NeuseelandReiseberichte

Nelson & Cape Farewell – Grüne Wiesen, Schafe und Erdnussbutter

Willkommen auf der Südinsel

Bei Sonnenschein fahren wir mit der Fähre aus Wellington kommend quer durch die Fjorde der Marlborough Sounds ☀. Wir werden von der Südinsel mit einer wunderschönen grünen Landschaft und vielen hohen Bergen begrüßt. Ich habe mir extra einen Platz außen an Deck gesichert. Es ist zwar etwas frisch, aber der Blick auf die vor uns liegende Natur ist einfach imposant. Pünktlich 11 Uhr legt unsere Fähre dann in Picton auf der Südinsel an ⛴️.

Mit unserem Camper geht es vom Hafen gleich Richtung Havelbrock. Vor uns liegt eine lange und vor allem kurvenreiche enge Küstenstraße, welche uns immer wieder bergauf und ab führt. Während der gesamten Fahrt haben wir wunderbare Ausblicke aus unserem Camper auf die Fjordlandschaft und das vor uns liegende Meer. Kurz vor Havelbrock stoppen wir noch einmal an der Küste. Auf einer Anhöhe liegt hier der Cullen Point Lookout. Diese Gelegenheit nutzen wir für eine kurze einstündige Wanderung. Der Blick vom Aussichtspunkt ist wunderschön 📷. Es ist hier so ruhig und idyllisch.

Nach einen Mittagsstopp in Havelbrock geht es zur Cable Bay. Dies ist ein kleiner steiniger Strand.  Wir sind hier fast allein und können die orange Nachmittagssonne direkt am Meer genießen. Hinter einem kleinen Damm entdecken wir dann noch eine Schaffarm 🐑. Da kommt uns die Idee: Wie wäre es denn mit einem gemeinsamen Weihnachtsfoto von uns und den Schafen? Also nichts wie hin zu den knuddeligen Tieren. Wir sprechen kurz mit dem Eigentümer und fragen, ob wir ein Foto von seinen Tieren machen dürfen. Nach seiner Zusage probieren wir unser Glück. Doch ganz so einfach gestaltet sich das nicht. Es sind zwar recht viele Schafe hier, aber sie sind zu schnell. Sie schaffen es immer wieder vor uns wegzurennen und halten brav einen gleichbleibenden Abstand 🐏.

So gehen wir zurück zum Farmhaus. Dort treffen wir auf einen netten und aufmerksamen Mitarbeiter. Wir erzählen ihm von unserer Idee. Dann hilft er uns sogar. Er geht kurz weg und wenige Minuten später steht er mit einem Schaf in den Armen vor uns. So schnell kann das also gehen, wenn man weiß wie 😊. Er übergibt uns das Schaf und wir machen direkt vor dem Farmhaus am Strand ein paar süße Weihnachtsbilder von uns und dem Schaf. Dann entlassen wir es wieder auf seine grüne Weide. Die Bilder sehen ganz lustig aus und unsere gesamte Kleidung riecht nun auch nach Schaf.

Im Anschluss geht es mit dem Camper weiter nach Nelson. Im Stadtzentrum können wir wieder auf einen öffentlichen Parkplatz über Nacht unseren Camper parken und darin schlafen 🌙. Einige Parkzonen sind sogar extra für Camper gelb markiert. Leider haben hier nur die Toilette und Dusche bereits geschlossen. Aber nach einer kurzen Recherche entdecken wir in der Umgebung ein Schwimmbad. So statten wir dem Bad noch einen abendlichen Besuch ab. Der Eintritt kostet ca. 5 Euro. Wir nutzen die Gelegenheit und schwimmen gleich noch ein paar Bahnen, bevor wir wieder frisch geduscht auf unseren Parkplatz fahren und dort die erste Nacht auf der Südinsel verbringen 🏊.

Die leckere Erdnussbutter von Pics

Die Stadt Nelson an der nördlichen Küste der Südinsel gilt als sonnenreichste Stadt Neuseelands. Mit durchschnittlich 2400 Sonnenstunden wird Nelson von allen Regionen am meisten von der Sonne verwöhnt. So steht es jedenfalls auf allen Prospekten und im Internet. Bei uns ist es aber heute bewölkt. So nutzen wir den Tag um unsere Tour auf der Südinsel ein wenig zu planen.

Nachdem die Route steht, besuchen wir noch die bekannte Erdnussfabrik von Pics. Auf unserer Reise über die Nordinsel hatten so viele Menschen von der Erdnussbutter dieser Marke geschwärmt. Pics bietet in ihrer Fabrik kostenlose Führungen an. Leider war online schon alles ausgebucht. Aber Franzi ruft kurz bei der Fabrik an und bekommt noch zwei freie Plätze für uns. Wirklich nett. Also nichts wie hin 😊.

