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Margaret River & Busselton: Höhlen, Wein und Gartenzwerge

Jewel Cave und der längste Strohhalm-Stalaktit der Welt

Als wir heute Morgen aufwachen und aus unseren Camper schauen ist der Himmel leider bewölkt. Eigentlich wollten wir heute den Cape Leeuwin Leuchtturm besuchen. Aber das Wetter und der Eintrittspreis für einen Leuchtturm schrecken uns ab. So entscheiden wir uns für ein anderes und in unseren Augen wesentlich attraktiveres Ziel. In der Margaret River Region gibt es mehrere große Höhlensysteme ⛰️. Nach einer kurzen Recherche haben wir uns für die Jewel Cave entschieden und befinden uns nur noch wenige Fahrminuten vom Campingplatz entfernt vor deren Eingang. Sie liegt im Leeuwin-Naturaliste-Nationalpark. Die Höhle wurde bereits 1958 entdeckt und ist, wie wir heute feststellen, sehr beliebt bei Touristen. Vielleicht liegt es aber auch am Wetter 😉.

Jetzt beginnt es nämlich zu regnen. Die Höhle selbst kann nicht frei begangen werden. So kaufen wir uns ein Ticket für eine geführte Tour. Wir haben Glück und die nächste freie Tour startet bereits in 30 Minuten. Zunächst geht es über eine lange Treppe hinab in die Höhle.  Dort sind wir über eine Stunde unterwegs und unser Guide erklärt uns die Besonderheiten der Höhle. Wie aus dem Namen schon hervorgeht, erinnern die Formationen in der Höhle an Juwelen und der Anblick ist einfach atemberaubend 💎. Aber das besondere Highlight in der Höhle ist ein 5,9m langer Stalaktit. Laut unseren Guide ist er der längste Strohhalm-Stalaktit der Welt. Während der Erklärungen werden die einzelnen Gesteinsformationen immer mit verschiedenen Lichttönen illuminiert und im Anschluss an die Erklärungen erklingt aus den dortigen Lautsprechern sogar noch eine sanfte Melodie 📷.

Nach der in unseren Augen sehr informativen und schönen Tour geht es wieder an die Oberfläche.

Im Anschluss geht es mit unserem Camper weiter zu unserem nächsten Stopp. Wir befinden uns jetzt in Margaret River oder besser gesagt in der Umgebung der kleinen, aber recht mit Touristen gefüllten Stadt.

Die Region ist bekannt für ihre vielen Weingüter. So stoppen wir in einem Touristeninformationsbüro in der Stadt und holen uns eine Karte. Dort sind die über 50 Weingüter aufgezeichnet. Wir lassen uns gleich einmal beraten, wo sich ein Stopp lohnt. Dann geht es auch direkt los zu den Weinfeldern 🍇.

Auf den Weg dahin folgen sehr viele Polizeikontrollen. Immer wieder müssen wir anhalten und es wird geprüft, dass ich nicht getrunken habe. So wurde ich heute öfters mit unserem Camper angehalten als in den letzten zwei Monaten insgesamt. Der Wein ist natürlich verlockend. So beschränken wir uns auf den Besuch von vier Weingütern und Franzi übernimmt die Verkostung für mich mit 🍷. Es schmeckt einfach noch mal besser, wenn man den Wein unter blauem Himmel inzwischen von zahlreichen Weinreben trinkt. Aber es gibt natürlich nicht nur Wein zum Probieren. In der Region sind auch recht viele Käsefabriken angesiedelt, denen wir einen Besuch abstatten. Frischer Käse ist schon echt lecker. Als krönenden Abschluss halten wir noch in einer Schokoladen- und Nugatfabrik an. Auch dort kann man sich durch alle Sorten einmal durchtesten. Besonders haben es uns Vollmilch-Schokoladendrops angetan, die auf unserer Zunge schmelzen. Unser Mittagessen besteht heute nur aus Kostproben 😉

