NeuseelandReiseberichte

Wellington – Zu Besuch in der Hauptstadt von Neuseeland

Die windigste Stadt Neuseelands

Nachdem wir den kleinen Ort Bulls verlassen haben, trennen uns nur noch 150 Kilometer bis Wellington. Wir sind erstaunt, was hier auf den Straßen los ist. Es ist sehr viel Verkehr und wir stehen immer wieder in kleinen Staus bei Kreisverkehren, Baustellen oder Ampeln. Wir hätten nie gedacht, dass es hier so viele Autos (keine Camper) gibt. Der Highway nach Wellington ist völlig überlastet. Und wir sind nicht einmal im Berufsverkehr unterwegs 🚗.

Nachmittags haben wir es dann geschafft und erreichen das Stadtzentrum von Wellington. Wir sind in der Hauptstadt von Neuseeland, auch wenn hier nur 400.000 Einwohner leben. Kein Vergleich zu Auckland mit seinen 1,5 Mio. Menschen. Die Stadt liegt direkt an der Südspitze der Nordinsel. Dadurch bietet die Stadt auch Angriffsfläche für starke Windströmungen und Fallfinde. So hat Wellington auch den Spitznamen „Windy City“ erhalten.

Das Parken in der Stadt ist richtig teuer 💶. Aber direkt im Stadtzentrum gibt es einen großen Supermarkt. So nutzen wir diesen gleich als kostenlosen Parkplatz. Direkt daneben befindet sich das Te Papa Museum. Es ist das Nationalmuseum von Neuseeland und völlig kostenlos. Es ist riesig. Wir können uns am Nachmittag nur einen Bruchteil davon anschauen. Man erfährt hier sehr viel über die Māori Kultur, die Entstehung der Insel und die Tierwelt. Auch das Thema Erdbeben und Vulkane wird hier ausführlich erläutert und dargestellt. So gibt es z.B. ein kleines Haus im Museum, in das man reinlaufen kann. Dort bleibt man fünf Minuten stehen und in dieser Zeit wird ein Erdbeben simuliert. Man muss sich ein wenig festhalten und sieht dabei wie ein Erdbeben Schäden anrichten kann. Während der Darbietung wackelt der Boden unter unseren Füßen auch immer stärker. Es ist wirklich die gesamte Geschichte Neuseeland hier sehr liebevoll und ausführlich dargestellt 👍.

Im Anschluss müssen wir uns noch um eine Übernachtungsmöglichkeit kümmern. Dies ist in Städten meist gar nicht so einfach mit dem Camper. Aber das Gute ist: Unser Camper hat ein „Self Contained“ Zertifikat. Dies bekommt man eigentlich nur wenn der Camper einen Warmwasseranschluss und eine Toilette hat. Wir mussten lange nach der Toilette in unseren umgebauten Van suchen. Doch dann haben wir eine Art portables Katzenklo beim Reserverad gefunden 😊. Das war anscheinend für das Zertifikat ausreichend. So können wir auf den zahlreichen kostenfreien Campingplätzen übernachten. Und hier wird wirklich viel kontrolliert. Früh am Morgen haben Camper ohne gültiges Zertifikat oft Strafzettel mit Gebühren von über die 200 Euro an ihrer Windschutzscheibe kleben. Daher der Rat: In Neuseeland gleich in einen Camper mit einem solchen Zertifikat investieren. Denn reguläre Campingplätze sind hier wirklich richtig teuer mit 40-50 Euro die Nacht.

