Sulawesi – Tauchen mit den Schildkröten auf den Bunaken

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Wir fliegen nach Manado

Wir packen unsere Rucksäcke und rufen ein Grabcar Taxi. Dann geht es wieder zum Flughafen von Makassar. Heute fliegen wir nach Manado ✈️. Die Stadt liegt ebenfalls in Sulawesi und ist der Ausgangspunkt unserer nächsten Touren. Unser heutiges Ziel sind die Bunaken. Dabei handelt es sich um eine Inselgruppe direkt vor Manado. Im dazugehörigen Nationalpark liegen einige der schönsten Tauchgebiete von Indonesien. Im Hafen von Manado warten zahlreiche Charterboote, welche Touristen zu recht hohen Preisen auf die vorgelagerten Inseln fahren. Jedoch fährt gegen 14 Uhr jeden Tag (bis auf Sonntag) ein öffentliches Boot zu den Bunaken für 3 Euro. Wir werden im Hafen gleich von ein paar Crewmitgliedern angesprochen und bis zum Boot geführt. Erst dachten wir, dass sie uns zu teuren Privatbooten bringen. Aber da lagen wir glücklicherweise falsch. Sie führen uns zwar durch enge Gassen quer über den Hafen, aber wirklich bis zu dem öffentlichen Boot. So müssen wir auch nicht lang suchen und erreichen den Anlegeplatz bereits gegen 12 Uhr. Davor gibt es viele kleine einheimische Küchen. Perfekt für ein Mittagessen 😊. Wir fragen nach einem Gericht, welches nicht scharf sein soll. Die ältere Küchenchefin zeigt auf nur ein Gericht. Es ist Hühnchen mit Reis und Soße. Doch die Soße hat es in sich. Das einzige nicht scharfe Gericht lässt unsere Köpfe rot anlaufen. Nach ausreichend Reis und Wasser geht es uns dann aber schnell wieder besser und eine halbe Stunde vor 14 Uhr steigen wir auf das Boot. Neben vielen Backpackern werden allerhand Lebensmittel von Eiern bis zu Reissäcken aufgeladen. Es wird schnell sehr voll und eng. Durch eine Außentemperatur von 35 Grad und keiner Windböe fühlen wir uns wie in einer finnischen Sauna. Wir warten und warten doch das Boot will einfach nicht ablegen. Zum Glück sind noch andere Backpacker und Familien mit an Bord, mit denen wir uns über die Bunaken unterhalten können.

Endlich geht es dann mit 2h Verspätung gegen 16 Uhr los 🛥️. Grund für die Verspätung sind die Gezeiten. Aktuell sind diese im Juli und August wohl sehr stark ausgeprägt. So war der Wasserstand zu niedrig, um mit dem Boot ablegen zu können. Nach einer Stunde erreichen wir dann auch den kleinen Fischerhafen auf den Bunaken, wo wir endlich das heiße Boot verlassen können. Am Strand wartet bereits ein weiteres kleines Motorboot, welches uns und andere Gäste zu den Panorama Dive Resort auf der Insel fährt. Das Resort wird von Sven und seiner Frau Ester geführt. Sven ist ein deutscher Tauchlehrer und ist vor 14 Jahren nach Indonesien ausgewandert und hat dort das Hotel mit Tauchcenter gegründet. Wir werden freundlich begrüßt und zu unserem Bungalow geführt. Dabei fliegt mir plötzlich ein weißer Papagei auf den Rücken und setzt sich auf meinen Rucksack. Er begleitet uns ein Stück. Dann beginnt der Papagei plötzlich an meinen Rucksack zu knabbern. Da muss er leider gehen. Der Papagei heißt übrigens Jakob 🐦und gehört zum Resort. Er kann seinen eigenen Namen sagen sowie auf lustige und gruselige Art laut lachen.

Wir haben im Panorama Divers Resort die Basis Kategorie gebucht. Das Zimmer ist recht einfach eingerichtet - aber für uns völlig ausreichend. Wir haben ein Bett mit Mückennetz sowie eine Dusche im Zimmer. Von unserer Hängematte auf den Balkon können wir sogar das Meer sehen. Strom und sogar Internet im Bungalow gibt es von 18-6 Uhr. Wir zahlen ca. 15 Euro pro Person pro Nacht. Im Preis sind bereits drei Mahlzeiten sowie Wasser, Tee und Kaffee inklusive.

Das Abendessen gibt es in einer der beiden Restaurants, wo wir mit anderen vorwiegend deutschen Familien und Backpackern zusammensitzen und den Abend ausklingen lassen.

