AsienPhilippinenReiseberichte

Puerto Princesa ∙ Eines der neuen Weltwunder ∙ Der Underground River bei Sabang ∙ Philippinen

Auf zum Underground River - Eines der neuen Weltwunder

Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, aber uns Wecker klingelt bereits. Es ist 5.30 Uhr am Morgen und wir packen schnell unsere Sachen zusammen. Eine halbe Stunde später sitzen wir schon in einem Van und verlassen das kleine Fischerdorf Port Barton 🚐.

SabangUnser heutiges Ziel ist der Küstenort Sabang. Dort liegt der Underground River. Er gehört neben den Amazonas und den Iguazú Wasserfällen, welche wir bereits vor der Weltreise besucht hatten, mit zu den neuen 7 Weltwundern der Natur. Der etwa sieben Kilometer lange Fluss schlängelt sich unter dem Massiv des Mount St. Paul hindurch und ist der längste befahrbare Untergrundfluss der Welt.

Die Anreise von Port Barton ist jedoch gar nicht so einfach. Normal werden nur Tagestouren von Palawans Hauptstadt Puerto Princesa angeboten. Dies wäre für uns aber ein großer Umweg. Daher haben wir bereits in El Nido ein Unternehmen gefunden, was den Transport und das Permit für den Besuch des Underground Rivers organisiert hat. Wir sind gespannt, ob das auch alles so klappt 😊.

Wir haben nur einen Zettel Papier als Ticket und eine Handynummer der Agentur.

SabangWir fahren ca. 2h mit dem Van von Port Barton und werden dann an dem Abzweig, wo es nach Sabang geht, aus unseren Van geschmissen. Dieser fährt nämlich weiter nach Puerto Princesa. Wir sollen hier an der Kreuzung auf einen Bus des Touranbieters warten. So stehen wir erstmal mit unseren großen Rucksäcken mitten im Nirgendwo.

Da nach 30 Minuten immer noch keiner uns abgeholt hat, werden wir ein wenig ungeduldig und rufen bei der Agentur an. Zum Glück haben wir zuvor lokale SIM-Karten für solche Fälle gekauft.

Uns wird mitgeteilt, dass der Van erst in einer Stunde kommt. Also setzen wir uns in ein lokales Café an der Straße und warten auf unsere Abholung. Wir haben fast nicht mehr dran geglaubt, aber wirklich fast 70 Minuten später stoppt ein Van und fragt nach unseren Namen 🚍.

Underground RiverDie Tour zum Underground River kann also beginnen. Um auf den Fluss eine Fahrt zu buchen, benötigt man ein Permit. Diese sind für einzelne Personen schwer zu bekommen und oft ewig im Voraus ausgebucht. So ist es die einzige Möglichkeit in einer geführten Tour zum neuen Weltwunder der Natur zu gelangen. Die Touranbieter haben genug Permits im Voraus für ihre Kunden reserviert. Da wir für unsere Verhältnisse recht spontan die Tour gebucht haben, hatten wir so keine andere Wahl als uns einer Gruppe anzuschließen. Eigentlich genießen wir die Natur lieber abseits von Menschenmengen🌴.

SabangWir legen mit dem Bus noch einen Stopp an einen Aussichtpunkt ein, bevor wir nach Sabang fahren. Dort werden die Bootsfahrten in festen Zeitslots vergeben. Es herrscht ein riesengroßer Andrang. Es ist als wäre man auf einen türkischen Basar. Unser Zeitslot ist erst am Nachmittag. Wir haben also noch ein wenig Zeit um Sabang und die Umgebung zu erkunden.

Wir schließen uns einer Paddeltour mit einem Guide und fünf weiteren Personen durch den Mangrovenwald an. Der Guide spricht sehr gut Englisch und erklärt uns alles Wissenswerte über die Mangrovenwälder und zeigt uns mehrere Schlangen, welche über uns in den Bäumen hängen. Hier ist es fernab der Hauptstraße von Sabang wieder richtig ruhig und idyllisch 🐍.

