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Sagada & Manila ∙ Hängende Särge und Höhlen im Eco Valley ∙ Philippinen

Es geht via Bontoc nach Sagada

Nach unserer Tour durch die Reisterrassen von Banaue und Batad geht die Reise durch das Hochland weiter. Unser nächstes Ziel heißt Sagada. Um dort hinzugelangen gibt es zwei Optionen. Entweder man nimmt einen Van, welcher direkt dorthin fährt oder man entscheidet sich für die Verbindung über Bontoc, wo man einmal umsteigen muss 🚐.

Wir probieren es am frühen Morgen mit der Direktverbindung. Die Vans fahren jedoch nur los, wenn sie auch voll sind. Wir sitzen bereits in einem dieser Fahrzeuge und warten auf die restlichen Teilnehmer. Doch als unser Van voll ist, entscheidet sich leider spontan eine große zugestiegene Gruppe, das Fahrzeug zu verlassen und doch erst nach Batad zu fahren.

Wir werden die Straße hinauf zu einen anderen Van gebracht und quetschen uns mit hinein. Es gibt 10 Sitzplätze. 13 Personen sitzen bereits drin. Die Freude der Gäste im Fahrzeug ist groß, als wir uns auch noch dazu setzen. Gut eingekuschelt zwischen den restlichen Mitfahrern kann wenigstens niemand hin und her rutschen. Voll beladen fahren wir über einen Pass und kommen zwei Stunden später in Bontoc an. Hier endet anscheinend die Fahrt. Wir wechseln unser Gefährt zu einen Jeepney.

Dies ist eines der gängigsten Fortbewegungsmittel im Land. Dabei handelt es sich um eine Art umgebauten Truck mit Sitzen, welcher bunt angemalt wird. Auch hier wird es wieder richtig voll. Die letzten Gäste setzen sich zum Gepäck hoch mit auf das Dach und unsere Fahrt geht weiter nach Sagada. Die ganze Reise hat nur 3h gedauert. Nach der Ankunft müssen wir uns noch im Touristenbüro registrieren und laufen dann zu unserer Unterkunft. Dort hatte ich bereits kurz vorher via Mail ein Zimmer reserviert. Wir übernachten in einer urigen Blockhütte. Es ist wirklich gemütlich. Nur leider sind die Zimmer sehr klein 🏠.

Nachdem uns die Gastgeberin alle Aktivitäten rund um Sagada erklärt hat, gehen wir noch Mittagessen. Direkt im Anschluss startet dann bereits unsere erste Tour, welche wir eben in der Unterkunft gebucht haben 😊.

Sagada

Die Cave Connection Tour in Sagada

Die Sonne strahlt und 13 Uhr stehen wir ausgerüstet mit GoPro und Badehose sowie T-Shirt vor der Unterkunft. Man sollte dabei nicht vergessen, dass wir uns in einem Bergdorf befinden. So ist es in Badebekleidung doch ein wenig frisch. Aber wir wollen uns ja aktiv bewegen.

SagadaWir haben gemeinsam mit einem Israeli aus unseren Hostel die sogenannte Cave Connection Tour für 15 Euro p.P. gebucht. In Sagada gibt es viele beeindruckende Kalksteinhöhlen wie z.B. die Sumaguing, Lumiang, Crystal Cave oder Balangagan Cave. Die Höhlen kann man als Tourist auf normalen Wegen oder aber auf die etwas andere Art besuchen ⛺.

Wir haben uns für die zweite Variante entschieden. Dabei werden wir ca. 4 Stunden durch ein unterirdisches Tunnelsystem von Höhle zu Höhle klettern. Daher stammt auch der Name „Cave Connection“.

Zu dritt machen wir uns mit dem Guide Timo auf dem Weg zum Einstieg in die erste Höhle. Der Eingang liegt ca. 30 Minuten zu Fuß vom Stadtzentrum entfernt. Der Weg ist jedoch sehr schön und wir kommen an grünen Reisfeldern vorbei.

Kurz vor dem Start bekommen wir noch eine Stirnlampe und schon kann es losgehen. Einen Sicherungsgurt oder Helm gibt es nicht 🔦.