Strahlende Sonne und bunte Fische auf den Bunaken

Für den nächsten Tag haben wir gleich unseren ersten Tauchgang am Lekuan II Tauchspot gebucht. Er soll zu den schönsten der Insel gehören. Wir sind gespannt 😊. Doch zuvor haben wir genug Zeit die Anlage zu erkunden. Dabei bemerken wir viele Tiere in unserer Anlage. Es ist fast wie auf einen Bauernhof, nur mit Palmen und Sandstrand. Erst hoppelt an unseren Bungalow ein Kaninchen 🐰 vorbei. Kurz darauf ein Hotelangestellter, welcher ihn versucht wieder zu fangen. Auf den Weg zum Frühstück treffen wir auf eine Schweinefamilie 🐷. Im Gegensatz zu den Schweinen im Toraja Hochland laufen hier die vielen kleinen Schweinchen fröhlich ihrer Mutter hinterher. Ein Hahn 🐓 gibt es natürlich auch. Wer sollte uns denn sonst wieder zeitig am Morgen wecken 😉.

Am Strand stehen ein paar Liegen, welche aber nicht so häufig genutzt werden. Fast alle Gäste sind tauchen, schnorcheln oder ruhen sich in ihren Hängematten am Bungalow aus. Am Strand wird häufig der Müll von Manado angespült, was leider etwas unschön ist.  Durch die starken Gezeiten ist das Wasser am Strand bei Ebbe so niedrig, dass sogar die Korallen über der Wasseroberfläche zu sehen sind. Wir können zum Schnorcheln und Baden nur am Vormittag oder späten Nachmittag ins Meer vom Strand laufen.  

 

Natürlich sind wir zum Schnorcheln ins Wasser gegangen. Dazu haben wir Schwimmflossen angezogen, denn am Strand und im Meer muss man aufpassen. Es geht länger sehr flach ins Wasser. Dort befinden sich viele rote und blaue Seesterne sowie ein paar Seeigel. Aber auch auf Steinfische sollte man genau achten. Hat man den flachen Abschnitt überquert folgt direkt vor dem Hotel eine sehr schöne Steilwand vom Riff. Dort kann man ewig nach links und rechts schnorcheln und viele Fische und auch Schildkröten beobachten.

Den restlichen Vormittag ruhen wir uns aus und genießen das leckere Essen vom Resort 🌴.

Unsere Taucherlebnisse im Nationalpark der Bunaken

Am Nachmittag geht es dann voller Freude endlich auf das Tauchboot. Vorher noch die Ausrüstung zusammenstellen sowie prüfen und los geht’s. Die Tauchgruppen sind sehr klein gehalten. Maximal werden 4 Personen, oft aber auch nur 2 Personen pro Tauchlehrer zugeordnet. So kann der Tauchgang auch individueller auf uns abgestimmt werden 😊.

Der Lekuan II Tauchspot ist eine lange Steilwand mit großen Fischbeständen. Wir springen ins Wasser und tauchen mit unserem Guide und zwei weiteren Personen ab. Die Sicht unter Wasser ist glasklar. Wir können dadurch sehr weit schauen und sehen an der Steilwand die vielen bunten Korallen und kleinen Fische schwimmen. Wir tauchen langsam an der Wand entlang und sehen dabei größere Fischschwärme und die ersten Schildkröten ganz nah an uns vorbei ziehen Auf den Korallen der Steilwand sitzen auch viele kleine Krebse, welche uns der Tauchlehrer zeigt. Im späteren Verlauf des Tauchgangs setzt eine Strömung an der Wand ein. Wir müssen nun nicht mehr schwimmen und lassen uns entlang der Steilwand und der vielen Fische von der Strömung bis zum Ende des Tauchganges treiben 🐟.

Fasziniert von unserem ersten Tauchgang auf den Bunaken entscheiden wir uns für die nächsten Tage gleich 4 weitere Tauchgänge zu buchen. Unser nächster Tauchgang beginnt auch gleich am nächsten Morgen 8 Uhr. Da müssen wir zeitig aufstehen.

Müde geht es zum Frühstück, wo es Rührei und Pancakes als Stärkung vor den Tauchgang gibt. Danach steigen wir wieder auf das Boot und fahren auf das Meer. An einer weiteren Steilwand entdecken wir während unseres Tauchgangs immer neue Fische. Zwischen den Korallen verstecken sich Rotfeuerfische, Steinfische sowie auch ein Büffelkopf Papageifisch. Aus einer kleinen Höhle schaut uns auch grimmig eine Krake an. In einen weiteren Unterschlumpf finden wir auch eine Zebra Moräne.

