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Muang Ngoi ∙ Urwald, Reisfelder und kleine Dörfer ∙ Laos

Mit dem Boot in den Norden

Heute verlassen wir Nong Khiaw und wollen weiter in den Norden reisen. Straßen in unsere Richtung gibt es keine. Doch einmal am Tag fährt auf den Nam-Ou Fluss eine kleine Fähre entlang. Diese nehmen wir und fahren weiter flussaufwärts zu dem Dorf Muang Ngoi 🛥️.

Muang NgoiWährend der Fahrt sieht man nach einer Weile am Flussrand keine Häuser mehr. Große Bäume und Sträucher ragen bis an den Fluss heran. Als wir an unseren Zielort ankommen, badet gerade eine Büffelherde im Fluss beim Anleger und Kinder spielen auf der Wiese. Vor uns liegen ein paar wenige Häuser. Richtige Straßen gibt es hier nicht. Nur ein paar Erdwege verbinden die einzelnen Häuser. Mit Ausnahme unseres Bootes gibt es keine mit benzinbetriebenen Fahrzeuge.

Muang NgoiMuang Ngoi ist der ideale Ort für Entspannung und Entschleunigung. Es ist wirklich ruhig und idyllisch. Das Dorf hat sogar erst seit wenigen Jahren überhaupt einen Stromanschluss. Dieser versorgt für wenige Stunden am Tag die einzelnen Häuser. Wir haben uns nach der Ankunft ein paar Unterkünfte angeschaut und uns für das Ning Ning Guesthouse entschieden. Es hat die schönsten Bungalows in der Stadt und den Preis kann man auch gut verhandeln. Unsere neue Unterkunft liegt direkt am Fluss mit einer großen Terrasse 📷.

Zum Start unseres Aufenthaltes genießen wir die Sonne und bestellen uns ein leckeres Curry sowie ein kühles Bier. Alles wird uns auf der Terrasse serviert, während wir die Natur genießen. Die Wasserbüffel baden weiterhin im Fluss. Die Ruhe wird nur manchmal durch die vielen freilaufenden Hühner unterbrochen. Die Aussicht ist von unseren Tisch ist sehr schön. So hole ich auch gleich unsere Drohne heraus und fliege eine Runde über den Fluss und die Stadt ☀.

Muang Ngoi

Im Dschungel von Muang Ngoi

Nachdem wir uns gestärkt und ausgeruht haben, starten wir eine erste Erkundungstour durch die nähere Umgebung. Ein kleiner Trampelpfad führt uns vom Dorfrand hinaus in den Dschungel 🌴.

Muang NgoiVon hier gehen mehre Wanderwege zu den verschiedenen Bergen im Hinterland ab. Auf jeden gibt es natürlich einen Aussichtspunkt. Wir entscheiden uns für den Pha Noi Viewpoint. Über wacklige Holzkonstruktionen, große Steine und schlammige Erde geht es ca. 45 Minuten steil nach oben. Der kleine Pfad verläuft im dichten Gewächs und ist bei einer Temperatur von fast 37 Grad ganz schön anstrengend. Im Dschungel leben auch sehr viele Mücken. Wir haben uns zwar die Beine und Arme komplett mit Mückenschutz eingesprüht, doch geholfen hat dies wenig gegen die einheimischen Mücken. Wir werden an den Beinen regelrecht zerstochen. Irgendwann haben wir es geschafft und der dichte Wald lichtet sich. Wir sind auf dem Hügel angekommen. Über eine weitere kleine Holzbrücke erreichen wir den Aussichtpunkt, von wo man ein Blick auf das Dorf und den Dschungel hat. Er ist recht schön, doch unsere Wanderung zum Pha Daeng Peak in NongKhiaw hat uns besser gefallen. Da gab es auch keine einzige Mücke 😉.

Muang Ngoi

Zurück ins Dorf geht es bergab über einen anderen Wanderweg durch den Dschungel. Obwohl wir gar nicht so weit vom Fluss und Dorf entfernt sind, sieht die Umgebung so aus, als wäre man im dichten Urwald. Kurz sehen wir über uns eine kleine Lichtung. Ich starte unsere Drohne für einen Rundflug und navigiere sie zwischen den hohen Bäumen in die Luft.

Muang NgoiIm Anschluss fliegen wir eine Runde über die Baumkronen des Urwaldes. Nur die Landung ist etwas komplizierter, da ich uns im Wald aus der Vogelperspektive erstmal wiederfinden muss. Das GPS ist nämlich hier im dicht bewachsenen Wald nicht vorhanden. So kann die Drohne keinen automatischen Rückflug einleiten. Aber nach ein paar Minuten habe ich uns wieder entdeckt und lande die Drohne vorsichtig zwischen den hohen Bäumen. Dann geht es zu Fuß weiter bergab. Dabei werden wir von einem süßen Hund begleitet. Er ist plötzlich aufgetaucht und weicht bis zum Dorf nicht mehr von unserer Seite. Vielleicht gehört er zu einem der kleinen Häuser am Wegrand und begleitet die Touristen auf ihren Touren. Der Hund wartet hinter jeder Ecke auf uns. Schon irgendwie niedlich 🐶.

