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Waitomo – Unsere Caving Tour im faszinierenden Höhlensystem

Die Waitomo Glowworm Cave

Als wir heute auf unseren Campingplatz aufwachen strahlt die Sonne. Wir stehen direkt mit unserem Van vor einem See und können unser Frühstück mit Blick auf das sanfte Wasser genießen. So kann man perfekt in Tag starten. Danach packen wir wieder alle Sachen zusammen und weiter geht’s zu unserer nächsten Tour. Diese hatte wir bereits vorher stark vergünstigt über die Plattform bookme gekauft. Nach einer kurzen Fahrzeit von ca. zwei Stunden erreichen wir den beschaulichen Ort Hangatiki. Dort in der Nähe befindet sich die Waitomo Höhle 👍.

Das Höhlensystem ist berühmt geworden durch ihre sogenannten Glowworms. Diese sollte man nicht mit den deutschen Glühwürmchen verwechseln. Es handelt sich nämlich dabei um durchsichtige wurmförmige Pilzmückenlarven. Diese hängen in der Höhle von der Decke hinunter. Im Dunkeln leuchten diese Fäden blau und locken dadurch Insekten an. Verfängt sich ein Tier, holt die Larve seinen Faden ein und ernährt sich von ihrer Beute.

Es gibt mehrere Möglichkeiten die Höhle zu besichtigen. Die meisten Touristen fahren mit einem kleinen Boot durch die Höhle und bewundern die leuchtenden blauen Fäden 🌟.

Wir haben uns für eine etwas abenteuerlichere Variante entschieden. Mit der Black Water Rafting Company geht es ganze fünf Stunden in die dunkle Höhle. Als wir ankommen checken wir zunächst für die Tour ein. Dies erfolgt hier ganz modern über ein Ipad. Im Anschluss wird uns die Gruppe vorgestellt. Wir sind nur fünf Personen. Uns freut es, dass wir nur so eine kleine Gruppe sind. Touren mit weniger Personen machen meist viel mehr Spaß und sind individueller. Private Kameras und Camcorders sind leider verboten. In den letzten Wochen hatten ein paar Touristen bei der Tour ihre Kamera verloren. Seitdem gibt es nun verschärfte Richtlinien. Aber uns Guide nimmt eine Kamera mit und gibt uns im Anschluss das Bildmaterial. Dann kann es ja los gehen 😊.

Mit dem Seil tief in das Höhleninnere

Mit einem sehr alten Fahrzeug geht es 15 Minuten quer über Hügel und Wiesen Offroad zu unserem Startpunkt. Der Van, in dem wir gerade drinsitzen, sieht eher so aus, als ob er gleich auseinanderfällt. Die Seitenspiegel sind abgebrochen und innen sowie außen hängen recht viele Spinnenweben 🕷️.

Am Startpunkt unserer Tour ziehen wir uns dann um. Wir bekommen zuerst Neoprenanzüge und müssen im Anschluss noch Sicherungsgurte und Seile anlegen. Ihr merkt hier bestimmt schon: Wir haben uns nicht für eine einfache Wandertour entschieden 😉.

Dann laufen wir zum Eingang der Höhle und kreuzen dort den Weg von zahlreichen Schafen. Diese finden das nicht ganz so lustig, dass wir durch ihre Gruppe spazieren. Aber sie machen fast freiwillig mit lauten „määäh“ Geräuschen Platz.

Nun stehen wir alle samt auf einer grünen Wiese. Der Eingang der Höhle befindet sich aber 27 Meter unter uns. Treppen gibt es hier nicht. Nach einer kurzen Einweisung wird dann ein langes Seil an einem großen Holzpfahl befestigt und wir seilen uns mit unserem Gurt selbstständig ab in die Tiefe. Das Seil haben wir durch zwei Schlaufen gefädelt. So können wir das Tempo selbst bestimmen und mittels dieser Schlaufen auch Bremsen. Falls wir uns dennoch zu blöd anstellen, hat aber zum Glück der Guide auch die Möglichkeit uns zu bremsen ⛰️.

So geht es dann ab in die Tiefe. Der erste Schritt ist gewöhnungsbedürftig. Aber als man dann erstmal so hängt und sich nach und nach schneller abseilt, macht es richtig Spaß.

Alle aus unserer Gruppe kommen heil an und der Guide musste keine Notbremsung durchführen. Durch die Höhle verläuft ein Fluss und neben dem Eingang liegen ein paar schwarze Gummireifen rum. Jeder von uns greift sich einen Reifen und wir laufen mit ihm Fluss aufwärts in die dunkle Höhle hinein.

Die leuchtenden Pilzmückenlarven

Nach vielleicht 700 Metern ist es komplett dunkel und wir setzen uns auf ein Kiesbett am Flussrand zur Verschnaufpause hin. Unser Guide fordert uns auf, die Taschenlampen auszuschalten. Jetzt ist es wirklich stockfinster. Plötzlich ertönt ein lautes Krachen. Der Guide hatte mit seinen Reifen auf die Wasseroberfläche geschlagen und die Höhle verstärkt dieses Geräusch auch noch. Wir haben uns gleich ein wenig erschrocken. Doch durch dieses Geräusch wird es plötzlich hell in der Höhle, auch ohne Taschenlampen. Plötzlich fangen Millionen von kleinen Fäden der Larven an blau und grün zu leuchten 🌟. Es sieht wirklich faszinierend aus.