Nach dem Tauchgang bleiben wir gleich an Board und fahren zu den nächsten Tauchspot. Dieser heißt Turtle City. Wie der Name es erahnen lässt, sehen wir hier sehr viele Schildkröten 🐢. An der Steilwand schlafen die ganzen Schildkröten, während wir vorbei schwimmen. Einige sind auch munter. Sie kommen direkt auf uns zu geschwommen und ziehen nur wenige Zentimeter an uns vorbei. Manche der Schildkröten sind mehrere Meter groß.

 

Bei dem heutigen Tauchgang müssen wir mit der Strömung aufpassen. Diese ist heute stark ausgeprägt. Leider nicht in unsere Schwimmrichtung. So tauchen wir ganz nah an der Steilwand entlang, um der Strömung zu entgehen. Sobald man sich wenige Meter von der Wand entfernt, ist die Strömung zu stark um dort zu schwimmen und verliert unnötig Sauerstoff und Energie. Wir folgen den Schildkröten und sehen weitere Moränen, Tintenfische sowie einen großen Markellenschwarm. Auch ein Kugelfisch und ein Anglerfisch kreuzen unsere Tauchwege 🐠.

Generell herrschen auf den Bunaken starke Strömungen. Bei jedem Tauchgang muss man sich genau beim Briefing informieren, wie diese das Schwimmverhalten beeinflussen. Bei einigen Tauchspots muss man sich genau an die Vorgaben des Tauchlehrers halten bzw. ihm am besten dicht folgen. Wird man von einer falschen Strömung erfasst und vom Tauchspot weggetrieben hilft sonst nur noch der Notausstieg. Solche schwierigen Strömungstauchgänge haben wir aber nicht gebucht 😊.

Bei einem weiteren Tauchgang entdecken wir unter einen Felsen drei schlafende Haie 🦈 und später einen Rochen sowie weitere Moränen und Hummer. An einer Koralle stoppen wir auch kurz und bewegen uns nicht. Sofort kommen viele kleine Fische zu uns geschwommen und berühren sogar unsere Taucherbrille. Diese kleinen Fische sind anscheinend sehr neugierig.

Ich werde auch immer besser mit dem Luftverbrauch unter Wasser. So kann ich bereits 60 Minuten unter Wasser bleiben. Franzi war einmal sogar fast 90 Minuten unter Wasser. Es ist klasse, dass die Guides einen bis zum Ende begleiten und nicht die Tauchgänge nach einer definierten Zeit wie z.B. 45 Minuten beenden. Sie nehmen sich sehr viel Zeit für unsere Unterwasserabenteuer.

Bei dem letzten Tauchgang entscheidet sich Franzi für einen Nachttauchgang. Dieser findet von 18-21 Uhr am Abend statt. Sie schwimmt mit zwei weiteren Tauchern durch das dunkle Meer mit einer Taschenlampe und unserer Kamera in der Hand. Hier muss man besonders aufpassen und dicht beieinander schwimmen. Sonst verliert man schnell die Gruppe und muss sich alleine in der Dunkelheit orientieren. Dabei sieht sie neben den ganzen Fischen auch sehr viele exotische Krebse am Meeresgrund und an den Korallen entlang krabbeln. Ich habe mich für einen normalen Tauchgang am nächsten Morgen entschieden. So genieße ich bereits das Abendessen und warte auf Franzi. Sie muss etwas länger hungern und kommt glücklich von ihrem Nachttauchgang gegen 21.30 Uhr wieder 😊.

Ich habe das Glück, dass am nächsten Nachmittag keiner einen Tauchgang gebucht hat. So habe ich einen Privattauchtag. Ich fahre also alleine mit Boot und Guide auf das Meer zum Tauchen. Wir schwimmen wieder an einer Steilwand über eine Stunde entlang und sehen erneut viele Schildkröten, Skorpionfische und einen Schwarm von Falterfischen 🐢.

Die restliche Zeit auf den Bunaken ruhen wir uns von unseren farbenfrohen sowie fischreichen Tauchgängen aus und genießen die Sonne und das Meer. Nach 6 Tagen auf der Insel verlassen wir die Bunaken und kehren zurück nach Manado, wo bereits unser nächstes Abenteuer auf uns wartet.

Unsere Fotos über die Bunaken

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