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Sulawesi’s Hinterland – Tangkoko Nationalpark und Tomohon

Unterwegs zu den Koboldmakis

Von Manado geht es in den 2,5h entfernten Tangkoko Nationalpark, welcher bekannt für seine kleinen und auch großen Affen ist 🐵.

Kurz vor unserer Reise haben wir im Nationalpark ein Hotel und eine Abholung bei Franky’s Hill Cottages gebucht. Ein Tag vor unserer Tour haben wir ihn kontaktiert und nach der Abholzeit gefragt. Doch leider teilte er uns dann mit, dass er ausgebucht ist. Er hat also unsere Reservierung einfach vergessen. So haben wir in Manado ein Taxi gesucht, welches uns in den Nationalpark fährt 😊.

Los geht die Fahrt mit Taximeter Richtung Park. Den Taxifahrer navigieren wir mit unserer Offlinekarte, da er anscheinend nicht genau wusste, wo hin er fährt. Die Straßen werden auch immer kleiner und die Schlaglöcher größer. Am Ende der Strecke hört dann auch der Asphalt auf. Trotz schlechten Straßenverhältnissen bringt uns der Fahrer bis zu unserem Ziel und wir haben sogar weniger gezahlt als bei der Reservierung über die Unterkunft 😉. Vor Ort suchen wir dann eine freie Unterkunft und checken im Tangkoko Rangers Homestay ein.

Ursprünglich hatte ich auch einen Guide via Mail angeschrieben und mit ihm eine Tour vereinbart. Aber genau wie die Unterkunft war auch der Guide nicht mehr verfügbar. In der Gegend scheint man es wohl nicht so ernst mit verbindlichen Reservierungen zu nehmen.

Aber direkt vor unserer Unterkunft wartet auch bereits der nächste Guide, welcher uns eine Tour verkaufen will. Wir buchen eine 4 stündige Wanderung über den Nachmittag in den Park. Die meisten Touristen gehen erst ab 16 Uhr los. Da wir aktuell in der Hauptsaison reisen, sind aber dementsprechend viele Personen abends im Park unterwegs 🌳.

Wir starten gegen 13 Uhr nach einer kleinen Stärkung unsere Tour. Nachdem wir eine für Indonesien recht hohe Nationalparkgebühr von 10 Euro bezahlt haben, sehen wir bereits nach wenigen Metern am Fluss drei schwarze Makaken 🐒 spielen. Weiter geht es zu Fuß tiefer in den Wald. Dort treffen wir an einen Baum auf eine Koboldmaki Familie. Die kleinen Affen sind die Hauptattraktion im Park. Besonders markant sind ihre großen Augen und Ohren. Sie sehen recht niedlich aus und gehören zu den kleinsten Primaten der Welt. Koboldmakis sind nachtaktiv. Sobald die Sonne untergegangen ist, gehen sie auf die Jagd nach Insekten. Unser Guide bringt aber gleich ein paar Insekten als Nachmittagssnack mit 😊. So schauen uns auch vor Sonnenuntergang die großen Augen der Koboldmakis neugierig an 🐵.

Weiter im Dschungel treffen wir auf einen bunten Nashornvogel. Er kam gerade zurück von der Nahrungssuche und verpflegt seine Küken im Nest hoch oben in den Baumkronen 🐦. Später zeigt uns der Guide auch zwei Kuskus-Bären, welche sehr selten im Park zu sehen sind. Jedoch beobachten uns die beiden von weit oben, sodass wir sie leider nicht so gut sehen können.

Auf den Rückweg durch den Wald kommen wir wieder bei den Koboldmakis vorbei. Jetzt sind wir aber nicht mehr alleine. Der Baum wird schon von zahlreichen Touristen und riesigen Objektiven belagert. Unser Guide erklärt uns, dass es später noch viel mehr werden. Wir hatten Glück und die Koboldmakis für uns alleine 😊. Kurz vor Ende der Tour sehen wir noch zwei Tarantel Nester 🕷️. Dann geht es wieder zurück zur Unterkunft.