SagadaZuerst geht es über große Felsen steil hinab in die tieferen Regionen der Höhle. Schon nach wenigen Minuten ist es stockfinster und wir müssen unsere Lampen anschalten. Unser Guide hat auch eine große Gaslaterne mit dabei und leuchtet uns den Weg. Er erklärt uns jeden Schritt, damit wir nicht versehentlich in irgendeine Schlucht hinabstürzen. Während wir mit Trekkingsandalen unterwegs sind hat der Guide nur Flips Flops an. Er bezeichnet sie gern als „Magnet on the Rock“.

SagadaNach und nach wird die Tour spannender. Wir müssen durch enge Löcher kriechen, wo dahinter gleich ein Abgrund auf uns wartet. So ist es wichtig immer auf den Guide zu hören. Er zeigt uns auch wie wir in welcher Reihenfolge unsere Körperteile in die Löcher quetschen müssen, um überhaupt dort hindurch zu passen und auf der anderen Seite richtig wieder herauszukommen. Manchmal besteht die andere Seite nur aus einem Felsvorsprung an einer steilen Wand, den man seitlich überqueren muss. Dieser ist meist nur wenige Zentimeter breit und daneben geht es steil abwärts.

SagadaEs ist auch wirklich nicht einfach überall hindurch zu klettern. Der Guide hält uns auch an schwierigen Stellen fest oder bewegt unsere Füße an die richtigen Auftrittsstellen, damit wir nicht versehentlich wegrutschen. Abenteuer pur kann man wohl sagen. Gut, dass wir auch nur so eine kleine Gruppe sind. Der Israeli, welcher mit uns unterwegs ist, wusste gar nicht so recht was er da gebucht hat. Dementsprechend ist er regelrecht von den Herausforderungen überrascht. Aber dafür schlägt er sich ganz gut 😊.

Mal klettern wir durch enge Gänge mit dem Kopf zuerst hinein, manchmal steigen wir aber auch mit den Füßen ein und drücken dann den Oberkörper hindurch. Oft sind die engen Stellen auch gar nicht so kurz und man muss sich im richtigen Winkel 10-20 Meter durch die Tunnel drücken.

Die Tour ist zwar anstrengend und man muss sich konzentrieren, aber es macht jede Menge Spaß. Es geht nicht nur durch enge Gänge und Löcher. Wir müssen auch durch kaltes Wasser wandern, welches uns bis zum Oberkörper geht und an Seilen steile Wände nach oben klettern.

SagadaUnsere Kameras haben wir immer mit dabei. Aber an den gefährlichen Stellen müssen wir sie leider wegpacken. Da brauchen wir beide Arme. Aber zum Glück hat Timo eine kleine wasserfeste Tasche mit dabei. Einen guten Eindruck von der Tour bekommt ihr auch in unserem Youtube Video über Sagada 📹.

Am Ende wird der Weg immer rutschiger. Irgendwann haften auch unsere Sandalen nicht mehr so gut. Daher ziehen wir dann die Schuhe ganz aus und führen die Tour barfuß fort. Wir hätten nicht gedacht, dass man barfuß einen besseren Halt hat.

Nach ca. vier Stunden erreichen wir das Ende des Tunnelsystems und stehen wieder in einer touristischen Höhle. Während der Tour waren wir in den Gängen immer allein. Hier in der Haupthöhle ist wesentlich mehr los und große asiatische Gruppen werden hindurch geführt. Wir nutzen diese Höhle nur als Ausgang und wenige Minuten später erreichen wir wieder die Oberfläche mit Tageslicht ☀.

Sagada

Es ist jetzt schon nach 18 Uhr und wir machen uns auf den Rückweg nach Sagada. Eine ganze Stunde brauchen wir noch zu Fuß zurück in die Stadt. Dann gehen wir uns schnell duschen, damit wir noch etwas zum Abendessen bekommen. Denn hier im Bergdorf schließen alle Restaurants um 21 Uhr.

Die Cave Connection Tour hat uns richtig gut gefallen und ist unserer Meinung nach besser als eine klassische Höhlentour, welche hier auch angeboten wird. Wenn man keine Platzangst hat, sollte man unbedingt bei einem Aufenthalt in Sagada die Tour buchen 👍.

Die hängenden Särge und das Eco Valley

Sagada ist nicht nur für seine Höhlen bekannt, sondern auch für die wunderschöne Natur und die hängenden Särge. Dies ist eine traditionelle Begräbnisform der Einwohner.