Muang NgoiAls wir dann am Dorf wieder ankommen, verabschieden wir uns von unserer Begleitung und suchen ein köstliches laotisches Abendessen. Als Nachtisch gönnen wir uns noch einen Banoffie Kuchen, welchen wir schon von den Cook Inseln kannten und setzen uns zum Abschluss des Tages in eine kleine Cocktailbar für Backpacker. Hier lassen wir gemütlich den ersten Abend in Muang Noi ausklingen 🍹.

Unterwegs zu den kleinen Dörfern

Eigentlich wollten wir heute ausschlafen. Doch daraus wird nichts. Gegen 5.30 Uhr fangen die ganzen Hühner an zu krähen und wenig später kommt unser Nachbar auf die Idee eine Stunde lang seine Koffer zu packen. Wir sind damit munter und gehen erstmal frühstücken ☀.

Muang Ngoi

Wir können uns verschiedene Gerichte bestellen und alles auf unserer Terrasse am Fluss essen. Das Frühstück ist richtig lecker. Danach brechen wir zu einer langen Wanderung ins Hinterland auf. Wir folgen für ca. drei Kilometer einen kleinen breiten Pfad. Ab und zu kreuzt ein Pferdekarren unseren Weg. Sonst sieht man aber fast keine Menschenseele. Wir erreichen die Tham Kang Cave. Sie liegt direkt am Wegrand. Heute Morgen haben wir extra noch unsere Taschenlampen eingepackt. Die werden auch benötigt, da die Höhle stockfinster ist. Laut Reiseführer soll man in der Höhle immer dem Wassergeräusch folgen. So arbeiten wir uns Stück für Stück tiefer in die Höhle. Doch der Weg ist sehr rutschig und nass. Es geht tief hinab. Irgendwann wird es uns dann doch zu gefährlich. So kehren wir um und versuchen den Ausgang wieder zu finden. Das ist aber gar nicht so einfach im Dunklen 🔦.

Muang Ngoi

Doch nach einer Weile haben wir wieder den richtigen Weg gefunden und sind nach einer abenteuerreichen Wanderung wieder beim Tageslicht angelangt. Direkt daneben gibt es noch ein paar kleine Höhlen mit Wasserlöchern. Dieses Gebiet besichtigen wir gemeinsam mit einer kleinen süßen Katze, welche nicht mehr von unserer Seite weicht. Als ich mich kurz an eines der Wasserlöcher setze, springt die Katze schon auf meinen Schoss und lehnt sich im Anschluss an mein Bein. So viele zutrauliche Tiere haben wir selten an einem Ort erlebt. Gestern hat uns ein Hund begleitet, heute die kleine Miezekatze 🐱.

Muang NgoiWeiter geht unsere Wanderung durch die wunderschöne Natur im Umland. Wir verabschieden uns von der kleinen Katze und wandern ca. 5 Kilometer weiter zu dem Dorf Ba Na. Dazu müssen wir auch einen recht großen Fluss überqueren. Eine Brücke gibt es nicht. Also heißt es Schuhe ausziehen und durchlaufen. Aber darin sind wir ja schon durch die letzten Wanderungen geübt 😊.

Im Dorf angekommen, kann man wunderbar das beschauliche und einfache Dorfleben beobachten. An einem angrenzenden Reisfeld finden wir ein kleines Lokal, was anscheinend auch Mittagessen serviert. Dort gibt es als Stärkung gebratene Nudeln und eine Suppe 🍜. Hier treffen wir auf den einzigen weiteren Touristen weit und breit. Er stammt aus Japan und erzählt uns, dass er in seiner Vergangenheit schon drei Volkwagen als Autos hatte. Er ist richtig stolz darauf. Leider musste er sie nur immer wieder verkaufen, da er in China und Thailand jeweils Arbeit in einer Fabrik gefunden hatte. Jetzt hat er gerade Urlaub und reist durch Laos.

Muang NgoiWir verabschieden uns nach dem Essen von ihm und wandern weiter über große Reisefelder und Acker zu einem weiteren Dorf. Dazu müssen wir wieder mehrmals einen Fluss durchqueren. Aber langsam sind wir ja Übung darin. Der kleine Ort heißt Houy Bo. Hier werden wir von vielen freilebenden Hühnern und Schweinen begrüßt.