Vor allem jetzt im deutschen Winter (November/Dezember) soll es hier in der Höhle sehr viele von den leuchtenden Pilzmückenlarven geben. Wir sind also genau zur richtigen Zeit hier. Als unser Guide mit den Reifen auf das Wasser geschlagen hat, sind Schwingungen am Felsen entstanden. Die einzelnen Larven dachten dadurch, dass der Feind naht und haben angefangen zu leuchten. Es ist wirklich der Wahnsinn, wie viele einzelne Fäden hier erstrahlen. Wir genießen eine Weile den schönen Anblick. Dann setzten wir uns auf die Reifen und treiben wieder den Weg flussabwärts zum Eingang der Höhle. Dabei können wir die ganze Zeit unseren Kopf nach oben auf die Decke richten und die Pilzmückenlarven mit ihren wunderbaren Farben beobachten. Unsere Reifen treiben wirklich nicht schnell. Ganz langsam bewegen wir uns wieder zurück 😊.

Im Anschluss folgen wir den Fluss weiter in eine weitere Gabelung. Recht schnell wird es wieder dunkler und wir entdecken erneut die leuchtenden Fäden. Das ist wirklich einmal etwas anderes.

Der Fluss wird nach und nach aber flacher und irgendwann bleiben auch unsere Reifen stecken. So lassen wir diese hier zurück und setzen den weiteren Weg in der Höhle zu Fuß fort.  Doch dieser Weg ist nicht ganz so einfach. Es ist ja auch eine Caving Tour. Wir müssen quer über große Felsen klettern und durch enge Löcher vorwärts und auch mal rückwärts unseren Körper quetschen bzw. bei recht flachen Lücken durch die Felsen bzw. das Wasser kriechen 😋.

Man muss dabei nur wirklich aufpassen. Es ist alles dunkel und nass. In der Höhle kann man sich leider nicht mit einem Seil sichern. So sollte man sich sehr gut am Fels festhalten, da es hier teilweise über 10 Meter in die Tiefe bei einem falschen Schritt geht.

Nach einer abenteuerlichen Kletterpartie stoppen wir inmitten der Höhle. Wir machen eine Rast. Unser Guide packt für jeden von uns Schokolade sowie einen heißen Orangentee aus ☕. In der Höhle und vor allem im Fluss ist es trotz Neoprenanzug recht kalt. So kommt der heiße Tee wie gerufen. Er wärmt uns von innen auf, bevor unsere Tour weiter geht. Während der Pause haben wir auch nochmals die Gelegenheit, die wurmförmigen Larven mit ihren leuchtenden Fäden zu beobachten. Dann klettern wir wieder zurück zum Ausgang von dem Höhlensystem.

Nun erinnert ihr euch sicherlich, dass dieser sich 27 Meter in der Tiefe befindet. Irgendwie müssen wir ja auch wieder hochkommen. Diesmal gibt es aber niemanden, der uns an einem Seil hochziehen könnte. Schließlich sind wir mit unserer Gruppe hier ganz alleine. Während der ganzen fünf Stunden haben wir keine einzige andere Person gesehen.

Um nun wieder nach oben zum Tageslicht zu gelangen, müssen wir die 27 Meter an einer fast senkrechten Wand nach oben klettern 🧗‍♂️. Dafür werden wir aber diesmal gesichert. Unser Guide klettert vor und so kann er uns durch ein Sicherungsseil bremsen, falls wir mit dem Fuß abrutschen.

Trotz das die Wand bzw. die Steine recht nass sind, haben wir einen sehr guten Halt und kommen alle heil an der Oberfläche an. Bei zwei Stellen musste man zwar etwas genauer nachdenken und die Schritte mit Bedacht wählen, aber nach einer kurzen Eingewöhnung war dies auch kein Problem. Schließlich hatten wir ja bereits etwas Erfahrung durch die Klettersteige, welche wir vor unserer Weltreise in Österreich und Italien besucht hatten 🧗‍♂️.

Oben wieder angekommen werden wir auch gleich von den Schafen mit einen lauten „määh“ begrüßt 🐏.  Dann geht es wieder zurück zum Startpunkt. Dort wartet erst einmal eine heiße Dusche auf uns. Wir ziehen uns wieder um und damit wir auch von innen gewärmt werden, gibt es noch eine Suppe für jeden. Wir bekommen noch die Bilder von unserem Guide und machen uns im Anschluss wieder auf den Weg. Es ist bereits 19 Uhr und wir müssen noch zwei Stunden mit dem Camper fahren. Morgen früh haben wir nämlich bereits die nächste abenteuerliche Tour gebucht. Eigentlich wollten wir mal einen ruhigeren Tag einlegen, aber für Morgen war der Rabatt für unser folgendes Abenteuer bei bookme am größten 💶.

So haben wir dann die für uns recht lange Fahrt nach einer so anstrengenden Tour wie heute in Kauf genommen. Die Fahrt hat dann durch die zahlreichen Kurven auch etwas länger gedauert. Erst gegen 22 Uhr kommen wir auf einem kostenlosen Rastplatz inmitten eines riesigen Waldes an. Irgendwie sind wir auch schon wieder auf irgendeinen Berg gefahren. Jedenfalls ging es die letzten 20 Minuten nur über Serpentinen steil nach oben. Aber im Dunklen erkennt man sowieso nicht so viel und hier können wir auch ohne Gebühren parken. Wir grillen im Anschluss vor Ort uns noch etwas zu essen und fallen dann kurz vor Mitternacht völlig K.O. ins Bett. Wir werden sicherlich sehr gut schlafen. Jedenfalls bis 7 Uhr Früh. Dann müssen wir nämlich schon weiter. Ihr wisst ja, wir haben wieder eine spannende Tour gebucht 😊.

Alle unsere Bilder findet ihr in voller Auflösung auf FlickR. Viel Spaß beim Anschauen 😊.

Besucht einfach unser Album: Waitomo Cave Tour

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