Das wollen wir uns auch genauer anschauen und starten nach einem Frühstück mit leckeren Jogurt und frischen Erdbeeren zu der Eco Valley Tour. Auch heute begleitet uns wieder Timo. Diesmal sind wir aber sonst nur zu zweit, da der Israeli bereits weitergereist ist 😊.

SagadaÜbrigens braucht man für Touren in und um Sagada immer einen Guide. Auch wenn man vielleicht selber die hängenden Särge dank Offlinekarten findet, wird man an der Ticketkontrolle nicht hineingelassen. Deshalb sind wir auch nie allein unterwegs. Aber wir genießen es auch mehr über das Land und die Kultur zu erfahren. Unser Guide Timo spricht sehr gut Englisch und kann auf alle Fragen antworten.

SagadaDie Wanderung startet bei einer katholischen Kirche. Über einen alten Friedhof, auf dem viele Kühe grasen, laufen wir weiter zu einem Aussichtpunkt mit steilen und spitzen Steinen. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick auf das Eco Valley. Unsere Drohne haben wir auch mit dabei und starten zu einem Rundflug durch das Tal 🌳.

Im Anschluss geht es weiter zu den hängenden Särgen. An steilen Felswänden hängen die riesigen Särge nah beieinander. Der Name der jeweiligen Familie steht auch darauf. Die Tradition der hängenden Särge ist auch heute noch hier im Hochland Bestandteil der Kultur. So sind bereits zwei neue Särge an der Wand vor uns angebracht und für Familien reserviert.

SagadaDoch warum hängen nun die Särge und werden nicht in der Erde vergraben? Dies hat mehrere Aspekte. Zum einen sind die Särge besser gegen die Natur geschützt. So faulen sie nicht so schnell, wie unter der Erde. Zum anderen können auch keine Tiere die Leichen ausgraben. Auch schützt die Anbringung der Särge hoch oben an der Felswand vor Diebstahl der Menschen.

Aber heutzutage bekommt nicht jeder einen hängenden Sarg. Dies ist eher ein Privileg für die älteren Menschen, was sich im Leben erst verdient werden muss 😉.

Einige der Särge, die hier im Tal am Boden oder in Höhlen verstaut wurden, sind schon älter und aufgebrochen. So liegen am Wegrand einige Knochen und Schädel der Verstorbenen herum. Man taucht auf dieser Wanderung in eine ganz andere Kultur ein.

Sagada

Wir wandern weiter durch das Tal vorbei an schönen Wildblumen zu dem kleinen Bokong Wasserfall.

SagadaHier erfrischen wir uns im Wasser und schauen der Jugend zu, wie sie von dem über 7 Meter hohen Felsen in das kühle Nass springen. Unsere Drohne starten wir auch nochmal. Doch leider müssen wir bereits nach 10 Minuten wieder landen. Es ist heute extrem warm und die Drohne überhitzt bei solchen Temperaturen auch im Hochland. So landen wir lieber schnell, da bereits schon alle Alarmleuchten blinken und Warntöne laut piepsen ☀.

SagadaIm Anschluss geht es durch ein paar kleine Reisfelder wieder zurück nach Sagada. Hier kaufen wir uns noch einen lokalen Beerenwein. Diesen trinken wir am Abend mit ein paar anderen Backpackern in unserer Unterkunft.

Nun heißt es aber schon wieder Koffer packen, da Morgen bereits eine lange Fahrt wieder vor uns liegt.

Unser Rundgang durch die Innenstadt von Manila

ManilaNach einen ausgiebigen Frühstück verlassen wir Sagada und fahren mit einem Direktbus zurück nach Manila. Eigentlich sind es nur 300 Kilometer. Aber der Bus fährt sehr langsam. In jedem Dorf, das wir durchqueren gibt es Stau. Die Landschaft ist auch recht bergig und die überladenen LKWs vor uns entsprechend langsam. So bewegen wir uns oft nur im Schritttempo. Dazu dient der Bus wohl auch noch als Postfahrzeug. Wir halten immer mal wieder an und nehmen Pakete mit und laden sie in anderen Dörfern wieder ab. So brauchen wir ganze 14 Stunden bis wir in der Innenstadt von Manila ankommen 🚌.

