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Siem Reap ∙ Im Dschungel zu Angkor Wat & den Ta Prohm Tempel ∙ Kambodscha

Die Touristenstadt Siem Reap

Heute geht unsere Weltreise in ein neues Reiseland weiter! Per Flugzeug verlassen wir die beschauliche Stadt Luang Prabang in Laos und fliegen direkt nach Kambodscha. Wir landen im hektischen und touristischen Siem Reap am Nachmittag 🛫.

Die Stadt ist das Tor zu den Ruinen von Angkor, welche damals im 9. bis 15. Jahrhundert der Sitz des Khmer Königreichs waren. Heutzutage zählt die Tempelanlage zu den größten und bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Welt.  Wir wollen uns die verschiedenen und noch gut erhaltenen Tempel in den nächsten Tagen anschauen und freuen uns auf einen schönen Auftakt unserer Kambodscha Reise 😊.

Vom Flughafen werden wir direkt von unseren Hostel, dem Lemongrass and Ginger, mit einem kostenlosen Tuk Tuk abgeholt. Nach der Fahrt wissen wir auch, warum die Abholung gratis war. Es gibt in der Umgebung wirklich viele Tuk Tuk Fahrer und alle versuchen Touren zu den Ruinen anzubieten. So auch unser Fahrer. Doch da wir bereits einen anderen Plan haben, lehnen wir dankend ab.

Siem Reap steht in völligen Kontrast zu den ruhigen Landleben in Nordlaos. Auf den Straßen sind Unmengen an Fahrzeugen unterwegs, überall blinken Lichterketten und Menschenmassen laufen durch die Straßen. Unser Hotel liegt etwas am Rand vom Zentrum. Hier ist es viel ruhiger. Wir haben sogar einen kleinen Pool und erhalten nach einem Willkommensgetränk ein großes sauberes Zimmer mit Klimaanlage und eigenen Bad für 6 Euro die Nacht pro Person inkl. Frühstück 👍.

Für die nächsten drei Tage haben wir uns bereits vor Ankunft via Whatsapp einen zuverlässigen Tuk Tuk Fahrer aus dem großen Angebot herausgesucht. Er hatte uns vorab bei der Planung der Tour am meisten überzeugt.

Am Abend treffen wir uns mit Tino. Er ist gleichzeitig unser Fahrer und Guide für die Touren. Die Tempelanlage von Angkor ist zwar riesig, aber durch die große Beliebtheit bei Touristen, sind wirklich viele Menschen jeden Tag auf dem Gelände unterwegs. Unser Plan ist es, den meisten riesigen Reisegruppen die Tage aus dem Weg zu gehen und hoffentlich die meisten Tempel ohne viele Touristen in Ruhe besichtigen zu können. Den Plan besprechen wir mit Tino und er hilft uns bei der Routenplanung damit unser Wunsch auch in Erfüllung geht. Die nächsten Tage werden wir sehen ob alles klappt 🧒.

Tino setzt uns am Abend noch in der Innenstadt von Siam Reap ab. Dort reiht sich ein Restaurant und eine Bar an die Nächste. Überall versuchen die Angestellten Touristen von ihren Angeboten zu überzeugen. Die Auswahl ist riesig. Im Zentrum befindet sich die sogenannte Pub Street. Hier blinkt und leuchtet die ganze Straße vor lauter LED Bannern und Lichterketten. Es ist quasi wie auf der Khao San Road in Bangkok. Verkäufer bieten Skorpione und Taranteln an. Dafür sind durch die Vielzahl an Restaurants die Preise recht niedrig. Selbst in der eigentlich Pub Street gibt es gutes Essen und der Preis für ein frisch gezapftes Bier liegt bei 40 Cent.  Als Währung wird in Kambodscha übrigens der USD genutzt. Auch am Geldautomaten erhält man die Dollarscheine. So ist dieses Mal die Umrechnung nicht so kompliziert 💵.

Nach einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt und einen paar Bier geht es dann wieder zurück zum Hotel. Vor uns liegt eine kurze Nacht. Morgen beginnt nämlich die erste Tempeltour.