Von dort laufen wir noch ein wenig durch das kleine Dorf. Wir sind durstig und auf der Suche nach einem kühlen Getränk. Straßenküchen oder kleine Läden suchen wir sehr lange.  Nach vielen Fragen finden wir dann einen kleinen Shop, welcher uns zwei Getränke verkauft 😊. Dann geht es noch zum Strand. Im Gegensatz zu unseren bisher besuchten Stränden ist hier der Sand schwarz ⛱️. Im Meer davor haben die Fischer kleine Holzgestelle mit Netzen für den Fischfang aufgebaut. Wir laufen nur ein kleines Stück über den Strand. Der schwarze Sand ist so heiß, sodass wir schnell wieder umkehren.

Abends essen wir noch eine leckere Suppe und ein Hühnchen Gericht mit Reis im Homestay nebenan. Unsere Küche hat leider geschlossen, da das Baby der Köchin krank ist und in eine Stadt gefahren werden musste. Im Nachbar Homestay hat der Eigentümer Geburtstag und hat extra eine Art Bowle mit Früchten, Palmenwein und Sprite sowie viel Zucker zusammengemischt. Er lädt uns alle auf ein Getränk ein. Jedoch ist der Alkoholgehalt so stark, dass wir nicht sehr viel davon trinken können 😊. Erschöpft fallen wir nach einen erlebnisreichen Tag ins Bett bevor wir morgen weiterreisen.

Tomohon – Zwischen Vulkanen und Schwefelseen

Es ist gar nicht so einfach ohne privaten Transfer oder ein Taxi aus dem Nationalpark wegzukommen. Wir versuchen es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Normalerweise fahren von hier Pickups zur nächstgrößeren Stadt. Auf den Fahrzeugen sind auf der Ladefläche Holzbalken als Sitze montiert oder es stehen einfach nur Plastikstühle darauf. Diese fahren dann los, wenn die Fläche randvoll mit Personen gefüllt ist, damit nichts mehr verrutschen kann. Wir haben Glück und ein kleiner Van hält an. Er nimmt uns mit anderen Einheimischen für den gleichen Preis mit ins Nachbardorf und bringt und sogar gleich bis zur Busstation. So sind wir sicherer als auf der Ladefläche eines Pickups unterwegs.

Weiter geht es nach Tondano mit einem lokalen Bus 🚌. Unsere Rucksäcke werden auf dem Dach befestigt und wir quetschen uns auf die kleinen Sitze in einen überfüllten Bus bei über 30 Grad. Franzi findet einen Platz vorn während ich noch eine Lücke auf der Rückbank des Busses entdecke.

Nach zwei Stunden erreichen wir dann den Ort und steigen in einen kleinen blauen Van um, welcher uns nach Tomohon bringt. Der Fahrer wartet noch kurz bei einer kleinen Straßenküche auf weitere Fahrgäste und lädt uns auf einen frittierten Teigball ein, welche mit Nudeln gefüllt ist. Er schmeckt auch gar nicht mal so schlecht 😊.

Die nächsten zwei Nächte verbringen wir bei Fergie. Hier haben wir ein Zimmer bei einer einheimischen indonesischen Familie via Airbnb gebucht. Das Zimmer ist recht klein, einfach eingerichtet und das Bad sowie die Toilette im indonesischen Stil gehalten. D.h. die Spülung der Toilette und die Dusche erfolgt mit dem Wassereimer 😉. Dafür sind die Gastgeberin und ihre Familie sehr nett und erklärt uns die Umgebung.

Als erstes fahren wir zu den Schwefelsee Linow und genießen dort unser Mittag. Dabei gibt es sogar als Angebot zwei Radler zum Preis von einen. Da können wir nicht Nein sagen und blicken bei dem kühlen Bier auf den blauen See. Überall am Rand des Sees brodelt leicht das Wasser und der Dampf steigt zum Himmel auf. Nach dem Mittagessen wandern wir noch ein Stück am See entlang bevor es wieder zurück zu Fergies Wohnung geht.