Die kostenlosen Campingplätze haben zwar immer eine Toilette, aber nie eine Küche oder Dusche bzw. Strom. So fahren wir zuvor zu einem Schwimmbad und gehen dort uns für 2 Euro warm duschen 🏊. Dann geht es zu dem besagten kostenfreien Campingplatz. Da es der einzige in der Umgebung ist, ist dieser auch sehr begehrt. Wir haben Glück und ergattern den letzten freien Stellplatz. Die Wagen stehen wirklich eng zusammen. Der Platz liegt direkt an der Küste bei einer Klippe. Nun hatten wir ja bereits erklärt, dass es in Wellington sehr windig ist. Das merkt man hier ganz besonders. Unser Essen muss heute Abend im Camper stattfinden 🍽️. Stühle und Tische werden immer wieder weggeweht. Selbst unser Camper bietet keinen ausreichenden Windschutz. Die Nacht wird dementsprechend auch sehr unruhig. Unser Fahrzeug wird die ganze Zeit richtig durchgeschaukelt. Alles wackelt hin und her.

Am nächsten Morgen ist es nicht mehr ganz so windig. Wir frühstücken dennoch lieber im warmen Camper. Draußen kontrolliert gerade die Polizei mal wieder die Zertifikate und stellt fleißig den Falschparkern Strafzettel aus. Wir machen uns dann nach dem Frühstück wieder auf den Weg ins Stadtzentrum. Denn bisher haben wir noch nicht so viel von Wellington gesehen.

Zu Fuß unterwegs durch Wellington

Die Sonne strahlt wieder ☀. Als wir in der Innenstadt ankommen, entscheiden wir uns diesmal nicht für den kostenloses Supermarktparkplatz. Wir wollen hier etwas länger bleiben und stellen unseren Camper direkt neben den Te Papa Museum ab. Die Preise am Münzautomaten sind aber etwas hoch mit 30 NZ für den Tag. Aber nach einer kleinen Recherche sind wir auf die App Parkmate gestoßen. Hier können wir für Wellington das gleiche Parkticket online kaufen und sparen sogar 9 Euro (dank Gutscheincode 😋).

Und da das Ticket 24h gilt und Camper erlaubt sind, wird dieser Parkplatz auch unser nächstes Nachtlager 🌙. Toiletten gibt es sogar in der naheliegenden Tankstelle und im Museum.

Aber zuerst geht es zu Fuß durch Wellington. Es ist auch im Stadtzentrum sehr windig, vor allem an der Hafenpromenade. Diese ist sehr schön angelegt und lädt zum Verweilen ein. In einer kleinen künstlichen Lagune fahren Regattaboote zum Training hin und her. Über verschiedene Brücken hat man einen guten Einblick auf das gesamte Areal. Da es auch so schön ruhig ist, setzen wir uns in eins der zahlreichen Cafés und trinken direkt am Wasser auf Sitzsäcken einen Cappuccino ☕.

Gut erholt geht es dann weiter durch Wellington. Vor einer alten Kirche bleiben wir stehen: die Old St. Pauls Church.

Von außen wirkt sie eher klein und unscheinbar, aber von innen zählt sie zu einer der schönsten Kirchen, die wir bisher auf der Weltreise gesehen haben ⛪. Im Gegensatz zu anderen Kirchen und Kathedralen ist sie nicht so riesig und die komplette Innenfassade und Einrichtung besteht aus Holz. Riesige Flaggen hängen in der Kirche und der Fußboden besteht aus rotem Teppich. Es wirkt hier nicht so kühl wie in anderen Gotteshäusern, sondern ganz im Gegenteil: richtig gemütlich 😊.

Da Weihnachten auch in ein paar Wochen bevor steht, befindet sich ein kleiner Weihnachtsmarkt mit vielen schönen Weihnachtsdekorationen in der Kirche. So kommt man trotz der Sonne und Wärme doch ein wenig in Weihnachtsstimmung ❄️. Der Eintritt ist übrigens kostenlos. Daher lohnt es sich die St. Pauls Kirche zu besuchen. Wir können sie euch nur empfehlen.

Weiter geht’s zu den neuseeländischen Parlamentsgebäuden. Genau genommen sind es vier verschiedene Gebäude auf einer riesigen Parkfläche von rund 36.000 m². Sie bestechen durch ihre außergewöhnliche Architektur. Alle Gebäude sind in einem anderen Baustil entworfen worden. Vor uns steht also ein wirklicher Mix aus Moderne und Klassik 🏛️.