Vor Ort wird uns alles über die Herstellung von cremiger und „crunchy“ Erdnussbutter erklärt. Hinter einer Scheibe sehen wir die Mitarbeiter, wie sie fleißig die leckere Erdnussbutter herstellen. Kosten dürfen wir natürlich auch. Die Erdnussbutter wird hier übrigens noch von Hand in die Gläser gefüllt. Aber aufgrund der großen Nachfrage plant Pics zu expandieren und baut bereits eine neue modernere Fabrik gleich nebenan 🏭. Dann holt der Werksführer noch eine manuelle Presse aus Metall hervor. So können wir hier selbst aus Erdnüssen ein wenig Erdnussbutter herstellen.

Gut gesättigt verlassen wir dann die Fabrik und auch den Ort Nelson. Uns treibt es wieder in die Natur. Auf den Weg dahin stoppen wir aber nochmal in einem kleinen Dorf. Meine Haare sind recht lang und wir haben einen günstigen Friseur entdeckt 💇‍♂️. Irgendwie sitzen dort nur alte Männer drin. Ich bin ein wenig skeptisch aber der Preis von nur 8 Euro hat mich überzeugt. Nach einer abschließenden positiven Beurteilung von Franzi verlasse ich den Friseur und setze mich wieder hinter das Steuer.

Mit neuem Look geht es Richtung Collingwood. Mal wieder trennen uns ein Berg und eine enge Passstraße von unserem Ziel. Wir befinden uns nun am Rande des Kahurangi National Park weit im Norden der Südinsel an der Golden Bay. Als dann bereits die Dämmerung einsetzt, suchen wir uns einen kostenlosen Parkplatz in der Natur ⛺. Und wir werden recht schnell fündig. Direkt am Takaka Fluss gibt es einen guten Stellplatz. Das Wasser ist richtig glasklar. So lassen wir den Abend nach einer langen Fahrt bei einem kühlen Bier und einem leckeren Abendessen ausklingen 🍽️.

Cape Farewell – Der nördlichste Punkt der Südinsel

Als wir am nächsten Morgen erwachen, strahlt die Sonne wieder. Perfektes Wetter für einen Tagesausflug. Zum Glück haben wir einen Camper und sind flexibel unterwegs. So haben wir gestern den bewölkten Himmel und Nieselregen für die längere Fahrt genutzt und können heute bei blauem Himmel in der Natur wandern gehen ☀.

Wir starten unsere Tour an der Te Waikoropupu, kurz gesagt Pupu Quelle.  Hier führt eine kleine Wanderung rund um den entstandenen See mit seinen zehn Hauptquellen. Die Pupu Quelle ist bekannt für seinen hohen Wasserausstoß. Über 14.000 Liter Wasser werden hier pro Sekunde an der Oberfläche ausgestoßen. Das Wasser im See ist wirklich klar! Die Sichtweite beträgt hier im See ca. 70-80 Meter. Das ist fast genauso viel wie bei destilliertem Wasser im Labor. Vor uns schwimmen auf den See auch Enten 🦆. Eine von Ihnen startet einen Tauchgang. Durch die klare Sicht können wir die ganze Zeit die Ente unter Wasser beobachten 🕶️. Erstaunlich wie lang so ein Tier Unterwasser schwimmen kann. Es ist wirklich schön hier. Die kleine Wanderung durch den Wald und vorbei an dem klaren Wasser hat uns gut gefallen.

Dann geht es auf in den Norden. Wegen seiner Abgeschiedenheit zählt das Kap zu einen der wenigsten aufgesuchten Plätze von Neuseeland 🌳. Es ist wirklich ruhig hier oben. Irgendwann hört unsere Asphaltstraße auf. Weiter geht es über kleine enge Schotterpisten. Wir werden mal wieder gut durchgeschüttelt. Nach einer Stunde erreichen wir den Parkplatz zum Wharariki Beach. Über eine kleine Hügellandschaft vorbei an zahlreichen Schafen wandern wir zum Strand. So stellt man sich doch Neuseeland vor. Grüne Wiesen auf kleinen Hügeln mit vielen zufriedenen Schafen 🐑.

Nachdem wir dann noch einen kleinen Waldabschnitt durchquert haben, erreichen wir die Sanddünen am Wharariki Beach. Der Strand soll laut einigen Touristen, welche wir getroffen haben, zu den schönsten Neuseelands gehören.

Wir machen uns selbst mal einen Eindruck davon. Zuerst müssen wir erstmal über die großen Sanddünen laufen. Das ist ein wenig anstrengend. Viele haben uns auch berichtet, dass es hier sehr windig und unangenehm werden kann. Da haben wir aber Glück. Ich spüre maximal eine leichte Brise. Der Strand ist wirklich groß und es ist fast keine Menschenseele da 🏖️. Gerade setzt auch die Ebbe ein und der Bereich mit dem feuchten flachen Sand wird immer größer. Im Wasser vor dem Strand befinden sich die Archway Inseln. Wir müssen nur noch ein wenig warten und schon können wir zu Fuß auf die Inseln laufen, wo jetzt noch das Wasser ist. Daher spazieren wir erst einmal am Strand entlang und entdecken zwei faule Seelöwen. Eine von beiden schläft in einer kleinen Höhle, während die andere sich am Strand positioniert hat. Ein guter Zeitpunkt für ein paar Fotos mit dem Seelöwen. Wenige Sekunden später marschiert er den ganzen Weg zurück ins Wasser 😊.