Der Sonnenaufgang am Seerosenteich

Bereits 4 Uhr in der Früh klingelt unser Wecker. 30 Minuten später will uns Tino mit seinem Tuk Tuk abholen. Da er etwas verschlafen hat, kommt er mit 20 Minuten Verspätung an. Die hätten wir auch lieber noch geschlafen 😉. Dann geht’s zum Ticketbüro, welches nicht bei der Tempelanlage, sondern etwas außerhalb vom Ort Siem Reap liegt. Dort gibt es bereits um diese frühe Zeit lange Schlangen für die Tageskarten. Wir entscheiden uns jedoch für den teuren 3-Tagespass für 62 USD und sind schnell wieder draußen.

Früher war die Verwaltung der Ruinen und Ticketausstellung im Besitz eines vietnamesischen Privatunternehmens. Die Pflege und Administration der größten Tempelanlage der Welt wurde so ins Ausland per Ausschreibung verlagert. Doch vor drei Jahren hat die Regierung von Kambodscha nun wieder die Hoheit über ihre Tempelanlage und der ganzen Verwaltung. Gleichzeitig hat sie auch die Eintrittspreise um 20% angehoben. Ein Limit für Besucher gibt es nicht pro Tag. Es kann also schnell voll werden.

Von den ganzen Eintrittsgeldern wird übrigens nicht die Tempelanlage gepflegt und erhalten. Das Geld geht direkt in die Taschen der Regierung. Nur durch Spenden und Projekte anderer Länder werden die Ruinen aufwendig restauriert.

Wir starten unsere Tour mit allen anderen Touristen zeitgleich am Seerosenteich direkt vor der großen Angkor Wat Tempelanlage. Wir hatten uns nach vielen Spots für Sonnenaufgänge umgehört. Doch hier ist und bleibt der beste Platz. Dementsprechend voll ist es am frühen Morgen und diese Touristenmassen kann man auch nicht umgehen ☕.

Um munter zu werden gibt es einen Kaffee. Hierbei sind die Einheimischen schon sehr serviceorientiert. Wir setzen uns auf eine Matte direkt am See und der Kaffee wird uns für einen Dollar gebracht. Da wir uns direkt am See platziert haben, ist die Sicht sehr gut und keine störenden Touristen laufen durch das Bild. Die Sonne geht nach und nach langsam auf. Es sind keine Wolken zu sehen. Der blaurote Himmel färbt sich in kräftige Gelbtöne. Direkt hinter dem See stehen die großen fünf Türme der Angkor Wat Tempelruine. Sie spiegeln sich dabei wunderschön im Seerosenteich. Es ist das typische Fotomotiv von Angkor Wat. Natürlich darf dieses Bild auch nicht in unserer Sammlung fehlen. Die Sonne wandert immer höher und der Tag beginnt langsam. Tino führt uns weg vom Teich, ein Stück zurück zum Haupteingangsweg der Tempelanlage. Von hier sieht man wunderbar wie die Sonne über die Turmspitzen wandert, bis sie genau über dem größten Turm in der Mitte steht. Ein sehr schöner Anblick 🌄.

Nun strömen die Touristenmassen in den bereits geöffneten Angkor Wat Tempel. Wir gehen zurück zum Tuk Tuk und essen gemütlich unser mitgenommenes Frühstückspaket.

Der Tomb Raider Tempel Ta Prohm

Im Anschluss bringt uns Tino zum ebenfalls bekannten Tomb Raider Tempel Ta Prohm. Dieser öffnet nämlich erst 7.30 Uhr seine Tore und es sind fast keine Touristen am Eingang. Wir sind also die ersten Besucher heute in der Tempelanlage. Es ist wirklich ruhig und angenehm zu besichtigen.

Tino erklärt uns sehr viel über den Tempel sowie über die ganze Geschichte von Kambodscha und dem ehemaligen Khmer Königreich. Sein Englisch ist sehr gut. Er fährt uns nicht nur zu den einzelnen Tempeln. Er kommt auch mit uns hinein und zeigt uns alles genau. Nur für den großen Angkor Wat Tempel braucht man eine offiziellen Nachweis, dass man ein Guide ist. Um Guide zu werden gibt es keine Prüfung. Jeder, der der Regierung 5000 USD zahlt erzählt das Zertifikat. Dies ist leider der Korruption im Land geschuldet. Jedoch sind Tinos Ausführungen sehr ausführlich und sicherlich viel besser als von manch anderen offiziellen Guide hier in Siem Reap 😊.