Gut gefüllt geht es dann am späten Nachmittag weiter. Wir erreichen die kleine Stadt Dunsbourough. Die Küstenregion hier ist bekannt für seine Wale. In dem Ort werden uns auch gleich überall Bootsfahrten zur Walbeobachtung angeboten 🐋. Fast hätten wir auch nochmal eine Tour gebucht. Aber der Preis ist schon recht hoch. Damals in der Hervey Bay an der Ostküste hatten wir ja nicht so ein Glück mit den Walen. Sie lagen nur faul im Wasser und sind nicht durch die Luft gesprungen wie man es von den tausenden Werbefotos kennt. Aber zum Glück haben wir heute keine neue Tour gebucht. Später am Campingplatz wird uns nämlich erklärt, dass die Saison gerade vorbei ist und man fast keine Tiere mehr sieht. Wir schlagen hier unser Lager auf und werden die nächsten Tage in der Umgebung bleiben. Ein Ausflug führt uns in dem Cape Naturalist Nationalpark. Dort unternehmen wir ein paar schöne Wanderungen direkt an der Küste entlang. Es gibt auch einige Viewpoints, die extra zur Walbeobachtung angelegt wurden. Leider entdecken nur einen Wal. Wir sehen aber hauptsächlich die Boote von den Waltouren und freuen uns lieber wandern gegangen zu sein, als auf einem der Boote das fast leere und wellige Meer anzuschauen 🛥️. Später kommen wir auch noch an einem Leuchtturm vorbei. Dieser ist aber eher unspektakulär. So geht es wieder zurück zu unserem Campingplatz. Er ist übrigens einer der günstigsten Stellplätze während unseres Roadtrips und der Besitzer ist super nett. Ein weiterer Vorteil: Der Campingplatz liegt direkt am Meer 🏖️. So packen wir unsere Campingstühle aus und setzen uns mit einer Flasche Weißwein an den Sandstrand und genießen den sonnigen Nachmittag an der Küste. Nach den langen Touren muss man sich auch mal wieder richtig ausruhen 😊.

Busselton und der längste Holzsteg der Welt

Der nächste Tag beginnt mit einer kleinen Überraschung.  Es ist 7 Uhr früh am Morgen und wir suchen beide verschlafen das naheliegende Toilettenhäuschen auf. Und schon ist es passiert! Hinter mir fällt langsam die Schiebetür des Campers zu und der Schlüssel liegt noch im Wagen. Über Nacht hatte sich auch der Camper noch automatisch verriegelt 🚐. So stehen wir leicht bekleidet bei frischen Temperaturen und umzingelt von tausenden Mücken vor unseren Camper und kommen nicht mehr rein.

Unsere Nachbarn haben anscheinend von unserem Dilemma mitbekommen und sind auch aufgewacht. Dabei handelt es sich auch um ein junges Backpackerpärchen, welches wie wir um die Welt reist. Sie nehmen uns netterweise bei sich auf 😉.

Die beiden bieten uns eine Decke und heißen Kaffee an. Sie sind die Rettung in dieser Sekunde. Zeitgleich versucht Franzi die Campervermietung telefonisch zu erreichen. Sie wollen für das Öffnen der Tür aber über 100 Euro haben und die Anfahrtszeit liegt bei über zwei Stunden. So kommt mir noch eine andere Idee. Ich laufe hinüber zum Haus des Campingplatzbesitzers und frage ihn nach seiner Hilfe. Er zeigt sich sehr hilfsbereit und schaut sich unser Problem sofort an. Dann geht er weg und kurze Zeit später steht er mit einem Eisendraht wieder vor uns. Dann versucht er mit dem Draht die Tür von Innen zu öffnen. Dafür drückt er den Draht durch eine kleine Spalte in das Fahrerhaus und windet sie bis zum Türhebel. Nach mehreren Anläufen ist es geschafft. Der Camper ist wieder auf 👍. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie wir uns freuen, wieder im Camper zu sein.

Als wir uns dann auch etwas Wärmeres angezogen haben, frühstücken wir noch mit Anna und Chris aus dem Nachbarcamper und kommen ins Gespräch. Dabei erfahren wir, dass sie wie wir auch einen Blog haben und auf blogaufmeer.de über ihre Erlebnisse berichten 🌎.

Nach unserem ausgiebigen Frühstück und abwechslungsreichen Vormittag fahren wir dann nach Busselton. Wir parken in der Stadt und schlendern ein Weg an der schönen Strandanlage entlang.

Wenig später erreichen wir einen restaurierten Pier. Er stellt die Hauptattraktion von Busselton dar. Mit einer Länge von 1,84 Kilometer hat man gut zu tun. Wir laufen quer über den ganzen Steg weit auf das Meer hinaus 🌊. Unter dem Pier schwimmen zahlreiche Fische. Nur dummerweise haben wir unsere Badesachen im Auto vergessen. Andererseits ist das Wasser hier auch wirklich frisch. Dies stellen wir fest, als wir kurz mit unseren Füßen im Meer baumeln.