Sabang

Direkt bei der kleinen Flussmündung vor den dichten Mangrovenwald starten wir im Anschluss nochmal unsere Drohne und fliegen ein wenig an der Küste entlang und durch den dichten Dschungel. Von oben erkennt man schnell, dass der Touristenort ringsum von Urwald, dem Meer und hohen Bergen umgeben ist. Unser Guide sucht uns, anscheinend waren wir damit wohl etwas zu lang von unserer großen Tourengruppe getrennt 📷.

Sabang

Aber unser Guide hat uns wiedergefunden und bringt uns zum Mittagessen in eine riesige Halle mit Buffet. Hier soll sich irgendwo auch unsere Gruppe aufhalten. Es sind so viele Menschen dort, dass wir nur noch zwei weitere aus der Gruppe wiederfinden. Und mit „viel“ meinen wir wirklich viele Touristen. Es sind hier sicherlich 500-1000 Gäste im riesigen Restaurant. Unser Guide hat wohl auch Hunger. Denn als wir ihn noch etwas fragen wollen, ist er bereits weg.

SabangWir essen also gemeinsam mit den anderen beiden unser Mittag und warten im Anschluss vor dem Restaurant auf die Tour zum Underground Fluss. Nur irgendwie sehen wir weder unseren Guide noch die restliche Gruppe. Für eine geführte Tour werden wir so gut wie gar nicht betreut. Aber der Guide hat noch die Permits, welche wir benötigen. So warten wir weiter. Dann sehen wir unseren Fahrer vom Van. Er ist viel freundlicher als unsere Reiseleitung und bringt uns vier zum Hafen. Die Gruppe ist nämlich schon längst unterwegs. Man hat uns wohl einfach vergessen 😉.

Wir erhalten unsere Permits und werden einen Boot zugewiesen. Mit einen kleinen motorisierten Holzboot schippern wir über die riesigen Wellen ca. 20 Minuten an der Küste entlang. Dabei werden einige Gäste regelrecht kurz geduscht. Wir erreichen die Flussmündung des Untergrundflusses und steigen am Strand nochmals aus.

Underground River

Wir werden gleich im Anschluss mit Helm und Audioguide ausgestattet und wenige Minuten später sitzen wir auf einem kleinen Paddelboot. Über türkisblaues Wasser der Lagune nähern wir uns dem Höhleneingang. Der Audioguide beginnt automatisch und passt zu den Stationen, welche wir anfahren. Er ist mehrsprachig und wirklich informativ. Man erfährt alles über das neue Weltwunder und seine Entstehung. Der Bootsführer hat eine größere Lampe mit dabei und leuchtet im Inneren der Höhle alle wichtigen Sehenswürdigkeiten an 📹.

Underground RiverVon den sieben Kilometern des Untergrundflusses sind 4,2 befahrbar. Die Tour für Touristen führt aber nur ca. 1,2 km ins Innere der Höhle. Weiter kommt man nur mit Sondergenehmigungen.

Langsam bewegt sich unser Boot über den Fluss in immer dunklere Regionen der Höhle. An manchen Stellen ist der Durchgang so eng, dass wir die Decken berühren können. In anderen Bereichen sind riesige Hohlräume entstanden, welche bis zu 45m hoch sind. Es ist schon gigantisch, was die Natur hier geschaffen hat. Der Fluss ist teilweise bis zu 8 Meter tief. Wir kommen vorbei an vielen Stalagmiten und Stalaktiten. Hinter jeder Ecke warten auch größere Gruppen von Fledermäusen auf uns. Laut Audioguide sollen hier über 40.000 Zwergfledermäuse leben. Die Tour ist sehr beeindruckend.

Underground RiverNach einer 45-minütigen Fahrt erreichen wir wieder den Ausgang der Höhle und somit das Ende des Untergrundflusses von Sabang. Uns hat es richtig gut gefallen. Auch halten die Boote in der Höhle einen Mindestabstand von einander und man konnte in Ruhe die Natur genießen, ohne von lauten Chinesen gestört zu werden 😊.

Dann geht es zurück zum Van. Dieser fährt nach Puerto Princesa und setzt uns direkt vor unserer reservierten Unterkunft ab. So müssen wir nicht extra noch ein TukTuk suchen und können gleich einchecken 🚐.