Auf der linken Seite haben wir den sogenannten „Bee Hive“. Das Gebäude wirkt sehr modern und bekam durch seien terrassenförmigen Gebäudestruktur den Spitznamen Bienenstock. Hier sitzt das nationale Krisenzentrum. Zusätzlich werden im Bienenstock die großen Staatsbankette mit über 300 Personen abgehalten. Ganz oben im Gebäude sitzt auch noch der Premier Minister 🐝.

Direkt daneben und in völligen Kontrast steht das Parlamentshaus. Im eleganten neoklassizistischen Stil wurde das Gebäude mit Sitz für seine beiden Kammern errichtet. Später wurde das Parlament modernisiert. In Neuseeland gibt es immer wieder starke Erdbeben. So hat man quasi das Gebäude „aufgeschnitten“. Das Fundament und der Gebäudesockel wurden getrennt und werden nun mit Zylindern verbunden. Jetzt kann die Erde so stark wackeln wie sie will. Das Gebäude kann selbst die stärkeren Erdbeben mit Leichtigkeit ausgleichen. Ganz billig war dieser Umbau bestimmt nicht 😉.

Direkt daneben befindet sich das älteste Gebäude des Quartetts. Hierbei handelt es sich um die hübsche Bibliothek, welche 1899 im gotischen Design erbaut wurde.

Zusätzlich gibt es noch auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Bowenhaus. Hier befinden sich die ganzen Büros. Über einen Tunnel ist es direkt mit dem Beehive verbunden. So haben die ganzen Parlamentarier einen ungehinderten Zugang zum Parlament 🚶‍♂️.

Es findet mehrmals täglich eine 90-minütige Führung durch die gesamte Anlage statt. Dieser haben wir uns gleich angeschlossen und konnten so alles auch von Innen bewundern und haben viele interessante Fakten erfahren. Selbst die Zylinder, welche das Parlamentsgebäude erdbebensicher machen, wurden uns in den Kellerräumen gezeigt 👍.

Nach so viel Kultur geht es wieder zurück ins Zentrum. Durch eine Shoppingstraße geht es Richtung Zahnradbahn, welche zum höhergelegenen botanischen Garten führt. Diesen lassen wir aber heute aus. Franzi kauft sich da lieber noch ein paar Perlenohrringe 😉. Zum Abschluss unserer City Tour geht es zur Cuba Street. Hierbei handelt es sich um eine Fußgängerzone mit vielen Cafés und alternativen Läden. Diese sind jedoch preislich eher im oberen Segment angesiedelt 💶.

Eigentlich wollten wir noch auf den Mount Victoria, dem Stadtberg von Wellington, klettern. Jedoch ist es leider doch schon recht spät und wir merken nach den ganzen Tag unsere Füße. So geht es lieber zurück um Camper auf den Museumsparkplatz. Es ist ganz ungewohnt mitten in der Stadt auf einen Parkplatz zu campen. Irgendwie sehen wir auch in der Umgebung keine anderen Camper. Aber davon unbeeindruckt packen wir unser Equipment aus und kochen uns ein paar leckere Nudeln 🍽️. Dann geht es heute schon zeitig ins Bett.

Morgen müssen wir nämlich schon 5.30 Uhr aufstehen. Denn dann verlassen wir die Nordinsel und fahren mit der Autofähre vier Stunden lang über das Meer nach Süden, wo der kleine Ort Picton liegt ⛴️. Wir haben schon sehr viel Positives von anderen Backpackern gehört und sind gespannt, was uns alles auf der Südinsel erwartet. Wir haben dafür extra etwas mehr Zeit als für den Norden eingeplant. Ihr könnt euch also auf weitere viele spannende Reiseberichte und schöne Bilder freuen 😊.

Alle unsere Bilder findet ihr in voller Auflösung auf FlickR. Viel Spaß beim Anschauen 😊.

Besucht einfach unser Album: Die Windy City Wellington

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