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Eine Woche Natur pur! – Wir sind auf Kangaroo Island

Unsere letzte Großstadt in Australien: Adelaide

In Perth sind wir wieder seit langem in den Flieger gestiegen. Aber keine Angst. Australien haben wir noch nicht verlassen. Nach wenigen Stunden landen wir an der Südküste von Australien 🛫.

Wir sind in Adelaide! Wie auch damals, als wir an der Westküste gelandet waren, besteht unsere erste Aufgabe darin, unseren Camper abzuholen. Wieder hat der Vermieter entspannte Öffnungszeiten und schließt 16 Uhr. Doch dieses Mal hat der Flieger keine Verspätung und wir sind gegen 15 Uhr bei der Jucy Autovermietung. Es gibt sogar einen kostenlosen Shuttle zwischen Flughafen und der Vermietstation in der Innenstadt. Was für ein Service.

Dort warten bereits meine Eltern auf uns. Sie waren von Perth schon einen Tag eher hier hergeflogen. Gemeinsam nehmen wir unseren Camper entgegen. Es ist das gleiche grüne Modell wie an der Ostküste. Wir sind nun wieder mit einen Jucy Condo unterwegs 🚛. Diesmal hat er aber nur 200.000 statt 300.000 Kilometer runter 😉.

Dann geht es kurz Vorräte im Supermarkt auffüllen und weiter in die Innenstadt von Adelaide. Da das Parken im Stadtkern sehr kostspielig ist, parken wir lieber kostenfrei am Rand. Von dort geht es dann mit der Straßenbahn in wenigen Minuten ins Zentrum. Und das Beste: In der Innenstadt ist der Nahverkehr sogar kostenlos 🚍.

Am späten Nachmittag spazieren wir ein wenig an dem Parlament und Regierungsgebäuden vorbei zum Torrens Fluss. Dort ist es sehr ruhig und idyllisch. Die Sonne lacht und der Himmel ist blau ☀. Es gibt viele Grünflächen und ein Weg führt entlang zur Seepromenade.  Von dort hat man einen schönen Blick auf die moderne Architektur von Adelaide. Vor uns liegt das Convention Center und über eine geschwungene Brücke führt ein Weg zum Adelaide Oval, dem großen Stadium der Stadt. Doch langsam wird es frischer und der Himmel färbt sich orange. Auch der Hunger macht sich breit. So geht es zurück zum Auto und wir suchen uns ein gemütliches Restaurant nahe der Innenstadt. Meine Eltern laden uns zum Essen ein. Seit langen wird nicht gekocht 😊. Franzi bestellt sich einen saftigen gegrillten Fisch und ich mir Schweinemedaillons, welche mit Bacon umwickelt sind. Dazu gibt es ein kühles Bier 🍺. Lecker! Im Anschluss setzen wir meine Eltern in ihrem Hotel ab und suchen uns in der Umgebung einen Campingplatz, wo wir unseren grünen Jucy Van parken können. Wir finden 15 Minuten außerhalb der Stadt einen Campingplatz. Er ist auch viel günstiger und moderner als die Plätze direkt im Zentrum. Übrigens gibt es zwar außerhalb recht viele kostenlose Parkplätze, aber über Nacht darf man hier nicht stehen bleiben 🌙. In der gesamten Stadt ist freies Campen verboten und wenn man erwischt wird, kann es ganz schön teuer werden.

Am nächsten Morgen geht es dann nochmal gemeinsam in die Innenstadt. Leider ist es heute etwas bewölkt. Aber das macht nichts.  Wir starten unser Spaziergang am Victoria Square und besuchen den Central Market sowie China Town. Doch am frühen Morgen ist hier noch nicht so viel los.

So geht es weiter zur Rundle Mall. Dies ist die große und offene Shoppingstraße von Adelaide. Hier ist schon mehr los. Eigentlich ist Sonntag, doch alle Geschäfte haben heute auf. Franzi freut sich 😉.

So folgt ein kleiner Bummel durch die Geschäfte von Adelaide. Danach hat Franzi ein paar neue T-Shirts mehr. Aber keine Angst. Unser Rucksack wird nicht nach jeder Großstadt mit Shoppingstraßen schwerer. Bisher nicht benötigte Kleidung oder Artikel geben wir meinen Eltern nach unserer gemeinsamen Zeit mit nach Hause 😋.