Underground River

Puerto Princesa - Die Hauptstadt der Provinz Palawan

SabangWir übernachten im Julieta’s Pension House am Rande der Stadt. Ins Zentrum sind es ca. 2,5 Kilometer. Wir haben ein geräumiges Zimmer und auch ein eigenes Bad für 17 Euro die Nacht (inkl. Frühstück). Zum Abendessen fahren wir aber in die Stadt. Unser Tourguide hat uns das traditionelle Crispy Kare-kare als Gericht samt Restaurant empfohlen. Wir sollen das Schweinefleischgericht unbedingt probieren. Wir halten am Straßenrand ein Tricycle an, welches uns zu dem gesagten Restaurant in die Innnenstadt für 35 Cent fährt. Doch als wir im Restaurant nach dem Gericht fragen, schauen uns nur fragende Blicke an. Sie haben nämlich nur teure Fischgerichte (ab 20 Euro aufwärts). Da hat uns wohl der Guide von der Tagestour nicht so gut beraten. Aber eigentlich hätten wir uns das nach der heutigen Betreuung fast denken können 🍽️.

Leider gibt’s auch kein Restaurant in der Nähe, was das Gericht anbietet, sodass wir am Ende auf einen kleinen Streetfood Markt landen.

Nach einen solch langen Tag fallen wir müde ins Bett und schlafen am nächsten Morgen erstmal richtig lang aus. Dann wird es Zeit die Hauptstadt Palawans bei Tageslicht zu erkunden.

Puerto PrincesaWir starten mit einer kleinen Shoppingtour und decken uns mit frischem Obst und leckeren Keksen ein. Auch ist während unserer Tour auf Palawan der GoPro Halterungsstab gebrochen, sodass wir für unsere nächsten Unterwasserabenteuer einen neuen kaufen wollten. Doch trotz vieler Geschäfte gibt es nirgends einen Stab für die GoPro zu kaufen. Irgendwann geben wir auf, holen uns ein Eis und laufen zur Kathedrale inmitten der Stadt 🍦.

Puerto PrincesaDie Philippinen sind das einzige christliche Land Asiens mit ca. 85% an Katholiken. Dementsprechend gibt es in den Städten statt riesiger Moscheen oder buddhistischer Tempel prunkvolle Kathedralen. Eine solche steht auch hier inmitten von Puerto Princesa. Daneben wurde ein kleiner Park mit einem Denkmal angelegt, welcher an die Opfer des zweiten Weltkrieges erinnern soll. Direkt vor der Kirche ist ein großer Basketballplatz. Dies ist der Lieblingssport der Philippinos und darf in keinen Ort, egal wie klein oder groß er ist, fehlen.  Wir schauen ein wenig dem Treiben auf dem Basketballplatz zu und spazieren durch den Park 🌳.

Sonst hat Puerto Princesa leider nicht sehr viel zu bieten. Es gibt noch den auf den Namen getauften Baywalk. Eine kleine sterile Flaniermeile am Ufer des Hafens entlang. Wir trinken dort bei den Bars noch einen frischen Saft und spazieren nach dem Sonnenuntergang wieder in die Innenstadt 🌅.

Puerto PrincesaÜbrigens befindet sich der Flughafen von Palawans Hauptstadt auch direkt in der Stadt. Man kann quasi direkt von den Hotels hinlaufen. Wir machen noch einen Stopp zum Abendessen bevor wir diesmal uns noch ein wenig die Füße vertreten und zurück zur Unterkunft laufen.

Puerto Princesa selbst als Stadt ist leider nicht sehr interessant. Der Ort ist eher der Ausgangspunkt für die Touren auf Palawan. Dementsprechend gut ist er auch verkehrstechnisch angebunden. So haben wir uns einen Flug nach Manila gebucht, von wo aus wir zu neuen Abenteuern aufbrechen wollen 🛫.

Die Wochen auf Palawan waren wunderschön und ein perfekter Auftakt zu unserer Philippinentour.

Das Land hat mit über 7000 Inseln aber noch mehr zu bieten. Was uns bei der weiteren Reise erwartet, erfahrt ihr bald in unseren nächsten Reisebericht 🏝️.

Alle unsere Bilder zum Underground River und Puerto Princesa findet ihr in voller Auflösung auf FlickR.

Über Youtube könnt ihr dazu unser passendes Video sehen: Weltreise Vlog #87

Viel Spaß beim Anschauen unserer Erlebnisse 😊.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.