Muang Ngoi

Die Einheimischen schauen uns neugierig an und viele kleine Kinder spielen zwischen den einfachen Holzhütten. Wir kehren für ein kleines Erfrischungsgetränk in einen ihrer Häuser ein. Hier kann man übrigens auch übernachten. Für nur drei Euro werden sehr einfache Zimmer in ihren Hütten bzw. Bungalows vermietet. Eigentlich bestehen sie nur aus einer Bambuswand und einer kleinen dünnen Matratze. Geduscht wird im Fluss und irgendwo im Dorf gibt es auch eine zentrale natürliche Toilette 😉.

Dann geht es für uns weiter. Während unserer Wanderung kommen wir an vielen Wasserbüffeln und einer großen Kuhherde vorbei. Wir überqueren wieder einen Fluss und landen auf einem großen Reisfeld. Im Hintergrund stehen die hohen Karstfelsen und der dichte Dschungel ist sichtbar. Ideal um nochmal mit unserer Drohne eine Runde zu fliegen 🌾.

 

Muang Ngoi

Dann hören wir in weiter Entfernung plötzlich ein lautes Geräusch. Die große Kuhherde erschrickt sich und setzt sich in Bewegung. Zu unserem Erstaunen kommen sie in schnellen Tempo auf uns zu. Eigentlich trennt uns noch ein Fluss. Doch den überqueren sie auch recht zügig. Schnell retten wir noch unsere Rucksäcke, welche auf der Wiese liegen und marschieren ein Stück zu Seite. Die Kühe rennen wie wild an uns vorbei und kommen erst auf einer anderen Wiese wieder zu stehen 🐄.

Muang Ngoi

Nun führt nur unser weiter Weg direkt durch die Herde hindurch. Aber zum Glück haben sie sich beruhigt und wir nähern uns den Kühen gefahrenlos. Dann wird es Zeit für den Rückweg. Ca. 10 Kilometer geht es über Reisfelder und durch Wälder wieder zurück nach Muang Ngoi. Erschöpft ruhen wir uns am Abend aus und genießen das nächtliche Flair des kleinen Dorfes 🌙.

Unsere letzten Tage

Wie auch am letzten Tag, wollten wir wieder ausschlafen. Doch auch diesen Morgen werden wir geweckt. Diesmal bereits 4 Uhr. Mit lauten großen Trommeln läuft gefühlt eine Ewigkeit eine Gruppe von Mönchen durch das Dorf. Vermutlich fast eine Stunde lang. Als die Trommeln verstummen, sind aber die Hühner wach und stimmen mit ein.

Muang NgoiEtwas müde stellen wir dann beim Frühstück fest, dass heute leider das Wetter nicht so gut ist. Es regnet. Dies ist bisher auf unserer Weltreise selten vorgekommen. Eigentlich wollten wir noch mit dem Kajak weiter den Fluss zu Wasserfällen hinauf fahren. Doch bei Dauerregen macht das kein Spaß. So entschließen wir uns das zu machen, was hier der Rest der Gäste bevorzugt. Wir suchen uns ein paar Hängematten und ruhen uns den ganzen Tag aus. Nach den zwei kurzen Nächten ist das auch bitter nötig. Tagsüber schreien keine Tiere und auch niemand läuft mit großen Trommeln durch das Dorf. Es ist leise und ruhig. Ideal um sich zu entspannen und zu erholen 🌩️.

Muang NgoiWir hatten vor ein paar Wochen einen Flug für Übermorgen gebucht. Diese startet aber in Luang Prabang. So müssen wir leider schon wieder am nächsten Tag aufbrechen. Wir verlassen den Norden und buchen uns ein Boot zurück nach Nong Khiaw. Die Fähren müsst ihr euch übrigens eher wie ein schmales Longtailboot vorstellen. Unser Boot ist zusätzlich randvoll. Wir können nur auf den kleinen Holzbalken am Rand sitzen. Da wir nun flussabwärts fahren, sind wir nur eine Stunde unterwegs, unbequem ist es aber trotzdem. Wieder in Nong Khiaw angekommen nehmen wir ein TukTuk zu Minivan Station und wenige Minuten später sitzen wieder in einen übervollen Van für weitere vier Stunden nach Luang Prabang 🚌.

Hier verabschieden wir uns mit einen erneuten Besuch der Altstadt und des Nachtmarktes von Laos. Schön war es. Bereits Morgen wartet ein neues Reiseland auf uns 🛫.

Muang Ngoi

Alle unsere Bilder zu Muang Ngoi und den umliegenden Dörfern findet ihr in voller Auflösung auf FlickR.

Über Youtube könnt ihr dazu unser passendes Video sehen: Weltreise Vlog #79

Viel Spaß beim Anschauen unserer Erlebnisse 😊.

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