natur. Der Himmel ist auch richtig klar. Über uns leuchten zeitgleich hunderte an hellen Sternen. Generell scheint die Tour nicht so beliebt zu sein. Wir sind das einzige Boot auf dem Fluss. So können wir nochmal richtig die Ruhe genießen 😊.

DonsolAbends wollten wir noch ein wenig durch die Stadt laufen. Aber irgendwie hat fast alles zu. Es ist echt schwer hier ein offenes Lokal zu finden. Selbst Tripadvisor listet nur Restaurants außerhalb der Stadt auf. Daher entscheiden wir uns nochmal zu den Burgerladen von gestern zu gehen. Dort war es ja immerhin richtig lecker. Diesmal treffen wir im Lokal den Besitzer und kommen ins Gespräch. Er ist aus Kolumbien hier her zu seiner Frau gezogen. Eigentlich arbeiten beide auf einem Kreuzfahrtschiff, wo sie sich auch kennengelernt haben. Aber in Donsol haben beide einige Bungalows für Touristen gebaut. Nun ist er hier, um seine neuen Hütten besser zu vermarkten. Er erzählt uns ganz stolz von jeder positiven Bewertung auf Tripadvisor und Booking.com.

Er sagt, dass er alle Burger im Lokal selbst getestet hat und empfiehlt uns seine Lieblingsvariante mit Pilzen und Bacon. Das klingt lecker und wir bestellen das Gericht zwei Mal 🍔.

Nach dem netten Gespräch und ein paar Bier später verabschieden wir uns. Denn wer uns langsam kennt, weiß dass wir jeden Tag mit einem vollen Programm starten. So ist es natürlich auch morgen wieder.

Donsol

Strömungstauchen im Manta Bowl

Diesmal geht es sogar noch eine Stunde zeitiger los als gestern. 7 Uhr am Morgen befinden wir uns schon in der Tauchschule von Donsol am Hafen. Wir checken unsere Ausrüstung, bekommen ein Briefing für den Tag und starten wenig später mit dem Boot 🌅.

DonsolDrei Tauchgänge haben wir für heute auf dem Programm. Der erste Tauchgang findet bei der Insel San Miguel statt. Sie ist 1h von Donsol entfernt. Er dient quasi als Einstiegstauchgang und ist ein Deep Dive mit 30 Meter Tiefe. Es gibt keine Strömung und der Guide zeigt uns unter Wasser viele Nacktkiemer, welche auch „Nudibranch“ genannt werden. Das sind eine Art Nacktschnecken, welche im Meer leben.

DonsolAuch sehen wir ein paar der winzigen Seepferdchen ganz nah. Diese hatten wir bisher eher selten gesehen und freuen uns. Wir hätten sie uns nur nicht so klein vorgestellt. Auch schwimmen noch ein paar Kugel- und Skorpionfische an uns vorbei 🐟.

Zurück an Board geht es 1 Stunde weiter zum sogenannten Manta Bowl. Hier sind die beiden nächsten Tauchgänge geplant. Diese haben eine erhöhte Schwierigkeit und sind daher in keinster Weise für Anfänger zu empfehlen.

DonsolAn unserer Tauchweste wird ein Strick mit einem Ankerhaken befestigt. Die Strömung hier ist sehr stark. Wir müssen so recht schnell auf 25 Meter abtauchen. Sind wir zu langsam, reißt uns die Strömung vom Tauchplatz in das blaue Wasser weg. Dort gibt es nichts mehr zu sehen 🙄.

Auch am Boden des Manta Bowls ist die Strömung recht stark. Dazu haben wir den Ankerhaken. Wir müssen ihn an Steinen oder am festen Boden befestigen, damit wir nicht von der Strömung weggerissen werden. Dann kann man Stück für Stück den Haken im Boden nach vorn setzen, um sich zu bewegen. Durch die Anstrengung wird auch mehr Luft verbraucht und dadurch der Tauchgang kürzer.

DonsolWir sind fünf Personen mit zwei Guides. Der erste Tauchgang kann beginnen. Wir springen ins Wasser und schwimmen schnell zum Boden, wo wir den Haken befestigen. Leider sind auch zwei Anfänger mit dabei. Sie kommen nicht schnell genug hinunter und werden von der Strömung weggetrieben. Ihnen bleibt nichts anderes übrig als aufzutauchen und sich vom Boot einsammeln zu lassen. Ihr Tauchgang ist vorbei.