Gegen 24 Uhr in der Nacht steigen wir endlich aus dem Bus aus und nehmen ein Grab Taxi ins reservierte Hotel. Am nächsten Morgen geht es dann in die Altstadt von Manila. Diese wird auch  Intramuros genannt, was so viel wie „innerhalb der Mauern“ auf Spanisch bedeutet.

Während des zweiten Weltkrieges wurden viele Sehenswürdigkeiten zerstört, doch einige historische Stätte kann man nach einer Restaurierung heute wieder besichtigen.

ManilaWir starten unseren Altstadtspaziergang bei der Kathedrale von Manila im Zentrum. Von dem zentralen Platz laufen wir durch die kleinen Kopfsteinpflasterstraßen zur Festung Santiago. Immer wieder begegnen uns kleine Pferdekutschen, welche Touristen durch die Altstadt fahren 🚶‍♂️.

Intramuros ist übrigens durch die Polizei extra abgesichert. So kann man sich hier weitgehend sicher durch die Altstadt bewegen und muss keine Angst haben. Natürlich sollte man die Kameras immer in die Tasche packen und das Handy sicher verstauen. Taschendiebe gibt es überall auf der Welt.

ManilaDie Festung besteht aus ein paar Ruinen und einem Museum zur Stadtgeschichte. Von dem obersten Punkt hat man zusätzlich noch einen Blick auf das Meer und den Hafen an der Flussmündung. Man kann auch einen Großteil der alten Festungsmauer betreten und erhält so einen Einblick in die Umgebung 📷.

Nach dem Besuch des Forts Santiago geht es für uns zu Fuß quer durch die Altstadt. Es gibt viele hübsche Kolonialbauten und weitere Kirchen. Wir kommen an zahlreichen kleinen Parks und Denkmälern vorbei. Für Manila ist die Altstadt ganz gut angelegt, jedoch im Vergleich zu anderen Städten nichts Besonderes.

Manila

Dann trauen wir uns die Altstadt zu verlassen und laufen weiter durch die riesige Metropole. Wir erreichen einen großen Park mit einem Springbrunnen, wo abends gegen 18 Uhr immer Lichtspiele stattfinden. Hier kommen wir ins Gespräch mit Einheimischen, welche uns erklären, das Manila auch nach und nach immer sicherer wird. Auch gegen den Drogenhandel in der Hauptstadt wird streng durch den Präsidenten vorgegangen.

ManilaJedoch sollte man zu dem heutigen Zeitpunkt sich außerhalb nicht in jedem Viertel frei bewegen. Vor allem am Abend kann es gefährlich werden. Im Supermarkt treffen wir zwei Backpacker wieder, welche wir gestern bei der langen Busfahrt kennengelernt haben. Sie erzählen uns von ihrem nächtlichen Erlebnis. Sie sind mit dem Taxi zum Hotel gefahren. Dies lag wohl nicht in der besten Gegend. Kurz bevor sie am Hostel aussteigen wollten, wird der Fahrer des Wagens vor ihnen mit einer Pistole bedroht und ausgeraubt. Sie haben darauf noch eine Runde mit dem Taxi um den Block gedreht, bevor sie vor dem Hostel ausgestiegen sind. Heute haben sie ihre Unterkunft nur für einen Besuch im Supermarkt verlassen. Was für ein Zufall, dass wir sie hier treffen 🙄.

Man sollte also dringend aufpassen, in welcher Gegend man eine Unterkunft bucht und abends nur mit dem Taxi bzw. GrabCar fahren 🚗.

Wir gehen im Anschluss noch bei einen Japaner um die Ecke essen und fahren danach auch zurück zum Hotel. Jetzt heißt es wieder Koffer packen, denn morgen geht es zum Flughafen.

Diesen erreichen wir auch sicher und günstig mit einer GrabCar Fahrt. Von Manila aus starten wir in unser neues Abenteuer, wovon wir euch im nächsten Beitrag berichten werden 🛫.

Manila

Alle unsere Bilder zu Sagada und Manila findet ihr in voller Auflösung auf FlickR.

Über Youtube könnt ihr dazu unser passendes Video sehen: Weltreise Vlog #88

Viel Spaß beim Anschauen unserer Erlebnisse 😊.

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