Als Abschluss geht es dann noch in den botanischen Garten von Adelaide. Dort befindet sich auch ein Tropenhaus, was wir sogar kostenfrei besuchen können 🌴. Sonst hat die Stadt noch viele Museen zu bieten. Unser Interesse an Museen ist aber nicht so groß.  Daher geht’s nach einen kleinen Mittagssnack los zu einer der faszinierenden Inseln von Australien.

Kangaroo Island: Pinguine, Seelöwen und natürlich ganz viele Kängurus

Auf geht’s. Unser nächster Roadtrip kann beginnen. Wir starten den Motor von unseren Jucy Camper und verlassen Adelaide. Zwei Stunden lang geht es durch eine recht grüne Landschaft mit üppiger Vegetation nach Cape Jarvis. Dort legt pünktlich 19 Uhr die Fähre mit uns und samt Camper auf die Känguru Insel ab 🛳️.

Über ein Drittel der Insel ist Naturschutzgebiet. So leben hier sehr viele Tiere in freier Wildbahn. Einige Australier haben die Insel als den größten Zoo der Welt ohne Zäune bezeichnet.  Dies liegt bestimmt daran, dass man sonst nirgends so viele Tiere in natürlicher Umgebung beobachten kann 🐨. Kangaroo Island ist die Heimat von Seelöwen, Koalas, Pinguinen, verschiedenen Wildvögeln sowie natürlich dem Namensgeber: den Kängurus.

Auf der drittgrößten Insel Australiens ist die Population der Koalas so stark angestiegen, dass mittlerweile sogar Verhütungsmittel eingesetzt werden um die Vermehrung zu minimieren. Sonst gibt es das Problem, dass nicht genug Nahrung für all die süßen Koalas bereitsteht.

Nach 45 Minuten sind wir schon da. Ich manövriere den Camper heil vom Boot.

Auf der Insel muss man stets sehr vorsichtig fahren. Vor allem bei Dämmerung kommen sehr viele Kängurus aus den Büschen und sitzen auf den Straßen. Wir haben uns eine AirBnB Wohnung am Island Beach gebucht und fahren auch nur noch 15 weitere Minuten dort hin. Begrüßt werden wir von einem großen Känguru, welches direkt vor unserem Bungalow sitzt. Danach kochen wir uns schnell Nudeln mit Tomatensoße, da bereits 21 Uhr die erste Tour auf uns wartet 🍽️.

Ca. eine Stunde nach Sonnenuntergang kommen die kleinsten Pinguine der Welt, die sogenannten Zwergpinguine, an den Stränden von Penneshaw am Hafengebiet aus dem Wasser und laufen zu ihren Nistplätzen, wo ihr Nachwuchs auf sie wartet. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen 🐧.

Die Tour startet nur 10 Fahrminuten von unserer Unterkunft entfernt. Es geht mit „Rotlicht-Taschenlampe“ bewaffnet los zu einem Spaziergang mit Guide entlang der Küste.

Leider werden nach dem Bau des Fährhafens von Jahr zu Jahr immer weniger Pinguine. Auch die Anzahl ihrer natürlichen Feinde, der Seelöwen, wächst rapide.

Aktuell ist die Saison, in der die Eltern Pinguine jeden Abend zurück zu den Nestern laufen, um ihre kleinen Jungen zu füttern. So haben wir das Glück noch einige der letzten Pinguine von Känguru Island zu sehen. Insgesamt sind es 12 Pinguine und 4 kleine Babys.

Nach einer Stunde ist die Tour wieder vorbei uns es geht zurück zu unserer Unterkunft. Dabei sehen wir zahlreiche Kängurus am Straßenrand. Aber wir fahren sehr langsam und vorsichtig. So erschrecken wir keines der Tiere und kommen unversehrt am Island Beach an.

Beim Duschen Abends erleben wir dann noch eine kleine Überraschung. Anscheinend ist der Wassertank leer. So haben wir kein Wasser mehr zum Kochen oder Duschen 😉.

Unser Gastgeber Sarah entschuldigt sich am nächsten Morgen und bringt Wasser zum kochen vorbei. Auch dürfen wir im naheliegenden Strandhaus duschen. Ihr ist es so unangenehm, dass sie sogar uns den gesamten Preis der Unterkunft von 80 Euro erstattet 💶. Was für eine nette Geste.