Aber der Spaziergang über den Pier ist wirklich lohnenswert. Die Sonne strahlt und wir haben eine schöne Sicht auf die Strände und die Stadt.

Übrigens gibt es auch eine kleine Bahn, welche die fauleren Touristen vom Strand quer über den ganzen Steg bis zum Ende fährt. Wir sind heute aber sportlich und laufen lieber.

Am Ende des recht langen Piers befindet sich ein Unterwasserobservatorium 🐟. Dort können in einer geführten Tour die Meereslebewesen unter Wasser beobachtet werden. Ich denke aber, hier hat man wirklich mehr davon, wenn man einfach selber ins Wasser springt und eine Runde schnorchelt.

Sonst markiert das Ende des Piers noch eine große Säule, wo die Entfernungen zu den größten Städten von Australien und der Welt samt Himmelsrichtung dargestellt werden. Wir genießen die Aussicht, schießen noch ein paar Fotos und machen uns im Anschluss wieder auf dem Weg zum Festland 🚶‍♂️.

Gnomesville - Die Stadt der Gartenzwerge

Nächster Stopp: Gnomesville. Habt ihr schon mal davon gehört? Wir bisher nicht. Aber die Beschreibung im Internet klingt interessant. So entscheiden wir uns mit dem Camper dort vorbei zu fahren. Was uns dort genau erwartet, wissen wir noch nicht 😊.

Kurz vor einen Kreisverkehr an einer Landstraße signalisiert uns das Navigationsgerät, dass wir unser Ziel erreicht haben. Wir schauen etwas ungläubig, denn schließlich haben wir einen Ort erwartet. So parken wir hier und laufen ein Stück den Weg in den Wald 🌳. Doch bereits nach den ersten Metern sehen wir Gnomesville. Vor uns liegt eine riesige Fläche, welche voll mit Gartenzwergen in allen erdenklichen Formen und Posen ist. Es sollen mittlerweile über 5000 sein und die Population von Gnomesville wächst durch Spenden stetig weiter. Doch wie ist diese Stadt eigentlich entstanden?

Laut der offiziellen Webseite von Gnomesville hat alles mit dem naheliegen Kreisverkehr begonnen. Als dieser gebaut wurde, hat die Regierung angeblich ein Stück privates Land von einem älteren Ehepaar beschlagnahmt. Kurz nach der Fertigstellung des Kreisverkehrs tauchte dann plötzlich ein erster Gartenzwerg als stiller Protest auf. Doch schon wenige Tage später waren es über 20 Stück. Nach und nach wuchs so die Stadt. Die Gartenzwerge sollen also an das damalige Unrecht des Ehepaares erinnern.

Wir spazieren eine ganze Weile durch Gnomesville 🌲. An jeder Ecke entdecken wir neue Gartenzwerge. Einige von ihnen sind sehr speziell während andere Bereiche einfach nur durch die pure Masse an Gartenzwergen beeindrucken. Es macht Spaß hier durchzulaufen. Hinter jeder Kurve wartet ein neues Fotomotiv auf uns. Doch irgendwann wird es auch genug. Franzi findet die Stadt sogar etwas gruselig. Aber wann sieht man schonmal so viele verschiedene Gartenzwerge auf einmal 😉?

Mit dem Camper geht es dann wieder an die Küste. Hier stoppen wir in zur Mittagspause in Bunbury. Nach einer kleinen Stärkung im Park spazieren wir noch durch die Innenstadt zu einem Leuchtturm auf einen kleinen Hügel. Von hier oben hat man einen wunderschönen Ausblick auf die Wohnsiedlungen und die Küste 🔭. Unser Spaziergang führt uns weiter zu den Stränden und Parkanlagen am Meer. Hier gibt es eine kleine Promenade und ein paar Aussichtspunkte, wo man sich ausruhen und das Meer genießen kann.

Für uns ist Bunbury nur ein kleiner Stopp. Heute haben wir noch ein größeres Stück Fahrt vor uns. So geht es am Nachmittag wieder mit dem Camper weiter Richtung Perth, wo das nächste Highlight auf uns wartet.

Alle unsere Bilder findet ihr in voller Auflösung auf FlickR. Viel Spaß beim Anschauen 😊.

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2 Gedanken zu „Margaret River & Busselton: Höhlen, Wein und Gartenzwerge

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