Am nächsten Morgen fahren wir dann auf den Markt in die Stadt. Er ist besonders für seine exotischen Produkte bekannt. Wir kaufen uns in der Früchteabteilung zwei frische Ananas und durchstöbern weiter den Markt. Besonders die Fleischabteilung ist makaber. Hier gibt es gegrillten Hund, Fledermäuse sowie Schweineköpfe oder ein Stück von einer Schlange zu kaufen. Es wird alles frisch vor den Käufern zerhackt und in Plastikbeutel eingepackt. Da bleiben wir lieber bei unserem Obst 🍌.

Im Anschluss beginnen wir mit unserer Wanderung auf den aktiven Vulkan Lokon, welcher direkt vor dem Ort emporragt ⛰️. Der Weg zum Krater ist ein ehemaliger Fluss aus Lavagestein. Dieser schlängelt sich durch den Wald den Berg herauf. Nach ca. 90 Minuten erreichen wir völlig verschwitzt den Kratzerrand. Oben angekommen genießen wir die Aussicht und essen unsere frische Ananas. Überall steigt Rauch aus dem Krater empor. Franzi wandert auch noch etwas um den Kraterrand herum. Es ist auch ein idealer Platz, um über den Krater mit unserer Drohne zu fliegen 😊. Nach genügend Aufnahmen geht es dann wieder Richtung Tomohon bergab.

Knöchelbruch? – Franzi ist gestürzt

Auf den Weg ins Tal ziehen plötzlich dunkle Wolken auf und es beginnt stark zu regnen. Das Flussbett, welches wir hochgeklettert sind wird immer rutschiger und wir kommen nur noch langsam voran. Vorsichtig klettern wir von Fels zu Fels bergab.

Plötzlich rutscht Franzi aus und hat starke Schmerzen im linken Fuß und kann sich nicht mehr bewegen. Es ist aber noch ein gutes Stück bis zur Stadt. Wir wissen nicht was mit ihren Fuß passiert ist. Zum Glück kommt hinter uns noch eine deutsche Familie den gleichen Weg entlang. Sie bieten uns gleich ihre Hilfe an. Gemeinsam mit dem Mann und den Sohn der Familie trage ich Franzi den Berg Stück für Stück bergab. An steilen Passagen robbt Franzi auf ihren Hintern den Berg hinunter. Die Familie hat am Ende des Weges ein Auto geparkt. Welch ein Glück. So können wir Franzi in das Auto setzen und fahren in das nächstgelegene Krankenhaus in Tomohon.

Dort versuchen wir uns bestmöglich mit Englisch zu verständigen. Doch nur wenige Personen verstehen uns. Zuerst wird der Fuß geröntgt. Dann das Ergebnis: Knöchelbruch. Wir hatten gehofft, dass es nur eine Verstauchung ist. Leider hat Franzi Pech. Ihr Bein wird gerichtet und eingegipst. Gegen die Schmerzen bekommt sie noch Tabletten verschrieben. Ich kaufe dann noch in der nächsten Apotheke zwei Krücken, damit Franzi sich langsam fortbewegen kann. Sie hat weiterhin sehr starke Schmerzen. Doch mit einen Taxi schaffen wir es zurück zu unserer Airbnb Unterkunft, wo Franzi sich von dem Schock erholen kann.

Zurück geht es dann bereits am nächsten Tag nach Manado, wo wir uns im Hotel ausruhen und Franzi ihr Bein schont bevor wir nach Semarang auf Java weiterfliegen. Der Transport unserer großen Rucksäcke ist nun auch umständlicher. Franzi kann nichts mehr tragen und ich versuche unser ganzes Gepäck bis zum Flughafen zu bringen. Zum Glück gibt es aber viele hilfsbreite Menschen, welche mich beim Ein- und Ausladen sowie Tragen unterstützen.

Am Flughafen müssen wir extra viele Dokumente ausfüllen, damit Franzi auch fliegen darf. Danach haben wir es aber geschafft. Franzi wird mit einen Rollstuhl in den Flieger geladen und wir starten pünktlich zu unseren nächsten Ziel.

Unsere Fotos aus Tangoko und Tomohon

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