Nachdem alle wieder frisch geduscht sind, geht unser Roadtrip nach dem Frühstück weiter. Wir stoppen kurz an der Paddington Bay. Es ist eine wirklich hübsche Bucht mit glasklarem Wasser und großen Felsen. Ein perfekter Ort für ein paar Panorama Bilder 😊.

Danach verlassen wir die betonierte Straße und folgen einer Schotterpiste den Weg zur Murray Lagune. Auf dem Weg stoppen wir kurz. Direkt vor uns läuft ein Echidna über die Straße. Dies ist ein putziger Ameisenigel mit vielen Stacheln und einem süßen Gesicht, mit dem er meist in der Erde nach Nahrung wühlt. Als er dann wieder im Gebüsch verschwunden ist, setzen wir die Fahrt fort. Im Sumpfgebiet an der Murray Lagune gibt es viele verschiedene Vögel. Leider können wir nicht um die Lagune herum wandern. Die Wege sind wegen Überflutung gesperrt. So müssen wir bereits nach wenigen Minuten umkehren, da das Hinweisschild am Anfang der Tour Recht hatte. Vor uns sind die gesamten Wege und auch die Büsche und Bäume im Wasser versunken 🌳.

Also kämpfen wir uns mit dem Camper wieder zurück auf den asphaltierten Weg. Dieser führt uns zur Vivonne Bay. Hier werden wir heute unser Nachtlager aufschlagen. Nach dem Check-In leihen wir uns noch kostenfrei ein paar Sandboards aus und fahren zu unserem nächsten Programmpunkt.

Wenige Minuten später befinden wir uns an der Nachbarbucht, der Seal Bay. Der Name verrät schon, warum wir eigentlich hier sind. Am Strand liegen zahlreiche Seelöwen in allen Größen und Formen 😉. Leider muss man hier Eintritt zahlen. Nachdem dies geschehen ist, geht es zu Fuß auf einen Plankenweg bergab zum Strand. Dort befindet sich eine Plattform, von wo man die Seelöwen aus sicherer Entfernung bei ihren Aktivitäten beobachten kann. Zu ihrer Lieblingsaktivität zählt übrigens das faul am Strand liegen und schlafen.

Wir haben uns auch noch zu einer Führung mit Guide angemeldet. Mit ihm verlassen wir dann die Plattform und laufen direkt auf den Strand zu den Seelöwen. Er erklärt uns alles rund um die faulen Lebewesen und ihre Gewohnheiten. Durch die Tour haben wir die Möglichkeit, am Strand den Seelöwen näher zu kommen. Jedoch sind wir auch ein wenig von der Tour enttäuscht. Die Gruppen sind wirklich groß und ganz so nah dürfen wir dann den Seelöwen doch nicht kommen. Da hatten wir ehrlich gesagt mehr erwartet, nachdem wir ihr Prospekt und die Werbebilder gesehen hatten. Da war damals in Westaustralien an der Jurien Bay das Schnorcheln mit den kleinen Seelöwen spannender 🌊.

Gleich neben der Bucht liegt die Little Sahara. Es ist faszinierend, wie viele verschiedene Vegetationsarten es hier gibt. Wir waren heute am Strand, im Sumpfgebiet sowie in der Steppe und nun stehen wir „quasi“ in der Wüste. Vor uns liegen ein paar riesige Sanddünen. Schnell packen wir die Sandboards aus und laufen den steilen Berg durch den Sand hoch. Das ist ganz schön anstrengend. Bei der ersten Abfahrt bekommt leider Franzi etwas Sand ins Auge und es entzündet sich. So muss sie leider auf weitere Abfahrten heute verzichten. Ich klettere aber noch ein paar Mal mit meinen Eltern den Berg hoch und rutsche die Düne auf dem Board wieder hinab. Es macht schon Spaß 😊. Sie ist auch diesmal steil genug und man bekommt einen guten Schwung.

Nachdem am kompletten Körper der Sand festklebt (wir hatten wohl vorher uns mit Sonnencreme eingeschmiert) geht es wieder zurück mit dem Camper an die Vivonne Bay.  Dort spazieren wir noch etwas in der Umgebung herum. Keine 10 Meter vom Parkplatz entfernt macht ein großer Koala mit lauten „Grunz“ Geräuschen auf sich aufmerksam 🐨. Die Sonne geht auch langsam unter und auf den Wiesen springen viele kleine Wallabies herum. So schön kann die Känguru Insel ein.