Die Tempelanlage Ta Prohm ist wunderschön. Es wurde nichts verändert an der Anlage, damit man sieht, wie die Natur sich den Tempel zurückerobert.

Überall drücken sich dicke Wurzeln durch die Steinmauern. Selbst auf den Türmen wachsen riesige Bäume. Sogenannte Würgefeigen ragen über die riesigen Mauern und zerdrücken die alten schweren Steine 🌳.

In dieser Ruine wurde damals auch der Film Tomb Raider gedreht. Die Umgebung ist eine perfekte Filmkulisse. Alte riesige Ruinen, welche im dichten Dschungel verdeckt werden. Auch wir machen viele Bilder von den schönsten Ecken der Anlage. Wir sind über eine Stunde hier und entdecken immer wieder neue Gänge und kleine Tempelkomplexe.

Doch dann wird es Zeit für den nächsten Tempel. Es geht wieder zurück zum Tuk Tuk. Auf dem Rückweg kommen uns nun schon bereits die großen Reisegruppen entgegen. Hautsächlich chinesische Gruppen mit Megafonen. Mit der Idylle ist es jetzt vorbei. Gut, dass wir so zeitig hier waren 😊.

Im Anschluss geht es noch in den benachbarten Tempel Banteay Kdei. Der Bau ähnelt dem Ta Prohm, aber ist weniger verziert und auch kleiner. Hier sind wir fast allein. Dies liegt aber daran, dass die Banteay Kdei Ruine nicht zu den bekannten Haupttempeln gehört.

Die Anlage ist aber dennoch schön auszuschauen, vor allem da es hier noch so ruhig ist. In der Anlage selbst befinden sich zahlreiche Fresken an den Wänden sowie viele große zerfallene Steintürme. In der Mitte erwartet uns ein buddhistischer Schrein mit dem großen Buddha und seiner orangen Robe. Wir verlassen den Tempel durch das Westtor. Dies ist mit einem großen Gesicht verziert. Am Ende stehen wir dann vor dem Srah Srang See. Er diente damals „dem Wohl aller Kreaturen“ als erfrischendes Bad und ist heute auch für die Touristen ein beliebter Stopp für eine kleine Ruhepause ☀.

Es ist erst 10 Uhr am Morgen. Aber wir sind bereits fast 6 Stunden unterwegs. Das zerrt ein wenig an den Kräften und auch wir ruhen uns ein wenig am See aus.

 

Derweil erklärt uns Tino noch die groben Unterschiede zwischen Hinduismus und Buddhismus. Hier im Großraum von Siem Reap und Angkor stehen zahlreiche Tempel beider Glaubensrichtungen. Durch die Erklärungen fällt es uns auch leichter die Tempelanlagen einzusortieren. Grob kann man folgendes festhalten:

Hinduismus:

  • Die Tempel haben meist fünf Türme. Der in der Mitte befindliche Turm steht für den Berg Meru und ist einem Hindugott gewidmet. Die weiteren Türme in den Ecken stehen für die vier Elemente (Feuer, Wasser, Luft und Erde)
  • Im Hinduismus wird nicht an einen einzigen Gott, sondern an mehrere Gottheiten geglaubt.
  • Es gibt ein Kastensystem, aus dem man nicht heraus kann (auch nicht im nächsten Leben)
  • Die Götter leben im Himmel
  • Menschen beten zu Götter um Wünsche erfüllt zu bekommen

Buddhismus

  • Durch Mediation und gute Taten (Karma) kann man bei der Wiedergeburt ein besseres Leben erlangen
  • Buddha kann nicht helfen und keine Wünsche erfüllen
  • Buddha lebt im Nirvana, nicht im Himmel
  • In den Tempeln wird Buddha oft in der Meditationsposition dargestellt
  • In Kambodscha sind die Eingangstore oder Türme oft mit 4 Gesichtern verziert

Zurück zu Angkor Wat über den Pre Rup und Mebon Tempel

Nach einer kurzen Pause geht unsere Tempeltour weiter. Vor uns liegt der Pre Rup Tempel. Er ist der bedeutendste Ankor Tempel des 10. Jahrhunderts. Im Zentrum der Anlage steht eine 12 Meter hohe dreistufige Pyramide. Darauf führt eine lange Treppe zur obersten Plattform. Damals galt sie als der führende Weg zu den Göttern, die auf dem Berg Meru wohnen. Heute können wir die Stufen hoch klettern und haben eine wunderbare Aussicht auf die Anlage mit ihren ganzen Türmen und den dahinter wachsenden Dschungel 📷.