Wir schwimmen nah am Boden gegen die Strömung und hacken uns immer wieder bei Felsen ein.

Der Manta Bowl ist bekannt für seine riesigen Mantarochen. Sie lieben es in solchen Strömungen zu schwimmen. Doch durch das ganze Plankton im Wasser ist die Sicht miserabel. Man erkennt Tiere erst, wenn sie 5-7 Meter vor der Tauchbrille entlang schwimmen. Dementsprechend ist es schwer am Tauchplatz nach den Mantas Ausschau zu halten. Wir suchen und suchen. Doch leider begegnet uns keiner der Meeresbewohner. Nach 35 Minuten ist durch die starke Strömung bereits die Luft leer und wir müssen wieder auftauchen. Aber zum Glück haben wir nach der Mittagspause noch einen zweiten Versuch 😞.

DonsolWährend der Pause kommt plötzlich ein neugieriger Walhai zu unserem Boot geschwommen. Er taucht sogar direkt am Boot auf. Wir sind vielleicht 1-2 Meter von ihm entfernt. Nach dem gestrigen Erlebnis ist das eine wirklich gelungene Überraschung. Wir setzen die Schnorchelbrille auf und springen schnell ins Wasser. Es ist kein anderer Mensch außer uns im Meer. Keine Boote suchen hier draußen nach Walhaien. Die Sicht an der Oberfläche ist auch viel besser. So können wir mit ihm hautnah eine Weile schwimmen. Auch bleibt der Walhai bei uns und verschwindet nicht. Er scheint wirklich Spaß mit uns zu haben. So hatten wir uns eigentlich auch die gestrige Begegnung vorgestellt. Es ist schön, dass wir dies heute nochmal erleben können. Zeitgleich zieht auch ein großer Schwarm an Thunfischen unter uns vorbei 🐋.

Donsol

Doch jetzt wird es Zeit zum Boot zurückzukehren. Wir müssen uns für den zweiten Tauchgang fertig machen 🌊.

DonsolDie Strömung ist weiterhin sehr stark. Beim Abtauchen wird die Gruppe in zwei Teile zerrissen. Franzi ist leider nicht bei mir, sondern mit einem weiteren Taucher und dem zweiten Guide unterwegs. Diesmal kommen aber alle am Fußboden an. Die Suche nach den Mantas beginnt erneut.

Ich habe leider mit meiner Gruppe wieder Pech gehabt und nichts gesehen. Franzi erging es da besser. Ihr Guide hat die Mantas gefunden. Sie sind sieben der riesigen Tiere begegnet. Mantarochen haben eine Spannweite von über sieben Meter. Als Franzi und die beiden anderen auf den Boden warten, ist einer der Mantas ca. einen Meter über sie hinweg getaucht. Auch die anderen Mantas scheinen neugierig zu sein und nähern sich ihnen. Franzi ist richtig beeindruckt. Ich war da leider in der falschen Gruppe. Aber immerhin hat so wenigstens einer von uns beiden die Tiere ganz nah erlebt 😊.

In meiner Gruppe ist wieder ein Anfänger dabei. Am Ende des Tauchgangs vergisst er Bescheid zu sagen, dass seine Luft alle ist. Wir sind aber noch bei fast 30 Metern Tiefe. So starten wir alle langsam den Aufstieg und er muss sich die Luft im Safety Stopp bereits mit dem Guide teilen.

DonsolAls alle wieder aufgetaucht sind geht es mit dem Boot zurück nach Donsol. Dabei sehen wir noch eine Gruppe von Delfinen. Sie begleitet unser Boot. Die Tiere springen alle im gleichen Rhythmus aus dem Wasser. Ein schöner Abschluss unseres Tauchtages ☀.

Am Abend heißt es dann wieder Rucksäcke packen. Es gibt auf den Philippinen noch so viel zu sehen. Also geht es gleich sehr zeitig weiter. Der morgige Tag wird uns aber für immer in Erinnerung bleiben. Warum? Das erzählen wir euch beim nächsten Mal.

Alle unsere Bilder zu Donsol findet ihr in voller Auflösung auf FlickR.

Über Youtube könnt ihr dazu unser passendes Video sehen: Weltreise Vlog #91

Viel Spaß beim Anschauen unserer Erlebnisse 😊.

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