Am Abend grillen wir noch und spielen im Camp eine Runde Billard. Dann wird es auch Zeit ins Bett zu gehen. Es war ein langer, aber sehr schöner Tag. Für meine Eltern haben wir ein Zimmer in dem Camp gemietet und wir schlafen direkt davor in unseren Camper. So kann jeder so laut Schnarchen wie er will 😉.

Koalas, Kängurus und Ameisenigel in freier Wildbahn

Unsere Insel Expedition geht weiter! Das nächste Ziel ist wieder eine Bucht, die sogenannte Hansen Bay. Hier liegt der „Koala Walk“ und der Name ist Programm 🐨. Auf einen Spaziergang entdecken wir zahlreiche Koalas in den hohen Bäumen schlafen. Wir sind früh am Morgen da. So haben wir auch das Glück, dass nicht alle Artgenossen ein Schläfchen halten, sondern auch einige auf den Bäumen herumlaufen und Eukalyptus als Frühstück essen. Nach einer Weile entdecken wir sogar einen Koala, welcher recht tief in einer Astgabelung seinen Sitzplatz ausgesucht hat. Er ist ein ideales Fotomotiv mit uns 😊. Zwischen den ganzen Bäumen mit ihren zahlreichen Koalas finden wir auch eine Menge Kängurus. Dabei sind wir sogar Zeuge von einem kleinen Boxkampf. Anscheinend mögen sich zwei der Kängurus nicht gerade besonders und tragen direkt vor uns ihre Rivalitäten aus. Wir müssen nur ganz ruhig sein, damit sie nicht vor uns weg hüpfen. In der freien Natur sind die Tiere doch schüchterner als in den vielen Streichelzoos 🌳.

Der Tag beginnt also richtig gut. So viele Tiere haben wir selten an so einen Morgen erlebt. Weiter führt uns die Fahrt zum KI Campground. Dort checken wir kurz in unsere nächste Lodge ein, bevor wir uns zum Mittag leckere Sandwichs zubereiten. Der Campingplatz ist bekannt für seine vielen Tiere. Jedoch ist es gerade Mittagszeit und die Sonne strahlt bei heißen Temperaturen. Wäre ich ein Tier, würde ich mir jetzt auch lieber einen schattigen Platz suchen, als hier rum zu hüpfen ☀.

So geht es zuerst in den Flinder National Park. Das Gebiet ist bekannt für seine Artenvielfalt und wunderschönen Natur. Uns führt es zuerst zum sogenannten Admiral Arch. Ganz in der Nähe befindet sich ein großer markanter Leuchtturm, wo wir unseren Camper parken können. Von dort geht ein Wanderweg an den beindruckenden Steilküsten zu dem genannten Bogen. Auf der Wanderung bemerken wir, wie stark und mit welcher Kraft die großen Wellen gegen die Klippen und Felsen prellen 🌊. Es ist richtig laut hier. Dann entdecken wir noch zahlreiche Seelöwen auf den Felsen. Sie scheinen die Wellen zu mögen. Die Tiere werden immer wieder von den Felsen gespült und schwimmen mit den Wellen durch die Klippenlandschaft, bevor sie sich einen neuen Felsen suchen. Es ist wirklich schön dies mit anzuschauen. Dann erreichen wir den Admiral Arch. Anfangs wussten wir gar nicht, was das eigentlich ist. Doch als wir direkt davorstehen, wird es recht deutlich. Es ist ein wirklich gigantischer Steinbogen. Quasi eine Felswand mit einem großen Loch in der Mitte. Darin liegen viele faule Seelöwen und im Hintergrund sieht man die Steilküste mit den großen Wellen. Was für ein Anblick. Es ist definitiv ein Ort, welchen wir jederzeit wieder besuchen würden. Es ist schwer mit Worten und Bildern diese Landschaft zu beschreiben. Aber zum Glück haben wir ja immer unseren Camcorder mit dabei. So könnt ihr euch auch mit unseren bewegten Bildern einen eigenen Eindruck von der wunderschönen Landschaft machen 📹.