Mittlerweile ist das Wasser auch weit genug zurückgegangen. So laufen wir bis kurz vor die vorgelagerten Inseln. Dort entdecken wir noch viel mehr Seelöwen. Wir stehen auf einer kleinen Steinplattform vor der Insel. Um uns herum schwimmen plötzlich zwei Seelöwen richtig schnell durch das flache Wasser. Eine von beiden ist nur wenige Zentimeter an Franzi vorbeigeschossen.

Etwas später entdecken wir durch unsere Kamera sogar eine ganze Seelöwenfamilie mit einem kleinen Baby auf der Insel. Diese wollen wir nicht stören und bleiben lieber auf unseren Stein stehen 📹. Schon süß, wie sie miteinander spielen. Dann geht es wieder zurück über den langen und sehr schönen Strand zu den Sanddünen und grünen Wiesen. Eine Stunde später erreichen wir wieder unseren Camper und fahren nur ein kleines Stück weiter zum nächsten Highlight der nördlichen Spitze der Südinsel 🚶‍♂️.

Wir stehen kurz vor dem Cape Farewell. Diesmal werden wir anstatt von Schafen von Kühen begrüßt. Es ist, als ob wir durch Bayern oder Österreich zu Hause wandern würden 🌳. Doch das Gefühl ändert sich schnell, als wir die Steilklippe erreichen. Wir haben einen atemberaubenden Ausblick auf die Küste mit einem großen Felsbogen und Wellen, welche gegen die steilen Wände preschen 📷. Absperrungen gibt es so gut wie keine. Wir laufen ein wenig an der Klippe über die grünen Wiesen entlang. Nur wenige Meter neben uns geht es über 100 Meter abwärts. Windig sollte es bei so einer Wanderung als lieber nicht sein. Neben uns sehen wir während des gesamten Spazierganges nur vier weitere Touristen. Es ist wirklich idyllisch hier. So packen wir danach aus dem Camper unseren Tisch und die Stühle aus und bereiten unser Mittag als Verschnaufpause vor. Wo lässt es sich besser pausieren, also inmitten von grünen Wiesen.

Am Nachmittag starten wir dann noch eine vierte Wanderung am Farewell Spit. Hierbei handelt es sich um eine sichelförmige, riesige Sandbank. Die ersten vier Kilometer darf man allein zu Fuß gehen. Danach benötigt man einen Guide. Aber das reicht uns völlig aus.

Das Fareweel Spit ist übrigens mit 26 km die längste Landzunge Neuseelands. Weitere 6 km verlaufen dann noch unter der Wasseroberfläche weiter. Vor uns liegt eine weite Wattlandschaft mit vielen Vögeln. Während unseres Spaziergangs durch das Naturreservat werden wir auch von einem kleinen aggressiven Vogel überrascht. Wir befinden uns gerade mitten auf dem Sandstrand, welcher durch die Ebbe entstanden ist. Anscheinend hat aber ein kleiner Vogel einen willkürlichen Bereich des Strandes als sein Eigentum auserkoren. Sobald wir dort lang spazieren, fliegt er auf Franzi los und versucht sie zu attackieren 🐦. Nach zwei Versuchen geben wir auf und laufen dann doch lieber einen größeren Bogen um seinen imaginären Bereich. Es leben hier wirklich merkwürdige Tiere. Da sind uns die süßen Schafe auf den Weiden im Mittelteil der Landzunge lieber.

Langsam geht ein langer aber schöner Tag zu Ende. Wir fahren noch ein wenig wieder mit unserem Camper zurück über den Takaka Pass auf eine Farm in der Nähe von Marahau 🚐. Hier in der Umgebung gibt es leider keine kostenfreien Campingplätze. Aber Der Stellplatz ist mit 7 Euro pro Nacht recht günstig. Hier werden wir auch etwas länger bleiben und haben so sogar eine Dusche und Waschmaschine. Und was gibt es schöneres, wenn man auf dem Weg vom Camper zur Toilette von Schafen begleitet wird und durch die Herde einen Weg finden muss 😉.

Lustig ist übrigens auch die Eigentümerin. Am Abend kommt sie von allen das Geld einsammeln. Sie ist schon recht alt. Sie fährt mit einen kleinen Minimobil, was wie ein Quad aussieht, auf dem Geländer umher. Mit dabei ist ihr Krückstock und ein großer Helm. Auf dem Campingplatz ist sie nun in Schrittgeschwindigkeit von Camper zu Camper unterwegs. Sieht irgendwie putzig aus.

Dann wird es aber Zeit für das Abendessen und das gemütliche Camperbett. Es liegen zwei anstrengende und lange, aber bestimmt richtige schöne Tage vor uns.

Alle unsere Bilder findet ihr in voller Auflösung auf FlickR. Viel Spaß beim Anschauen 😊.

Besucht einfach unser Album: Nelson & Cape Farewell

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