Wenige Tuk Tuk Minuten von der Pre Rup Anlage entfernt liegt der Mebon Tempel. Dies scheint aber wieder einer der Touristentempel zu sein. Überall parken Busse und es ist sehr voll. Es ist wirklich schwer durch die ganzen Touristenmassen zu laufen. Wir schauen uns die Anlage nur kurz an, sind aber nach 10 Minuten wieder draußen. Uns hat es hier nicht gefallen. Da waren die anderen Tempel viel schöner und wir meist ganz allein. Das einzige Besondere sind die an den entlegenen Ecken aufgestellten alten großen Elefantenfiguren 🐘. Diese sehen ganz schön aus und der Touristenstrom geht zum Glück an Ihnen vorbei.

Jetzt wird es aber Zeit für den Haupttempel. Wir fahren zur Angkor Wat Tempelanlage, wo wir heute früh bereits den Sonnenaufgang uns angeschaut hatten.

Wir sind kurz nach 12 Uhr dort und es ist fast keiner mehr da. Allein sind wir zwar nicht, aber die Touristen verlaufen sich auf der riesigen Anlage. Wir haben am Osttor geparkt und laufen durch die Ruinen bis zum Westeingang. Von dort kommen normalerweise die Touristen hinein, da dort auch der Seerosenteich liegt. Wie laufen also gegen den Strom 😉. Überall gibt es kleine Tempel und Türme. Die Anlage ist wirklich riesig und besitzt mehre innere Höfe. Im Zentrum steht der große zentrale Turm von Angkor. Diesen kann man sogar hochklettern. Es sind maximal 100 Personen oben erlaubt.

Jetzt ist es ruhig, doch am Vormittag bilden sich hier sonst lange Schlangen. Oben angekommen können wir quer über die ganze Anlage in alle vier Himmelsrichtungen schauen. Hinter den großen Tempeln ragen dichten Bäume des Urwalds bis an die Mauern von Angkor Wat. Ein schöner Ausblick. Weiter geht es für uns durch die zahlreichen kleinen Räume mit ihren Verzierungen und Figuren. Es ist alles noch sehr gut erhalten. Dann verlassen wir die Tempelanlage durch das Westtor und spazieren auf der langen Brücke wieder zum Seerosenteich. Von hier hat man eine sehr schöne Sicht auf die drei Haupttürme. Am See ist jetzt fast keiner mehr. So können wir in Ruhe ein paar Bilder von den gesamten fünf Türmen und deren Spiegelung im See machen.

Dann geht es wieder zurück zum Tuk Tuk. Wir sind mittlerweile völlig erschöpft und Tino fährt uns zurück zum Hostel. Gegen 15 Uhr kommen wir an und gönnen uns eine kleine Pause.

Abends fahren wir nochmal in die Innenstadt von Siam Reap. Dort treffen wir Sylvia. Wir hatten sie bereits kurz am Flughafen kennengelernt und gehen heute mit ihr in der Stadt essen und ein Bier trinken. Sie reist gerade allein durch Asien und ist auch länger unterwegs. Die Stadt ist abends sehr schön beleuchtet. Vor allem die Gegend rund um den kleinen Fluss. An den Bäumen hängen Lichterketten und die Brücken leuchten auch in bunten Farben. Davor hängen noch Vogelkäfige, natürlich auch beleuchtet. Am Ende landen wir wieder in der Pub Street und lassen gemeinsam den Abend ausklingen bevor morgen die zweite Etappe auf uns wartet 🍺. Wir freuen uns schon darauf und werden euch im nächsten Artikel mehr darüber berichten.

Alle unsere Bilder zu Angkor Wat und den Ta Prohm Tempel findet ihr in voller Auflösung auf FlickR.

Über Youtube könnt ihr dazu unser passendes Video sehen: Weltreise Vlog #80

Viel Spaß beim Anschauen unserer Erlebnisse 😊.

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