Dann geht’s zurück zu Fuß zum Leuchtturm und direkt zum nächsten Highlight des Nationalparks. Auf uns warten die Remarkable Rocks. Diese bemerkenswerten Felsen sehen schon lustig aus. Als ob jemand wahllos mehrere riesige Felsbrocken übereinandergestapelt hat. Es sieht aus, als ob einige Felsen gleich wegrollen oder Felstürme umkippen würden. Doch hier ist alles fest verankert. So klettern wir auf die Felsen und genießen den Anblick auf die verschiedensten Felsformationen. Es macht richtig Spaß, hier herum zu klettern. Hinter jeder Ecke entdeckt man neue Formationen und so auch wunderbare Fotomotive 📷. Ein Fels sieht sogar aus wie die Mundöffnung bzw. die Schnauze eines großen Tieres.

Man muss nur etwas vorsichtig sein. Auch ein Hinweisschild macht darauf aufmerksam. Die Felsen sind direkt an einer Steilklippe gestapelt. Oft können hier ungewohnt starke Windböen auftreten und einen in den Ozean wehen. Wir gehen so also nicht ganz so nah an den Abgrund. Sicherheit geht vor und man weiß ja nie wann der Wind plötzlich umschlägt. Schließlich wollen wir nicht ins Meer geweht werden.

Jetzt ist es schon 17 Uhr. Wir haben heute schon echt viel erlebt und gesehen. Dennoch entscheiden wir uns für eine weitere dreistündige Wanderung im Nationalpark 🚶‍♂️. Diese startet direkt hinter dem Besucherzentrum des Nationalparks. Eigentlich führt die Wanderung zu ein paar Wasserlöchern, wo angeblich Schnabeltiere leben sollen. Wir sind zwar leise und warten eine Weile, entdecken tun wir aber keine. Da hatten wir an der Ostküste mehr Glück. Jedoch wurden laut der Dame im Besucherzentrum hier in den letzten Tagen keine Schnabeltiere gesichtet. Dafür entdecken wir aber eine Menge andere Tiere. Da nun langsam die Dämmerung einsetzt kommen sie zahlreich aus ihren Verstecken und begrüßen uns direkt am Wegrand oder auf den Wiesen.

Gleich nach den ersten hundert Meter der Wanderung taucht ein Känguru auf, was genüsslich direkt auf dem Weg sein Abendessen verspeist. Es lässt sich dabei nicht von uns stören, obwohl wir nur wenige Meter entfernt von ihm stehen. Es ist das erste freilebende Känguru, was nicht gleich vor uns weg hüpft 😊. Wenig später raschelt es erneut im Laub neben dem Wegrand. Erst sehen wir nichts. Doch dann schauen wir genauer auf den Erdboden. Dort trottet ganz langsam ein Echidna durch das Laub. Wir sind ganz leise. So können wir ihn in aller Ruhe beobachten. Bei den kleinsten Geräuschen steckt er sein Gesicht in die Erde und zeigt nur noch seinen stachligen Körper. Es ist schon lustig zu sehen, wie sich der kleine Ameisenigel durch das Laub bewegt.

Sonst sind noch auf den Weg riesige Echsen unterwegs und auf den Wiesen entdecken wir viele Gänse. Doch je dunkler es wird, desto mehr Kängurus kommen aus den Büschen und suchen nach Nahrung. Kurz vor 19 Uhr können wir die Kängurus gar nicht mehr zählen. Hinter jeder Kurve und auf jeder Wiese kommen uns neue Gruppen von wirklich riesigen Kängurus entgegen. Was für eine schöne Wanderung.

Doch das Highlight der Wanderung wartet noch auf uns. Auf dem Rückweg hören wir es erneut rascheln. Diesmal ist es kein Echidna oder Känguru.

Direkt vor uns taucht am Boden ein großer Koala auf. Er läuft direkt auf uns zu. Normalerweise haben wir nur schlafende Koalas gesehen 🐨. Er ist richtig aktiv. Und direkt auf ihn drauf sitzt sein kleines Baby. Er trägt es quasi die ganze Zeit mit sich. Es ist richtig süß, den beiden zuzusehen. Sie überqueren nur einen Meter entfernt von uns ganz langsam und gemächlich den Weg. Danach verschwinden sie langsam wieder im Wald. Was für ein besonderer Moment für uns. Ich glaube so etwas sieht man wirklich selten in der freien Natur.

Nach der wunderbaren Wanderung geht es dann zurück zum Campingplatz. Dort warten schon die ganzen Kängurus auf uns. Mittags war hier noch alles leer und ruhig. Jetzt sehen wir Kängurus, egal in welche Richtung wir schauen. Sie stehen sogar direkt neben unserer Hütte. So starten wir noch eine kleine Wanderung über den Campingplatz und den nahegelegenen See. Es ist so viele Kängurus und Wallabies gerade unterwegs. Ich habe über 50 Tiere gezählt. Echt unglaublich. So viele Tiere, wie heute haben wir bisher noch nicht auf unserer Weltreise gesehen. So wird dieser Tag uns sicherlich lange in Erinnerung bleiben 😊.

Und täglich grüßt das Känguru

Am nächsten Morgen geht es gut ausgeschlafen weiter. Den Vormittag verbringen wir wieder im Flinder Nationalpark. Eine weitere dreistündige Wanderung führt uns zur Snake Lagune. Leider sind heute auf den Weg wieder viele Fliegen unterwegs. Gut, dass wir hier noch unsere Fliegennetze von der Westküste mit dabeihaben. Am Wegrand begrüßt uns auch gleich eine große Echse. Sie ist über einen Meter lang. Aber als wir näher kommen, huscht sie schnell ins Gebüsch 🌳. Wir wandern die ganze Zeit entlang eines kleinen Flusses. Ziel ist eine einsame und ruhige Bucht direkt am großen Ozean. Es geht auch ständig bergauf und ab. Sonst sehen wir leider heute am Morgen nicht so viele aktive Tiere. Aber man kann ja nicht jeden Tag so ein Glück haben wie gestern. So fahren wir nach der Wanderung ein Stück weiter mit unserem grünen Camper.

Dabei stoppen wir an einem Wildpark bzw. Sanctuary. Hier hat man die Gelegenheit auch den zahmen Kängurus etwas näher zu kommen. Ähnlich wie in Caversham bei Perth kann man sich hier zu den Kängurus gesellen und sie füttern und streicheln. Sie rennen nicht weg und boxen einen auch nicht um 😉. Meine Eltern hatten zuvor noch nicht die Gelegenheit einen solchen Park zu besuchen. So nehmen wir uns etwas Zeit und erkunden die Anlage mit ihren Tieren. Mittlerweile ist es auch recht heiß geworden. Die Kängurus sind auch recht träge und schlabbern uns nur noch ab. So wird es Zeit wieder an die Küste zu fahren ☀.

Nächster Halt: Stokes Bay! Direkt am Meer führt uns ein kleiner und enger Weg durch eine Schlucht zu einen ruhigen Strandabschnitt 🏖️. Hier gibt es keine gefährlichen Wellen. Es ist endlich Zeit ins Meer zu springen und eine Runde zu Baden. Es ist wirklich erfrischend. Das Wasser ist Australien ist anscheinend nie so richtig warm 😉.

Weit schwimmen darf man aber nicht. Da ist dann doch die Strömung zu stark. So bleiben wir lieber im flachen Wasser der Bucht. Heute schlagen wir auch in der Stokes Bay unser Nachtlager auf. Wir haben direkt am Meer ein kleines Haus mit Terrasse gemietet 🌅. Es hat vier Zimmer. Genug Platz für uns alle. So müssen wir heute nicht im Camper schlafen.

Direkt hinter dem Haus befinden sich große Felder. Kaum geht heute wieder die Sonne langsam unter kommen auch wieder die Kängurus raus. Und es sind wirklich viele. Die ganzen Wiesen und Felder sind voll mit den hüpfenden Tieren. So entscheiden wir uns auch spontan noch für eine Wanderung durch die Felder, um den Kängurus etwas näher zu kommen. Danach geht’s zurück zum Haus und Camper. Anscheinend finden die Tiere unseren Wagen auch sehr interessant. Als wir zurückkommen, wird dieser gerade von einer Gruppe Kängurus belagert. Aber als wir uns nähern hüpfen sie leider aber schnell wieder weg. Hinter jeder Ecke versteckt sich nun ein Känguru.

Wir setzen uns derweil auf die Terrasse und ich hole den Grill aus der Gartenlaube. Dann gibt es ein schönes BBQ ♨️. Die Besitzerin hatte uns zuvor noch frischen Fisch vorbeigebracht. Wir genießen den Blick auf das ruhige Meer, bevor es wieder „Gute Nacht“ heißt.

Die Pelikane von Kangaroo Island

Am frühen Morgen begrüßen uns neben der Terrasse drei große Pelikane. Sie bleiben auch artig auf den Felsen sitzen, während wir frühstücken. Sie warten auf die Fischerboote, welche bald wieder von der See zurückkommen. Anscheinend ist bei der Ankunft auch immer ein leckerer Fisch für sie mit dabei 😉. Dann verlassen wir die Stokes Bay.

Wir stoppen nochmal im Sanctuary von gestern. Es ist früh noch kühl und die Tiere munter. So können wir nochmals den Kängurus Frühstück reichen und auch ein Foto mit den dort lebenden Koalas machen. Nach vielen Bildern geht es dann für uns weiter.

Vor uns liegt die Stadt Kingscote. Dort spazieren wir ein wenig durch die alte Stadt und meine Eltern laden uns nochmal zum Mittagessen ein.  Im Anschluss legen wir nochmal einen kleinen Badestopp in der Emu Bay ein, bevor wir zum Hafen von Kingscote zurückkehren 👙.

17 Uhr findet hier täglich eine Pelikanfütterung statt. Eigentlich sollte dies kostenlos sein. Aber anscheinend hat sich der Fischer gedacht, dass man dafür wohl auch 5 Euro pro Person verlangen kann. Nun sind wir schonmal hier und schauen uns das Spektakel an. Es sind wirklich viele Pelikane hier. Ich habe über 50 gezählt. Alle öffnen ihre hungrigen Mäuler. Einige kommen einen echt nah. Hoffentlich beißen sie nicht 😉.  Aber stattdessen muss man eher Angst haben, dass sie nicht über einen kreisen und ihren Darm entleeren. Der ganze Platz ist nämlich schon mit weißen Flecken bedeckt. Dann ist es endlich soweit. Der Fischer kommt mit einen riesigen Eimer Fisch und alle Pelikane folgen ihm brav. Dazu gesellen sich zahlreiche Möwen. Eine setzt sich auch gleich auf seinen Kopf. Anscheinend hat man dort wohl den besten Überblick, wo der Fisch ist. Als dann der Fischer den Eimer auskippt und der Fisch durch die Luft fliegt, startet das bunte Treiben. Zahlreiche Pelikane und Möwen fliegen durch die Luft und kämpfen und die Fische 🐟. Das ist mal was anderes.

Danach zieht leider der Himmel zu und es wird bewölkter. Bisher hatten wir jeden Tag Sonnenschein und blauen Himmel auf der Insel. Vielleicht weint ja die Natur, dass wir heute leider noch Kangaroo Island verlassen müssen. So geht es nach der Fütterung zurück zum Fährhafen. Dort legt am Abend die Fähre auf das Festland wieder ab ⛴️.

Es war eine richtig schöne Zeit auf der Insel und eines der besten Erlebnisse bisher auf unserer Weltreise.

Nun geht es noch 2h mit dem Camper Richtung Adelaide. Gegen 22 Uhr erreichen wir bei Regen den Vorort Glenelg. Dort übernachten meine Eltern noch ein paar Tage. Wir parken auf dem Hotelparkplatz und übernachten im Camper. Es ist schon spät und wir wollen nicht extra noch einen Campingplatz suchen. Die Duschen dürfen wir in ihrem Zimmer mitbenutzen 🌙.

Am nächsten Morgen heißt es dann Abschied nehmen. 12 Tage waren wir nun zusammen mit meinen Eltern unterwegs. Aber die nächste Etappe unserer Weltreise wartet auf uns.

Bereits 7 Uhr geht es für uns weiter ⏰. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück fahren wir zurück zur Campervermietung und geben den Van ab. Das Shuttle bringt uns zurück zum Flughafen und bereits wenige Stunden später sitzen wir wieder im Flugzeug. Diesmal geht es aber ein Stück weiter und wir verlassen den Kontinent Australien 🛫.

Es war wirklich schön und die letzten Monate hatten wir hier eine tolle Zeit verbracht. Das Leben im Camper hat uns sehr gut gefallen. Besonders die Flexibilität war ein besonderer Pluspunkt. Aber jedoch muss man auch sagen: Australien ist wirklich teuer als Backpacker. Und so freuen wir uns schon auf unser nächstes Abenteuer in einem neuen Land 😊.

Alle unsere Bilder findet ihr in voller Auflösung auf FlickR. Viel Spaß beim Anschauen 😊.

Besucht einfach unser Album: Adelaide und die Känguru Insel

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